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Palm Desert Neal Careys fünfter Fall von Winslow, Don (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.06.2016
  • Verlag: Suhrkamp
eBook (ePUB)
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Palm Desert

Zum Abschluss seiner großartigen Neal-Carey-Reihe schickt Don Winslow seinen literaturbegeisterten Privatdetektiv auf einen Trip durch Nevada. An seiner Seite ein achtzigjähriger Comedian. Über ihm die sengende Sonne. Vor ihm endlose Wüste. Und ihm auf den Fersen ein kurioses Gangsterduo, das Neal und seinen Begleiter den Geiern zum Fraß vorwerfen will. Zum ersten Mal, seit Neal Carey für die "Bank" arbeitet, kommt es ihm nahezu gelegen, dass er einen neuen Auftrag erhält. So kann er wenigstens für eine Weile der Frage entgehen, ob er wirklich Vater werden will. Abgesehen davon ist der Auftrag ein Witz - im fast buchstäblichen Sinne: Neal soll den achtzigjährigen Comedian Natty Silver aus Las Vegas abholen und zurück in sein Seniorendomizil in Palm Desert bringen. Doch Natty entpuppt sich nicht nur als dauerwitzelnde Nervensäge, die die Reise zum Höllentrip macht, er hat außerdem so gar keine Lust, zurückgebracht zu werden. Nach und nach schwant Neal, warum das so ist - kurz bevor er lernen muss, dass man durchaus auch in der Wüste ertrinken kann ... Alle Titel der Neal-Carey-Serie: London Undercover (Neal Carey 1) China Girl (Neal Carey 2) Way Down on the High Lonely (Neal Carey 3 - angekündigt unter dem Titel Holy Nevada) A Long Walk Up the Water Slide (Neal Carey 4 - angekündigt unter dem Titel Lady Las Vegas) Palm Desert (Neal Carey 5) Don Winslow wurde 1953 in der Nacht zu Halloween in New York geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in South Kingstown, Rhode Island, einer Kleinstadt am Atlantik. Sein Vater, der ihm Geschichten von seiner Zeit bei der Marine erzählte, beflügelte seine Fantasie und erweckte in ihm den Wunsch, eines Tages Schriftsteller zu werden. Schon früh kam Winslow mit den Themen und Figuren in Berührung, die später eine so prominente Rolle in seinen Büchern spielen sollten. Einige Mafiagrößen des Patriarca-Syndikats lebten in seiner Nachbarschaft, und seine eigene Großmutter arbeitete Ende der 60er für den berüchtigten Mafiaboss Carlos Marcello, den mutmaßlichen Drahtzieher des Kennedy-Attentats, der den späteren Autor mehrere Male zu sich einlud. Nach seinem Schulabschluss kehrte Don Winslow in seine Geburtsstadt New York zurück. Bevor er mit dem Schreiben begann, verdiente er sein Geld unter anderem als Kinobetreiber, als Fremdenführer auf afrikanischen Safaris und chinesischen Teerouten, als Unternehmensberater und immer wieder als Privatdetektiv. Auch als Schriftsteller ist Don Winslow unermüdlich. Jeden Morgen um fünf setzt er sich an den Schreibtisch. Mittags läuft er sieben Meilen, in Gedanken immer noch bei seinen Figuren, um dann am Nachmittag weiterzuarbeiten. Dabei schreibt er mindestens an zwei Büchern gleichzeitig. Schreibblockaden kennt er nicht, im Gegenteil: Winslow sagt von sich, dass er bislang nur fünf Tage durchgehalten habe, ohne zu schreiben. Es ist eine Sucht, die bis heute ein Werk hervorgebracht hat, dessen Qualität, Vielseitigkeit und Spannung Don Winslow zu einem der ganz Großen des zeitgenössischen Krimis machen. Don Winslow wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Krimi Preis (International) 2011 für Tage der Toten . Für die New York Times zählt Don Winslow zu einem der ganz Großen amerikanischen Krimi-Autoren.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 197
    Erscheinungsdatum: 13.06.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783518740071
    Verlag: Suhrkamp
    Serie: Neal Carey Bd.5
    Originaltitel: While Drowning In The Desert
    Größe: 1340 kBytes
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Palm Desert

Prolog

Warum bin ich bloß aus dem Whirlpool gestiegen?

Ich aalte mich im dampfend heißen Wasser, als Karen mich bat, ihr eine Pepsi Light zu holen.

"Wie bitte, was?", nuschelte ich.

"Ich schwelge in postkoitalen Glücksgefühlen", sagte sie. "Und wenn ich in postkoitalen Glücksgefühlen schwelge, brauche ich eine Pepsi Light."

"Warum holst du dir dann keine?"

Sie schüttelte den Kopf.

"Wenn eine Frau in postkoitalen Glücksgefühlen schwelgt, ist es die Aufgabe des Mannes, ihr eine Pepsi Light zu holen", grinste sie. "So lautet das Gesetz."

"Ich schwelge selbst in postkoitalen Glücksgefühlen."

"Pech gehabt."

Ich sah ein, dass ich in der Auseinandersetzung sowieso den Kürzeren ziehen würde, und stemmte mich aus der Wanne. Sie bedachte mich mit lüsternen Blicken - jedenfalls wollte ich mir das einbilden.

"Außerdem bist du selbst schuld", meinte sie.

Das hatte sie sehr schön gesagt.

"Dann hast du sicher nichts dagegen, wenn ich mir auch eine hole?", fragte ich.

"Keineswegs."

Obwohl uns auf der neuen Terrasse unseres Hauses niemand sehen konnte, wickelte ich mir ein Handtuch um, bevor ich in die Küche trottete. Ich drehte mich noch einmal kurz zu Karen um, sie hatte ihren Kopf auf den Wannenrand gelegt und die Augen geschlossen. Ihr schwarzes Haar war feucht vom Dampf. Auf ihrem breiten Mund lag ein Lächeln.

Ich liebte sie wahnsinnig.

Gerade hatte ich den Kühlschrank aufgemacht und zwei kalte Dosen Pepsi Light herausgenommen, da klingelte das Telefon.

Und hörte wieder auf.

Ich blieb wie angewurzelt stehen und starrte auf den Sekundenzeiger der Küchenuhr. Nein, nein, nein, nein, dachte ich. Bitte mach, dass sich nur jemand verwählt hat. Ein obszöner Anrufer, der im letzten Moment Schiss bekommen hat. Aber lass es bloß nicht in dreißig Sekunden noch einmal klingeln.

Exakt dreißig Sekunden später klingelte es erneut.

Ich riss den Hörer von der Gabel und blaffte: "Was?"

Ich wusste, wer dran war.

"Hallo, Sohn!" Grahams vergnügt spöttische Stimme schrillte mir ins Ohr.

Dabei war es ein so schöner Abend gewesen.

"Hallo, Dad", stöhnte ich.

Mein "Dad" war eigentlich gar nicht mein Vater, jedenfalls nicht im biologischen Sinne. Wir lernten uns kennen, als ich zwölf Jahre alt war und er mich dabei erwischte, wie ich ihm die Brieftasche klauen wollte. Danach hat er mich mehr oder weniger großgezogen, mir sogar so etwas Ähnliches wie eine Berufsausbildung angedeihen lassen.

Dank Graham verfüge ich über Kenntnisse auf den Gebieten des Einbrechens, Beschattens, Dokumentendiebstahls (aus Büroräumen), Durchsuchens (von Hotelzimmern) und Aufspürens vermisster Personen sowie verlorener Gegenstände.

Kurz gesagt, er hat mich zum Privatdetektiv ausgebildet.

Weil er selbst einer ist.

"Freust du dich gar nicht, von mir zu hören?"

Ich konnte ihn mir am anderen Ende der Leitung vorstellen, wie er in seinem picobello aufgeräumten Apartment in Murray Hill saß, neben ihm sein künstlicher rechter Arm auf einem Küchentisch, der so sauber war, dass Christiaan Barnard ohne Weiteres darauf hätte operieren können. Ich sah sein kleines Koboldgesicht vor mir, sein dünnes, sandfarbenes Haar, wie immer streng nach hinten gegelt, dazu sein provozierendes, teuflisches Grinsen.

"Geht so."

Ich weiß, ich weiß. Gemein und unhöflich. Aber ein Anruf, dem ein Code vorausgeht, dient nicht der Übermittlung freudiger Botschaften. Dass er es einmal hatte klingeln lassen und dreißig Sekunden später erneut angerufen hatte, signalisierte mir, dass es sich um kein Freundschaftsgespräch, sondern um etwas Dienstliches handelte.

Und ich wollte nicht wieder zurück in den Dienst.

Graham sagte: "Jetzt hast du mich gefühlsmäßig aber ganz schön verletzt."

"Ja, schon klar."

Grahams Gefühle verletzen konnten bestenfalls die Giants,

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