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Perfidia Roman von Ellroy, James (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.02.2015
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Perfidia

'Besessenheit steht mir gut. Die Liebe zur Sprache definiert mich. Diesbezüglich fordere ich andauernd mein Geburtsrecht ein. Ich bin ein in Los Angeles geborener Amerikaner. Die Geschichte hat mich einmal mehr an meinen Schreibtisch gerufen. Mein Roman heißt 'Perfidia'. Der Titel bedeutet auf Spanisch 'Verrat' und verweist auf ein klagendes Lied der späten Dreißigerjahre. Der Roman ist 960 Seiten lang und in jeder Hinsicht groß angelegt. Die Geschichte erstreckt sich vom 6 . bis zum 29. Dezember 1941. Männer und Frauen mit großen Seelen geraten in Los Angeles im Monat von Pearl Harbor aneinander. Sie hab en große Überzeugungen, große Träume und ein tief gestörtes Pflichtbewusstsein. Sie arbeiten mit- und gegeneinander, um ein großes Verbrechen aufzuklären , und streben gro ß und ruchlos nach Liebe. 'Perfidia' ist die Quintessenz dessen, was ich über die Kunst und das Handwerk des Geschichtenerzählens, was ich über Geschichte, über Männer und Frauen weiß, und über die immer wieder drängende Frage, warum Menschen tun , was sie tun. Ich bin in die Vergangenheit hinabgestiegen und mit einem Geschenk für Sie zurückgekehrt . Das ich mit meinen allerbesten Wünschen anzunehmen bitte. James Ellroy' 6. Dezember 1941: Es ist der Vorabend des Angriffs der Japaner auf Pearl Harbor. Amerika steht kurz vor dem Kriegseintritt. In Los Angeles wird eine japanische Familie tot aufgefunden. Handelt es sich um Mord oder rituellen Selbstmord? Die Ermittlungen bringen vier Menschen zusammen: Einen brillanten Forensiker, japanisch-amerikanischer Abstammung, eine junge Frau, von einer unbändigen Abenteuerlust getrieben, einen Polizisten, den es wirklich gab: William H. 'Whiskey Bill' Parker, später Chef des LAPD, und einen, der ein Produkt von Ellroys unnachahmlicher Phantasie ist: Dudley Smith, die perfide Verkörperung des Bösen. Seit vielen Jahren gilt James Ellroy als eine der wichtigsten Stimmen seines Landes, und entsprechend ist Perfidia in Amerika ein literarisches Ereignis. Ellroy knüpft mit diesem Roman an seine größten Erfolge an, L.A. Confidential und Schwarze Dahlie. vorgelegt. James Ellroy, Jahrgang 1948, begann seine Schriftstellerkarriere 1979 mit Browns Grabgesang . Mit Die Schwarze Dahlie gelang ihm der internationale Durchbruch. Unter anderem wurde Ellroy fünfmal mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet, zahlreiche Bücher wurden verfilmt, darunter L.A. Confidential .

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 960
    Erscheinungsdatum: 27.02.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843710695
    Verlag: Ullstein
    Größe: 2829 kBytes
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Perfidia

9 .

LOS ANGELES / SONNTAG, 7 . DEZEMBER 1941
01:31 Uhr

"Bestimmt der Abschiedsbrief", sagte Dudley Smith.

"Ja, sehr wahrscheinlich", sagte Ashida.

"Sind Sie Nisei, Dr. Ashida?"

"Ja, Sergeant."

"Verfügen Sie mit Ihrem kulturellen Hintergrund über Erkenntnisse, die mir fürs Erste weiterhelfen könnten?"

Die Lage der Leichen stimmte nicht. Das Haus war zu gut aufgeräumt. Vor einem Seppuku kam es oft zu häuslichem Chaos. Die Unordnung sollte größer sein.

"Der Abschiedsbrief wirkt eher wie eine Rechtfertigung, statt Entehrung oder Schande einzugestehen. Die Abschiedsbriefe bei japanischen Massenselbstmorden sind meist konkreter und betonen die Vorstellung der wiedergewonnenen Ehre."

Dudley Smith lächelte. Er war groß und gut in Schuss. Er hatte kleine braune Augen. Der sanfte irische Akzent wickelte die Tatverdächtigen ein. Mit der Gaskammer als Folge.

"Ich weiß Ihre Hinweise zu schätzen. Ich möchte hierbleiben und darüber nachdenken, während Sie unten assistieren."

Ashida verbeugte sich und ging zur Treppe. Er analysierte den Gestank: Eingeweideflüssigkeiten in Verbindung mit abgestandener Luft. Er ging nach unten ins Esszimmer. Blanchard und Brown hielten sich vom Teppich fern. Sie rümpften die Nase und hatten Zigaretten angezündet.

Ray Pinker machte Leichenfotos. Nort Layman studierte die Leichen. Er trug kniehohe Gummistiefel. Er war auf flüssige Verwesung vorbereitet gewesen.

"Ich mag das Mädchen", sagte Blanchard. "Wenn die leben und atmen würde, würde ich ihr was stecken."

"Das hier kann dauern", sagte Brown. "Könnte uns Ace Kwan vielleicht was zum Knabbern rüberschicken?"

"Hop Sing und die Vier Familien gehen mal wieder aufeinander los. Ace ist ausgelastet."

"Dudley hat bei Ace was gut", sagte Brown. "Er kann uns was zum Futtern besorgen."

"Lasst Ace ja nicht wissen, dass es hier um tote Japsen geht", sagte Blanchard. "Japsen und Chinks sind sich seit Urzeiten spinnefeind."

Zwei Männer von der Pathologie brachten Blutbehälter. Layman schrieb Zeit und Datum auf Klebeetiketten. Die Pathologie-Mitarbeiter trugen Gummihandschuhe und Metalllöffel. Layman wies auf die Leichen.

"Macht einen Weg um sie herum frei. Klebt die Behälter mit Klebeband zu. Das Blut soll tiefgekühlt werden, damit ich einen Blick auf die Zellen werfen kann."

Die Pathologie-Mitarbeiter machten sich an die Arbeit. Sie löffelten Blutklumpen auf und schoben sie einzeln in die Behälter. Layman warf ihnen vier weitere Behälter zu. Das Blut war jetzt vollständig geronnen und ließ sich halb angetrocknet ablösen.

Ein Mann säuberte einen Pfad zu Ryoshi Watanabe. Ein weiterer Mann einen zu Johnny. Sie füllten sechs Blutbehälter und hoben sie vom Teppich.

"Ach du Scheiße", sagte Blanchard.

Layman ging zu den Leichen rüber. Er nahm die Schwerter hoch. Er legte sie auf den Teppich. Er drehte die Leichen auf den Bauch und streifte ihnen Hosen, Rock und Unterwäsche ab. Pinker warf ihm vier Thermometer zu, die von einem Gummiband zusammengehalten wurden. Layman steckte sie den Leichen in den Anus und zählte auf seiner Armbanduhr die Sekunden.

Ashida zählte auf seiner Armbanduhr die Sekunden mit. Layman holte die Thermometer raus und überprüfte die Werte. Er bedeutete den Pathologie-Mitarbeitern Geht jetzt . Sie verschwanden zu ihrem Leichenwagen.

Layman hustete. "Ich denke, dass sie seit zehn Stunden tot sind. Sie wurden ausgeweidet, wobei das Blut den Nahrungsbrei im Darm auf den Teppich gewaschen haben dürfte. Falls ich Genaueres über ihren Verdauungsprozess ermittle, kann ich den Todeszeitpunkt exakter bestimmen."

Die Pathologie-Mitarbeiter rollten vier eiserne Tragbahren herein. Mit blutverschmierten Seiten. Pinker stand über den Leichen und machte Rückenaufnahmen.

"Ein Suizi

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