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Prinzenjagd Lila Zieglers siebter Fall von Flebbe, Lucie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.08.2015
  • Verlag: Grafit Verlag
eBook (ePUB)
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Prinzenjagd

Ein Auftrag mit Beigeschmack: Lena Staschek bittet Lila Ziegler herauszufinden, ob ihr Vater fremdgeht. Der Bochumer Kommissar glänzt häufiger als sonst zu Hause durch Abwesenheit. Auch wenn es der jungen Detektivin missfällt, einem Freund hinterherzuschnüffeln, gibt Lila dem Drängen nach. Und stellt fest: Lennart Staschek hat derzeit eine harte Nuss zu knacken. Auf dem Parkplatz eines Hotels wurde die Leiche eines Starkochs gefunden - grausam hingerichtet und verstümmelt. Als ein zweiter attraktiver und erfolgreicher Mann auf ähnliche Art und Weise in einem Hotelzimmer zu Tode kommt, befürchtet nicht nur die Bochumer Kripo den Beginn einer Serie, die sich gegen vermeintliche ?Traumprinzen? richtet. Hans Flegenfeld, der Hotelmanager, wendet sich an Ben Danner und Lila Ziegler. Die beiden Detektive sollen helfen, das Allee-Hotel, das bisher nicht nur wegen seiner vier Sterne, sondern auch wegen seines sozialen Engagements einen ausgezeichneten Ruf genossen hat, aus den geschäftsschädigenden Schlagzeilen zu bekommen. Damit hat Lila offiziell einen Grund, Staschek auf den Fersen zu bleiben. Allerdings kommt sie so auch dem Mörder sehr nah ...

Lucie Flebbe, geb. 1977 in Hameln, lebt mit Mann und Kindern in Bad Pyrmont. Mit ihrem Krimidebüt Der 13. Brief (noch unter dem Namen Lucie Klassen) mischte sie 2008 die deutsche Krimiszene auf. Folgerichtig wurde sie mit dem ?Friedrich-Glauser-Preis? als beste Newcomerin in der Sparte ?Romandebüt? ausgezeichnet. Mit jedem weiteren Roman sicherte sie sich eine Topplatzierung unter Deutschlands besten KrimiautorInnen und eine immer größer werdende Fangemeinde.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 11.08.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783894251871
    Verlag: Grafit Verlag
    Serie: Lila Ziegler Bd.7
    Größe: 2093 kBytes
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Prinzenjagd

Sonntag, 22. Juni, 5:00 Uhr



Das Bild hat sich eingebrannt. Mit dem Piepen des Weckers ist es wieder da.

Wie das Blut die Ritzen zwischen den Pflastersteinen füllt. Wie sich der Schwall im Herzrhythmus verstärkt. Es versickert nicht schnell genug, breitet sich aus, bildet dunkelrot schimmernde Kanäle zwischen den Steinen.

Die digitale Zeitanzeige blinkt bläulich.

Es muss eine Schlagader getroffen gewesen sein, das Blut lief wie aus einem Gartenschlauch. Und der Herzschlag wurde schnell schwächer. Nach knapp fünf Minuten war das Pulsieren nicht mehr zu sehen.

Das neue Messer liegt neben dem Wecker. 5:00 Uhr - die Ziffern spiegeln sich in der Klinge. Keine Zeit zum Ausschlafen, obwohl heute ein freier Tag ist. Aber es ist noch viel zu tun.

Das Messer ist jedenfalls ein Profiteil, nicht so ein Gemüseschäler. Mühelos gleitet die Schneide durch Haut und Fleisch, trennt mit einem leisen Ritschen die Sehnen heraus.

Das wird alles leichter machen.

1.

"Tickst du nicht richtig? Oder bist du bekifft?"

Lena legte warnend einen Finger an die Lippen.

"Sonst würdest du das ja wohl nicht ernsthaft von mir verlangen!", fauchte ich trotzdem weiter.

"Du bist meine beste Freundin, Lila!" Lenas elegant geschwungene Brauen rückten über ihren Bambi-Augen zusammen. Sie funkelte mich so vorwurfsvoll an, wie es mit den überdimensionalen Sehorganen eines zu Angstattacken neigenden Kuscheltiers möglich war. "Wen soll ich denn sonst fragen?"

Grrr.

Abschätzend musterte ich sie. Mittlerweile war Lena siebzehn Jahre alt und einen ganzen Kopf größer als ich. Ihre dünnen Beine wirkten zu lang für den schmuddeligen Plastikgartenstuhl, der auf einer Eichenwurzel kippelte. Der letzte Wachstumsschub hatte alle Babyspeckreste weggezaubert. Ihre Wangenknochen zeichneten zwei schräg stehende Kanten in ihr schmales Gesicht. Das dicke, kastanienfarbene Haar trug sie neuerdings auf Schulterlänge durchgestuft und die Röhrenjeans brachte ihre Magermodelfigur zur Geltung.

"Zufällig ist dein Daddy ebenfalls mein Kumpel", erinnerte ich.

Wir saßen draußen in der Abendsonne, an einem der drei schmutzigen Tische, die Molle unter eine einzelne Eiche direkt an die Straße gestellt hatte. Der dicke Kneipenwirt traute sich tatsächlich, den Sperrmüll als 'Biergarten' zu bezeichnen.

Weder Molle noch mein Wider-Erwarten-noch-immer-Lover Ben Danner war außer Hörweite. Deshalb senkte ich die Lautstärke meiner Stimme nun doch: "Ich werde Lenny nicht für dich ausspionieren."

"Papa ist nicht dein Freund, sondern der deines Mackers", erinnerte mich Bambi boshaft. " Ich bin aber wirklich deine Freundin. Beste. Freundin. BFF - best friends forever. Pippi und Annika, Hanni und Nanni, Thelma und Louise. Oder etwa nicht?"

Thelma und Louise. Autsch.

Das traf mich unterhalb der Gürtellinie. Lena Staschek war nicht nur meine beste, sondern nach zwanzig Jahren als seltsame Außenseiterin auch meine allererste Freundin. Dank ihr, Karo und Franzi hatte ich plötzlich sogar eine Clique. Ich konnte mit ihnen Prosecco trinken, über Sex quatschen und mich wie ein ganz normaler Teenager aufführen. Und die drei nahmen mir nicht mal übel, dass ich meistens nicht wusste, wie das ging.

Ich konnte Lena nichts abschlagen. Schon gar nicht, wenn sie mit Thelma und Louise anfing.

Und vermutlich wusste Bambi das genau, das Kuscheltierchen war nämlich keineswegs dämlich.

"Dass ausgerechnet du ein schlechtes Gewissen wegen ein bisschen Schnüffelei bekommst, kauft dir nicht mal Molle ab", versetzte Lena bockig, weil ich noch immer zögerte. Damit traf sie gleich meinen nächs

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