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Promijagd Kriminalroman von Bosetzky, Horst (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.07.2010
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)
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Promijagd

Berlin-Schöneberg. Bernhard Jöllenbeck, 39 Jahre, Politiker der NeoLPD, wird am U-Bahnhof Bayerischer Platz von einem Zug überrollt. Die Umstände sind unklar. Sicher ist nur: Ein Mann ist geflüchtet. Kurze Zeit später wird der bekannte Promipsychiater Dr. Hagen Narsdorf erpresst. Der tote Politiker war einer seiner Patienten gewesen. Narsdorf bittet Ex-Kommissar Hans-Jürgen Mannhardt um Hilfe. Schnell wird dem erfahrenen Ermittler klar, dass ein skrupelloser Soziopath Jagd auf Berlins Prominente macht ... Horst Bosetzky, geboren 1938, lebt in Berlin. Er ist emeritierter Professor für Soziologie und veröffentlichte neben wissenschaftlichen Beiträgen, Romanen, Drehbüchern und Hörspielen seit 1971 unter dem Pseudonym -ky zahlreiche, zum Teil verfilmte Kriminalromane. Für seine schriftstellerische Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet: 1980 Preis für den besten deutschsprachigen Kriminalroman, 1988 Prix Mystère de la Critique für den besten ausländischen Kriminalroman in französischer Sprache, 1991 Kultur-Bär der BZ, 1992 Ehren-Glauser des 'Syndikats' für das Gesamtwerk und die Verdienste um den deutschsprachigen Kriminalroman, 1995 Berliner Krimi-Fuchs, 2005 Bundesverdienstkreuz. -ky hat zu verschiedenen Gmeiner-Anthologien Kurzgeschichten beigetragen. Mit 'Promijagd' erscheint sein zweiter Kriminalroman um den Berliner Ex-Kommissar Hans-Jürgen Mannhardt im Gmeiner-Verlag.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 276
    Erscheinungsdatum: 12.07.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839235324
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Serie: Gmeiner Original Bd.2
    Größe: 1093 kBytes
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Promijagd

23 (S. 205-206)

Um dem Fußballwahn zu entfliehen, hatte Werner Schwenz eigentlich ins Konzert gehen wollen, doch auf dem Weg in den Kammermusiksaal war sein Husten so stark geworden, dass er es nicht gewagt hatte. Es war eine Horrorvorstellung für ihn, laut losbellen zu müssen, wenn die Sängerin gerade zu einem der schönsten Schumann-Lieder ansetzte. Dann lieber die Karte verfallen lassen. Sich in den Vorraum zu stellen und anderen zuzuflüstern, ob jemand eine Karte bräuchte, widerstrebte ihm. Seit er sich von Bernhard Jöllenbeck getrennt hatte, ging er nur noch allein in die Philharmonie, ins Kino oder ins Theater.

Werner Schwenz war nach einem heftigen Hustenanfall an der Kreuzung Potsdamer, Haupt-, Langenscheidtstraße und Willmanndamm aus dem Bus gestiegen und überquerte nun die Straße, um wieder nach Hause zu fahren. Er litt unter leichter Nachtblindheit und steuerte deswegen abends nur ungern ein Auto. Außerdem hasste er die lange Suche nach einem Parkplatz.

Er wohnte in der Clausewitzstraße und damit ganz in der Nähe des U-Bahnhofs Adenauerplatz. Jahrelang war er mit der U-Bahn bis Kleistpark gefahren und dort umgestiegen in den Bus zur Philharmonie, aber heute war er zum S-Bahnhof Charlottenburg gelaufen und von dort zum Innsbrucker Platz gefahren, um auf den Bus der Linie M48 zu warten. Am Kleistpark hatte ihn erneut der Husten gepackt und er war ausgestiegen.

Der Grund, die U-Bahn zu meiden, war ein ganz einfacher: Er hätte den Bahnhof Bayerischer Platz passieren müssen – und dazu hatte ihm die Kraft gefehlt. Nur nicht die Stelle sehen, an der Bernhard Jöllenbeck von den Rädern eines einfahrenden Zuges getötet worden war. Schwenz war immer noch der Ansicht, dass Jöllenbeck von Ritchie auf die Gleise gestoßen worden war. Ritchie erschien allen immer so sanftmütig, dabei konnte er ungemein aggressiv werden, wenn er nicht schnell genug an Drogen herankam. Jöllenbeck hatte sich geweigert, ihm Geld zu geben, da war er ausgerastet.

Schwenz verfluchte die Kripo, dass die nicht in der Lage war, Ritchie zu überführen. Schaffte sie es nicht, musste er die Sache in die Hand nehmen. Irgendwie. Und Jöllenbeck rächen. Der Bus kam nicht, und plötzlich fühlte sich Werner Schwenz getrieben, seine Schwäche zu überwinden und einen Blumenstrauß dort auf den Bahnsteig zu legen, wo Jöllenbeck den Tod gefunden hatte. Dazu eine brennende Kerze. Überall machte man das, wenn Freunde den Tod gefunden hatten. Es war eine ausgefallene Idee, und wahrscheinlich hätte er sie nicht gehabt, wenn sein Fieber nicht gestiegen wäre.

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