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Pseudonym - das Shakespeare-Komplott Ein Fall f r Clayton Percival von Klausner, Uwe (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.03.2016
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (PDF)
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Pseudonym - das Shakespeare-Komplott

London anno 1599. William Shakespeare ist am H"hepunkt seines Erfolges angelangt. ¯Ein Sommernachtstraum®, ¯Richard III.® und ¯Julius C"sar® sind in aller Munde. Dann wird Shakespeares ehemaliger Weggef"hrte James Norton, Ex-Mitglied von Londons bekanntester Theatertruppe, des Mordes angeklagt. Clayton Percival, Jurist aus sberzeugung, bernimmt die Verteidigung. Doch James Norton schweigt. Schnell wird dem Anwalt klar, dass dieser Fall von "uáerster Brisanz ist und m"glicherweise bis in Shakespeares Umfeld reicht. Nichts ist, wie es zu sein scheint.

Uwe Klausner, Jahrgang 1956, ist in Heidelberg geboren und aufgewachsen. Sein Studium der Geschichte und Anglistik absolvierte er in Mannheim und Heidelberg. Heute lebt er mit seiner Familie in Bad Mergentheim. Neben seiner T"tigkeit als Autor hat er bereits mehrere Theaterst cke verfasst.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 307
    Erscheinungsdatum: 02.03.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839248911
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 3653 kBytes
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Pseudonym - das Shakespeare-Komplott

PROLOG

Wie hab ich hold und hell dich mir gedacht,

und du bist heiß wie Hölle, schwarz wie Nacht!

For I have sworn thee fair and thought thee bright,

Who art as black as hell, as dark as night.

Sonnet 147
I - POST MORTEM

Stratford-upon-Avon, 23. April 1616

William ist tot.

Du hast richtig gelesen, Schwester. Es ist zu Ende. Mein treusorgender Gemahl wurde zu Gott berufen. Der Medicus hat getan, was er konnte, doch es war umsonst. Der Tod, Schrecken aller Sünder, war stärker. Nun, da mein Gatte die irdische Welt hinter sich gelassen hat, gilt es, Rechenschaft abzulegen, und ich vertraue darauf, dass Gott ein gerechtes Urteil fällen wird.

Die Seelen der Aufrichtigen sind in des Allmächtigen Hand, und keine Qual kann sie berühren. So steht es in der Heiligen Schrift. Die Seelen der Unaufrichtigen indes irren schutzlos umher, und wenn die Zeit reif ist, werden sie für ihre Sünden büßen.

Es heißt, man solle die Toten ruhen lassen. Sei unbesorgt, das werde ich auch tun, sosehr es mich drängt, meinem Kummer Luft zu machen. Gleiches mit Gleichem zu vergelten, liegt jedoch nicht in meiner Natur, solange ich lebe, wird kein Wort der Klage über meine Lippen kommen. Das Dasein verläuft nicht immer so, wie wir Erdenbürger uns das wünschen, und je mehr wir damit hadern, desto dornenreicher der Pfad, auf dem wir unserem Ziel entgegenstreben.

Du weißt, wie schwer es mir fällt, über meine Gefühle zu sprechen. Und ich weiß, dass es niemanden gibt, der mich besser versteht als Du. Darum schreibe ich Dir diesen Brief, und darum ersuche ich Dich, ihn nach erfolgter Lektüre zu vernichten. Was darin geschrieben steht, liebe Schwester, ist ausschließlich für Dich bestimmt. Für Dich und niemanden sonst auf der Welt. Du allein warst immer da, wenn ich Dich gebraucht habe, die Treueste der Treuen, ohne die das Leben unerträglich gewesen wäre.

Ich wünschte, ich könnte dies auch über William sagen. Leider ist dem nicht so, auch wenn es den Anschein hatte, als seien wir füreinander geschaffen. Selbst jetzt, nach über 30 Ehejahren, kann ich mich noch genau erinnern, wie es war, als er mir den Hof machte. Dass ich mich blenden ließ, als er um mich warb, wurde mir auf schmerzhafte Weise bewusst. An der Tatsache, dass ich ein Kind unterm Herzen trug, führte indes kein Weg vorbei. Auch daran nicht, dass ich acht Jahre älter als der mit honigsüßer Zunge sprechende Verehrer war.

Allein, ich hatte mich in ihm getäuscht. Und musste für meine Torheit büßen. Tag für Tag, Jahr für Jahr, mein Lebtag lang. Wie sehr, weißt nur Du allein, und wenn es nach mir geht, möge es so bleiben.

Du weißt ja, William war nie da, wenn ich seiner Hilfe bedurfte. Und wenn er da war, kümmerte es ihn nicht, welche Sorgen auf mir lasteten. Andauernd war er mit den Gedanken woanders, und es gab Tage, an denen er mich wie Luft behandelte.

Aber was blieb mir anderes übrig. Als ältestes Kind eines Freisassen, der ein halbes Dutzend hungrige Mäuler zu stopfen hatte, wäre mein Weg vorgezeichnet gewesen, ob mit oder ohne Kind der Schande. Dank der Hilfe von Vater Cuthbert, weiland Pfarrer in unserem Heimatort, hatten Du und ich zwar Lesen und Schreiben gelernt, ein Privileg, das nur den wenigsten zuteilwurde. Aber das war nur ein schwacher Trost für mich. Auch deshalb hoffte ich, mein Ungeborenes und ich würden es im Elternhaus meines Gatten besser haben. Immerhin war sein Vater Handschuhmacher und hatte es aufgrund seiner Tüchtigkeit bis zum Magistrat gebracht. Und das, obwohl er weder des Lesens noch des Schreibens mächtig war und sämtliche Dokumente mit einem Kreuz unterzeichnete. Besser ein Leben an der Seite von William, so schien es, als Mutter eines Kindes, die von ihrem Liebhaber im Stich gelassen worden war.

Weit gefehlt. Zum einen waren da nämlich Williams Geschwister, zwei

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