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Puppenruhe von Bauhaus, Ben (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.07.2016
  • Verlag: LYX
eBook (ePUB)
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Puppenruhe

Johnny Thiebeck wird als verdeckter Ermittler in die Drogenszene eingeschleust. Als eine Reihe von bizarren Morden verübt wird und es so aussieht, als würde das Ganze in einem Bandenkrieg zwischen verfeindeten Drogenbossen eskalieren, findet Thiebeck Hinweise darauf, dass die Drahtzieher möglicherweise an ganz anderer Stelle sitzen ... Ben Bauhaus wurde 1973 in Berlin geboren und ist in Niedersachsen aufgewachsen. Nach einem Studium der Amerikanistik an der FU Berlin arbeitet Bauhaus derzeit als Game-Designer. Er hat drei Kinder und wohnt mit seiner Familie in Berlin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 14.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783736301757
    Verlag: LYX
    Größe: 1177 kBytes
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Puppenruhe

2

Eine knappe Stunde später stand ich im Gym und zog mich um. An diesen Ort kam ich immer, um mich abzureagieren. Und der Besuch von Jana und Tassin hatte mich aufgeregt. Mich ärgerte, dass ich mich immer noch in einer kompletten Sackgasse befand und es nicht schaffte, diese verdammte Bullensache hinter mir zu lassen. Ich war einfach kein Kommissar mehr!

Ich bandagierte mir die Fäuste, um mit Schmolli eine Runde in den Ring zu steigen. Schmolli war die rechte Hand vom Coach, fast genauso groß wie ich, und ihm machte es nichts aus, sich von mir durch den Ring prügeln zu lassen.

Draußen erwartete er mich bereits, mit Kopfschutz und Polstern an den Fäusten ausgerüstet.

Er sprach undeutlich mit seinem Mundschutz. "Alles klar?"

Ich nickte, zog mich hoch, um über die Seile zu steigen, und ging ihn an. Die Mitts oder Bratzen, die er an den Händen trug, waren dick gepolsterte Schützer, auf die ich ungehemmt eindreschen konnte, ohne Angst zu haben, ihn zu verletzen. Anstrengend war es für ihn trotzdem, immerhin musste er sein nicht unbeträchtliches Körpergewicht permanent dagegenstemmen, um durch die Wucht meiner Schläge nicht von den Füßen geholt zu werden.

Innerhalb kürzester Zeit lief mir der Schweiß über Gesicht, Hals und Brust, aber ich verlangsamte mein Tempo nicht.

Durch die Verletzungen, die ich mir beim Kampf gegen Pieter Gorlaff zugezogen hatte, war ich mehrere Monate im Training zurückgeworfen worden, und der Coach hatte einen Kampf von mir gegen einen Litauer absagen müssen. Erstaunt hatte mich vor allem, wie lange ich psychisch gebraucht hatte, um meinem Körper wieder zu vertrauen und keine Angst mehr vor weiteren Verletzungen zu haben. Jetzt war ich so weit, und der Kampf gegen Tauras Bussas, genannt Buzzsaw , war bereits in ein paar Wochen angesetzt.

"Hey, wir haben Besuch", rief jemand von der Ringseite. "Ladybesuch!", bekräftigte jemand anderes.

Schmolli und ich unterbrachen das Training, um zum Eingang zu sehen. Als ich Tassin erkannte, verzog ich das Gesicht.

"Was soll das?", fauchte ich, während ich an die Seile trat und mich mit den Handschuhen dort abstützte. Offensichtlich hatte die Kleine beschlossen, mir zu folgen und mich weiter zu bearbeiten, damit ich den Job annahm.

Tassin ignorierte mich, hob eine kleine schwarze Sporttasche, die sie in der Rechten hielt, und fragte in die Runde: "Ich will ein Probetraining machen. Kann ich mich irgendwo umziehen?"

Die Jungs brachten ihre Zustimmung lautstark zum Ausdruck.

"Vergiss es", rief ich.

Kizzo, Marty und Hannes, die uns beim Sparring zugesehen hatten, begriffen, dass ich diese Lady auf keinen Fall im Gym haben wollte. Und taten deswegen alles dafür, damit genau das passierte. Kizzo und Hannes zeigten ihr die Umkleide, während Marty sich mir in den Weg stellte, falls ich Tassin daran hindern wollte, sich umzuziehen. Er feixte mich vergnügt von unten an.

"Das ist doch Kinderkacke", brummte ich und wandte mich wieder Schmolli zu, gab ihm mit einem Nicken zu verstehen, sich bereit zu machen, und drosch weiter auf die Mitts ein.

Irgendwann bemerkte ich mit einem Seitenblick, dass Kizzo sich wie ein zweitklassiger Türsteher mit verschränkten Armen vor dem Durchgang zur Umkleide aufgebaut hatte. Es gab bei uns nur eine Kabine, weil wir im Club keine weiblichen Mitglieder hatten, und offenbar machten sich die Jungs Sorgen um Tassins Tugend.

"Augen geradeaus", befahl Schmolli, und ich ließ meine Wut an den Polstern aus.

Als ich mich gerade aufrichtete und mir mit den Bandagen den brennenden Schweiß aus den Augen wischte, sah ich, wie Tassin hoch in den Ring hüpfte.

"Darf ich auch mal eine Runde?", fragte sie an Schmolli gewandt. Sie trug knöchelhohe Boxstiefel, eine Hose, die ähnlich wie an den meisten Boxern grotesk groß an ihr aussah, Handschuhe und einen Kopfschutz. Sie machte eine

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