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Purpurland von Eckert, Horst (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.05.2014
  • Verlag: Grafit Verlag
eBook (ePUB)
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Purpurland

Ein Mord in Düsseldorf und ein aussichtsloser Krieg in einem fernen Land - wie hängt beides zusammen? Tim Sander ist Soldat des Kommandos Spezialkräfte in Afghanistan und stößt auf eine als Hilfsgüter getarnte Waffenlieferung. Felix Mays Job sind Geiselbefreiungen, doch ein verkorkster Einsatz lässt ihn an seiner Belastbarkeit zweifeln. Ela Bach hat einen schlechten Stand als Leiterin der Mordkommission und eine Affäre mit dem Vorgesetzten vereinfacht die Situation nicht gerade. Ein Mordfall macht den Soldaten zum Verdächtigen - und die beiden Polizisten zu Gegnern in einer Jagd voller Überraschungen.

Horst Eckert, 1959 in Weiden/Oberpfalz geboren, lebt als hauptberuflicher Autor in Düsseldorf. Wie kaum ein Zweiter versteht er es, Spannung mit Tiefgang zu erzeugen, indem er Seelen in all ihren Schattierungen auslotet, und erweist sich als schonungsloser Chronist unserer Zeit. Davon zeugen zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt wurde ?Schwarzer Schwan? als bester deutschsprachiger Kriminalroman mit dem ?Krimi-Blitz? geehrt. Auch mit seinen - zum Teil ebenfalls preisgekrönten - Kurzgeschichten beweist Eckert immer wieder, dass er auch die ?Kleinkunst? des Krimischreibens perfekt beherrscht. Eckerts Romane sind ins Tschechische, Französische und Niederländische übersetzt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 283
    Erscheinungsdatum: 22.05.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783894251727
    Verlag: Grafit Verlag
    Größe: 339kBytes
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Purpurland

6.

Über Funk vernahm Felix May die Stimme des Kommandoführers. Die Anweisungen klangen fahrig und nervös. Mit einem Mal fühlte sich May unbehaglich unter Overall und Schutzweste – er konnte nur hoffen, dass der Einsatz gut geplant war.

Die Fußgängerzone vor dem Jeansladen inmitten der Düsseldorfer Altstadt war geräumt. Vor einer Minute hatte der durchgeknallte Täter den Telefonkontakt abgebrochen. Über die Zahl seiner Geiseln gab es unterschiedliche Angaben. Keiner wusste, was im Geschäft vor sich ging. May rekapitulierte die Beschreibung des Kerls, den er und seine Kollegen zum Päckchen schnüren sollten: jung, mittelgroß, hinkender Gang – wahrscheinlich ein Junkie auf Droge oder Entzug.

Endlich der Befehl. May stieß die Hintertür auf und schleuderte die Blendgranate, einen Two-Bang. Unmittelbar nach der zweiten Detonation stürmte er den Laden, gefolgt von Ralf und Kotti, dem Neuen im Team. Heavy Metal röhrte aus Lautsprechern. Der Rauch der Granate behinderte die Sicht. Durch die Schwaden nahm May eine Gestalt wahr, die auf ihn zielte – sein Spiegelbild an der gegenüberliegenden Wand. Schaufenster splitterten und drei weitere Vermummte drangen von der Straßenseite her in die Bude.

May riss die Vorhänge der Umkleidekabinen zur Seite. Von Postern blickten ihm junge Modeltypen entgegen, die gelangweilte Mienen zur Schau stellten.

Die Klimaanlage saugte den Qualm unter die Decke. Zwischen Kleiderständern und Regalen spiegelten sich die Männer des Spezialeinsatzkommandos, grau wie der Asphalt, ratlos ihre Maschinenpistolen schwenkend. May rempelte gegen eine Freiheitsstatue aus Plastik. Über ihrer Brust ein Spruchband: for successful living.

Kein Mensch im Laden außer den Kollegen. Weder der besagte Junkie noch die Geiseln, die er angeblich in seiner Gewalt hatte.

Hinter der Kasse entdeckte May einen Ausgang. Er setzte über den Tresen und trat die Tür auf. Ein Kabuff ohne Tageslicht: abgewetzte Couch, ein Schrank voller Leitzordner. Eine Funzel an der Decke warf ihren Schein auf einen Wandkalender mit niedlichen Katzenfotos. Zigarettenqualm hing in der Luft, in einer Kaffeemaschine brannte schwarze Brühe auf dem Kannenboden fest – ein Ambiente wie im Aufenthaltsraum der SEK-Dienststelle draußen am Kieshecker Weg.

Von dem Verschlag war in der Einweisung nicht die Rede gewesen.

Dann erkannte May in der Tapete die Fugen einer weiteren Tür. Licht drang durch die Ritzen. Am Türgriff ein Schild: besetzt.

May riss die MP hoch und trat auf die Stelle unterhalb der Klinke. Holz krachte gegen eine Kloschüssel. Der helle Tag blitzte May entgegen. Das Fenster über dem Klo des Toilettenverschlags stand sperrangelweit offen.

Aus dem Helmlautsprecher krächzte die Stimme von Adomeit, dem Kommandoführer: "Was ist los? Habt ihr ihn?"

Die Luke führte auf einen Innenhof. Auch darauf war das Kommando nicht vorbereitet worden, niemand hatte diesen Fluchtweg abgesperrt. Adomeit hatte es mal wieder nicht gepeilt.

May zwängte sich durch die Öffnung und sprang hinaus auf das Pflaster. Er vernahm ein schlurfendes Geräusch – hinter einem Müllcontainer duckte sich eine junge Frau tiefer in den Schatten. Ihr rotes Sweatshirt mit dem Firmenlogo wies sie als Angestellte der Ladenkette aus. Sie glotzte May an, Blut rann aus Schnittwunden an Kinn und Wange.

Er machte eine Geste, die beruhigend wirken sollte. Die Sanis würden sich um das Mädel kümmern. Immerhin war einer Geisel die Flucht gelungen.

Kotti kam ebenfalls in den Hof geklettert. May fühlte sich verantwortlich für den Kollegen, die Behörde hatte Klaus Kottmann erst zum Jahre

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