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Rache, Engel! (eBook) von Nacke, Petra (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.11.2014
  • Verlag: ars vivendi
eBook (ePUB)
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Rache, Engel! (eBook)

Ein früher, kalter Morgen unter einer Eisenbahnbrücke in Nürnberg-Gostenhof. Eine Handvoll Menschen, deren Wege sich zufällig kreuzen. Und eine Leiche, die plötzlich keine mehr ist: Paula und Gregor werden Zeugen eines Mordes, doch weil sich ihre Geschichte für die Polizei zu unglaubwürdig anhört, sehen sie sich gezwungen, den Fall selbst aufzuklären und auf unorthodoxe Weise zu ermitteln. Ein Verbrechen ist geschehen, da sind die beiden sich sicher, aber wo ist die Leiche geblieben? Wer ist der Mörder? Wird er noch einmal zuschlagen? Bald nehmen die Hobbydetektive die Fährte verdächtiger Gestalten auf und verstricken sich dabei selbst in ein Gespinst von Tragik und Verbrechen. Als die Polizei endlich eigene Ermittlungen aufnimmt, geraten Gregor und Paula in die Schusslinie, denn sie haben bereits kräftig dazu beigetragen, dass der Fall noch rätselhafter geworden ist. Ein hochintelligenter Kriminalroman, fesselnd, bewegend und voller Überraschungen, sprachlich bestrickend schön. Skurrile und sympathische Figuren bevölkern die kleine Welt dieses Buchs und schlagen den Leser in ihren Bann. Petra Nacke wuchs in Norddeutschland auf. Später zog sie nach Nürnberg und studierte Theaterwissenschaften und Literaturgeschichte in Erlangen. In München absolvierte sie am Performing Arts Center eine Ausbildung in Schauspiel, Gesang und Tanz. Heute lebt sie wieder in Nürnberg - als freie Autorin, Moderatorin, Rezitatorin und Sängerin. Seit 1997 ist sie feste freie Mitarbeiterin des Bayerischen Rundfunks. 2002 erhielt sie mit dem Ensemble 'Feinton' den 'Kulturförderpreis der Stadt Nürnberg'. Elmar Tannert wurde 1964 in München geboren. Nach einer kaufmännischen Ausbildung studierte er Musikwissenschaft und Romanistik. Von 1991 bis 2003 war er in verschiedenen Berufen tätig. Ab 1994 erfolgten erste Veröffentlichungen seiner Kurzgeschichten in diversen Zeitungen. Seit 2003 ist er freier Schriftsteller und arbeitet u.a. für den Bayerischen Rundfunk und bei der Abendzeitung Nürnberg. Für seine literarischen Arbeiten erhielt er 1999 den 'Kulturförderpreis der Stadt Nürnberg' sowie des 'Freistaates Bayern', 2001 den 'Kulturförderpreis des Bezirks Mittelfranken'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 264
    Erscheinungsdatum: 17.11.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783869133317
    Verlag: ars vivendi
    Größe: 783 kBytes
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Rache, Engel! (eBook)

Fremd bin ich eingezogen

Zufall und Perspektive hängen eng zusammen, nur erkennt man das selten, und wenn, hört man auf, an Zufälle zu glauben, und nennt es gleich Fügung oder Schicksal, zumindest wenn man ein Mensch ist. Aber der Mensch kommt ja nur äußerst selten mal aus seiner Perspektive heraus, kommt so gut wie nie auf den Gedanken, dass es unvermeidlich ist, in diese oder jene Situation zu geraten, und hält dann alles für einen riesigen Zufall.

Hätte dieser Mensch auf einem Brückengeländer oder noch höher gehockt und von dort oben mit den scharfen Augen einer Krähe in die Weite geblickt, hätte er voraussehen können, dass sich Wege überschneiden müssen, weil sie gar nicht anders können, und es den Wegen dabei auch völlig egal ist, wer sich gerade auf ihnen befindet. Die Wege schneiden, kreuzen und verheddern sich eben, egal wer oder was dabei auf der Strecke bleibt.

Die Kaninchen in Gostenhof zwischen Bahndamm und Stadtautobahn zum Beispiel, die hatte vor ein paar Wochen auch niemand gefragt, bevor die Maschinen und der Lärm kamen, um eine neue S-Bahn-Strecke zu bauen. Auf der Autobahn sind dann die meisten von ihnen liegen geblieben, weil sich ihr Fluchtweg mit dem vieler Autoreifen überschnitt. Traurig auf der einen Seite, ein freundliches Geschick auf der anderen. Selten gab es fettere Beute für Krähe und Ratte - alles eine Frage der Perspektive.

Und nun hockt die Krähe dick und vollgefressen auf einem Ast Ecke Hessestraße und ist erstaunt darüber, was sich an diesem eisigkalten Montagmorgen - und man muss sagen, es ist ein sehr früher Montagmorgen, eigentlich noch Nacht - in ihrem Blickfeld so alles abspielt. Die Ratte im dichten Gestrüpp sieht es nicht, hört es nur und riecht es. Die Ratte riecht Mensch, viel Mensch, und ein Teil davon nicht mehr lebendig - Futter, denkt die Ratte, viel Futter und so nah!

An diesem frühen Morgen kreuzen sich die Wege einer Handvoll Menschen, kaum einer kennt den anderen und jeder kommt gewissermaßen auf seinem eigenen Weg daher, mit seiner eigenen Geschichte im Gepäck, die ihn blind macht für die Kreuzungen und kunstvollen Knoten der Fügung. Aber nicht gleich sagen Der Mensch wird immer blinder und schaut nicht mehr, schaut immer nur auf sich selbst! Ist nämlich manchmal gar nicht so.

Zum Beispiel Paula Rüss, die gerade reichlich angeschlagen die Schwabacher runterläuft von Leonhard Richtung Gostenhof, die hat lange auf gar nichts anderes mehr geachtet als auf ihren Robert. Dass der gar nicht mehr "ihr Robert" war, hat sie jetzt erst gemerkt, genauer gesagt vor gut zwei Stunden. Na ja, eigentlich hatte sie schon viel früher so ein ganz bestimmtes Gefühl in sich wahrgenommen, wenn er sie angesehen und noch schlimmer: wenn er sie angefasst hat. Und wenn dann auf einer ausgedehnten Geburtstagsparty dieser Mann auch noch zu einer dauergewellten Bocksbeutelkönigin mit Schlafzimmerblick meine kleine Prinzessin sagt und dabei aussieht, als wollte er jeden Moment einen Kopfsprung in ihr pralles Dekolleté machen, ist klar, dass er damit das Fass zum Überlaufen, genauer zum Explodieren bringt.

Paula, die es auf der Party quasi vor Wut zerrissen hat, wackelt nun also mit runtergelaufener Wimperntusche unter den geschwollenen Augen durch Leonhard und vorbei an der Eisdiele, wo sie und Robert an einem warmen Herbsttag noch einen Eiskaffee getrunken hatten. Wackeln ist dabei immer nur komisch für diejenigen, die dich sehen, nicht für dich selber - mit ganz wenigen Ausnahmen. Sagen wir mal, wenn jemand kopfüber hinge und wüsste, dass genau du das Letzte sein wirst, was er sieht. Für den schaust du nicht mehr komisch aus, auch wenn du noch so rumschlingerst in dem verdammten Schnee von wegen dem ganzen Wein und dem Arsch von Mann und den Zehn-Zentimeter-Absätzen, die hier sowieso nicht angebracht sind. Für den bist du kein trauriger Clown, bloß weil du dich selbst gerade so fühlst, für den bi

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