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Rachebrüder Kriminalroman von Steinhausen, Mike (eBook)

  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (PDF)
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Rachebrüder

Annabelle Cüppers bittet den Ex-Polizisten Robert Kettner, von allen nur Steiger genannt, um Hilfe. Sie vermisst ihren Vater, der seit einer Woche spurlos verschwunden ist. Zunächst lehnt Steiger den Auftrag ab, doch als Manfred Cüppers tot aufgefunden wird und seine Tochter nicht an einen Suizid glaubt, schaltet sich Steiger ein. Dabei übertreffen die Ausmaße des Verbrechens sogar Steigers Vorstellungskraft.

Mike Steinhausen wurde 1969 in Essen geboren. Er ist Polizeibeamter und war mehrere Jahre als Zivilfahnder im Bereich der Drogenbekämpfung tätig. Sein Debüt als Autor gab er mit dem zeitgeschichtlichen Kriminalroman "Operation Villa Hügel". "Rachebrüder" ist nun schon sein dritter Roman im Gmeiner-Verlag.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 309
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839247815
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 2180kBytes
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Rachebrüder

Kapitel 2

"Guten Morgen, Herr Welke." Oberstaatsanwalt Christian Beising lief wie immer - gekleidet in einen schlechten, weil viel zu groß sitzenden Anzug - in seiner typisch gebeugten Haltung einige Schritte auf Welke zu, schüttelte dessen Hand und bat ihn mit einer Geste, einzutreten. Er schloss die Tür und setzte sich hinter seinen Schreibtisch. "Bitte", sagte er und zeigte auf einen freien Stuhl.

Hermann Welke nahm Platz und legte die Ermittlungsakte auf die Arbeitsplatte.

Beising wischte einige Krümel von der glänzenden Oberfläche seines Schreibtisches und blickte einen flüchtigen Moment auf die in einem rötlichen Einband befindliche Akte.

"Das ging ja schnell", sagte er.

Welke nickte und betrachtete seinen Gesprächspartner. Dessen eng stehende Augen, über denen ungewöhnlich dichte Brauen wucherten, gaben ihm einen listigen, vielleicht sogar verschlagenen Ausdruck. Die spitze Nase stach aus einem aknevernarbten Gesicht hervor und das schüttere Haar, welches an den Seiten zu lang war und ungepflegt abstand, rundete den unsympathischen Gesamteindruck ab. Dieser Eindruck täuschte und so mancher hatte in der Vergangenheit den fatalen Fehler begangen Beising zu unterschätzen.

Welke mochte den Staatsanwalt. Fachlich äußerst kompetent und von einer beeindruckenden Auffassungsgabe. Immer wieder kam es vor, dass er Akten zurücksandte, in seiner ihm eigenen, nicht einfachen Art Kritik übte und Nachbesserung forderte.

Eine Eigenschaft, die ihn gerade bei jüngeren Kollegen zum Tintenpisser abstempelte. Welke wusste, es handelte sich nicht um Gängeleien. Seine Einwände hatten stets Hand und Fuß. Sie sicherten das Strafverfahren. Es stand für Welke außer Frage: Sein penibles Hinterfragen hatte so manche Gerichtsverhandlung gerettet.

"Eine bedauerliche Geschichte", erwiderte Welke.

"In der Tat. Für alle Beteiligten. Sie können sich sicher vorstellen, dass die Betroffenheit sehr groß ist. Ich habe so manches Gefecht mit ihm ausgestanden. Wie man sich täuschen kann ..."

Der Hauptkommissar nickte. "Ich habe mit den behandelnden Ärzten gesprochen. Sein Zustand in unverändert. An eine Langzeitprognose wagt sich niemand heran."

Beising lehnte sich zurück und legte die Beine übereinander. "Mir scheint, die Indizienkette ist auch ohne sein Geständnis erdrückend."

Welke schlug den Aktendeckel auf. "In einer Form, die keinen Raum für Zweifel lässt." Kurz blätterte er einige Seiten durch. "Tamara Schlickreiter, tatsächlich eine Edelprostituierte, starb nach Aussage des Obduktionsprotokolls anhand massiver Gewaltanwendung auf den Halsbereich mit Unterdrückung des Blutrückflusses. Deutliche Unterhautblutungen in Form einer zirkulären Strangulationsfurche am Hals. Die übrigen Verletzungen, voranging durch stumpfe Gewalt in Form von Faustschlägen, überspringe ich mal, da die Auflistung den Rahmen hier sprengen würde."

Beising beugte sich nach vorn und legte die Ellenbogen auf der Tischplatte ab. "Was ist mit der Vergewaltigung? Meinen Sie, die Tötung war eine Vertuschungstat?"

"Das wissen wir nicht. Spermaspuren wurden in der Vagina gesichert, wobei nichts auf eine Vergewaltigung hinweist. Die extrahierte DNA ist mit der von Wehner identisch."

"Also hat er ..." Beising lehnte sich wieder zurück.

"Ja. Es hat definitiv Verkehr zwischen den beiden stattgefunden. Darüber hinaus haben wir auf einer Jacke von Wehner, die wir in seiner Wohnung sicherstellten, lange Haare mit intakter Wurzel gefunden. Sie stammen eindeutig von Schlickreiter."

"Beising blickte kritisch. "Bis dahin steht nur fest, dass er sie kannte und mit ihr verkehrte. Im doppelten Sinne ..."

"Stimmt. Eine Funkzellenauswertung der Telefonanschlüsse des Opfers und Wehners zeigt auf, dass beide am Tattag Kontakt hatten. Seine Nummer ist in ihrem Telefonbuch gespeichert. Und nicht nur das. Beide Geräte lockten sich zur gleich

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