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Rachekreuz Ein Odenwald-Krimi von Pons, Brigitte (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.01.2020
  • Verlag: beTHRILLED
eBook (ePUB)
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Rachekreuz

Zorn verjährt nicht ... Neben einem frisch ausgehobenen Grab steckt ein umgedrehtes Kreuz im Boden. War es Vandalismus, Satanismus ... oder nur grober Unfug? Während Polizist Frank Liebknecht noch rätselt, erschüttert ein brutaler Angriff auf einen Kommissar das Dorf. Gibt es einen Zusammenhang zwischen den beiden Ereignissen? Die Tochter des Opfers scheint etwas zu verbergen. Und dann ist da noch der Beutel mit den dreißig silbernen Münzen, der beim Grab gefunden wurde: Markstücke aus der DDR - der Judaslohn für einen Verräter? Frank folgt der Spur in die deutsche Vergangenheit, die sehr viel lebendiger ist als erwartet ... Dieser Krimi ist in einer früheren Ausgabe unter dem Titel 'Nachtblau stirbt die Erinnerung' erschienen. 'Rache, Hass, Doping, pubertierende Jugendliche und ein schwerverletzter Kommissar - Spannung pur!' (Mabuerele, Lovelybooks) Weitere Regionalkrimis mit Frank Liebknecht: Band 1: Bauernopfer. Kurz-Krimi: Lärmfeuer. Band 2: Raubjagd. Band 4: Totengesang. Band 5: Lügenpfad. eBooks von beTHRILLED - mörderisch gute Unterhaltung. Brigitte Pons schreibt Romane und Kurzgeschichten und ist Mitglied der 'Mörderischen Schwestern'. Bei beTHRILLED sind bislang vier Regionalkrimis sowie eine Kurzgeschichte mit dem sympathischen Polizisten Frank Liebknecht erschienen, der in Vielbrunn im Odenwald ermittelt. Ein weiterer Band ist in Planung. Als Isabella Esteban veröffentlicht die Autorin Barcelona-Krimis bei Bastei Lübbe (Band 1: 'Mord in Barcelona'). Brigitte Pons ist verheiratet, Mutter von zwei erwachsenen Kindern und lebt in der Nähe von Frankfurt am Main.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 428
    Erscheinungsdatum: 31.01.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732582648
    Verlag: beTHRILLED
    Größe: 5776 kBytes
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Rachekreuz

Freitag 22. März, Vielbrunn-Hainhaus, 7:10 Uhr

- Frank Liebknecht -

"Ist er tot?" Der Jogger trat auf der Stelle, versuchte sich durch Bewegung warm zu halten. "Ich wusste nicht so richtig, was ich mit ihm machen soll."

Taubheit kroch durch Franks Glieder, die nichts mit der Kälte zu tun hatte. Unter der goldglänzenden Rettungsfolie fühlte er eisige Haut, farblos, bis auf die Blutspur, die sich vom Haaransatz über der Schläfe bis zum Auge zog. Kaum wahrnehmbare Atmung. Er wandte den Blick ab, richtete sich auf und lehnte die Autotür an. Im Geiste ging er die Schritte aus dem letzten Lehrgang durch. Bei Unterkühlung den Körper zudecken und immer langsam aufwärmen, von der Mitte nach außen. Auf keinen Fall zuerst die Extremitäten, weil sonst der Bergetod droht, wenn sich das warme Blut des Köperkerns mit dem kälteren mischt. Kopfverletzungen am besten nicht bewegen. Zum Glück musste er keine Herzmassage durchführen, das hätte ein Umlagern nach draußen erforderlich gemacht - und ihm eine Heidenangst.

"Da er noch atmet, haben Sie alles richtig gemacht." Frank rang sich ein Lächeln ab und schaute den Jogger direkt an. Er kannte ihn und hatte den Namen notiert und doch fiel er ihm jetzt nicht ein. Sein Gehirn fühlte sich an wie leer gefegt. "Sehen Sie zu, dass Sie ins Warme kommen. Ich melde mich nachher, wenn ich wieder in der Dienststelle bin."

"Ich würde lieber noch einen Moment bleiben, Herr Liebknecht. Bis mir einer sagen kann, ob ..." Der Jogger zuckte mit den Schultern.

"Natürlich. Sie können in meinem Wagen warten."

Frank breitete eine zweite Decke über den Mann auf der Rückbank und versuchte den alarmierten Notarzt herbeizustarren. Kahle graue Bäume säumten den Weg zur Straße, reckten ihre Äste in den trüben Himmel. Immer wieder neigte er sich über den Verletzten, um den minimalen Hauch auf seiner Wange zu spüren.

Hör bloß nicht auf zu atmen!

Die Schwere der Kopfverletzung konnte er nicht abschätzen und auch nicht, ob die Unterkühlung das kleinere oder das größere Problem war. Er schluckte krampfhaft. Erst vor wenigen Monaten hatte er schon mal an einem Tatort in ein bekanntes Gesicht gesehen. Ebenso blass. Er weigerte sich, auch nur in Erwägung zu ziehen, dass Brenner sterben könnte, wollte am liebsten nicht mal seinen Namen denken. Stumm zählte er die Sekunden, in denen er dazu verdammt war, nichts für ihn tun zu können.

Die hektische Betriebsamkeit hatte sich ins Innere des Rettungsfahrzeugs verlagert, nachdem Brenner mit höchster Vorsicht auf eine Vakuum-Matratze umgebettet worden war.

Frank wählte die Nummer von Marcel Neidhards Diensttelefon.

"Ihr müsst herkommen, Marcel", schleuderte er ihm entgegen, bevor der etwas sagen konnte. "Forstamt Hainhaus, dort wo die Steinsessel stehen. Also den linken Weg vom Wanderparkplatz aus."

"Eine anständige Meldung zu machen lernst du auch nicht mehr, was? Hast Glück, dass ich dich an der Stimme erkenne, mein Lieb-lings-knecht", begrüßte Marcel ihn gewohnt uncharmant und wurde dann schlagartig ernst. "Aber du klingst nach Stress. Sag mir nicht, du hast schon wieder eine Leiche?"

Frank biss sich auf die Lippe. Lebenszeichen vorhanden. Schwach und instabil. Aber vorhanden. "Bisher noch nicht", sagte er leise. Bei der Anspannung der Rettungskräfte erübrigte sich eine Prognose, und doch bedeutete ihre Eile Hoffnung.

"Bisher hört es sich nicht gut an."

"Ist es auch nicht. Ich kann nicht sagen, ob es ein Überfall war, ein Mordversuch oder was sonst, aber ich kann auch nichts ausschließen. Bring alles mit, was greifbar ist, und ... wartet nicht auf Brenner. Der ist schon da."

"Wieso ruft er dann nicht selbst an?"

Die Rücklichter des Notarztwagens entfernten sich schnell den Hügel hinunter. Frank schloss kurz die Augen. "Der hat gerade Wichtigeres zu tun. Gebt Gas, ja? Gebt richtig Gas."

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