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Radieschen von unten Ein Bestatter-Krimi von Mey, Frida (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.11.2013
  • Verlag: Aufbau-Verlag
eBook (ePUB)
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Radieschen von unten

Mopsfidel & mausetot Bei ihrem zweiten Auftritt soll Elfie Ruhland Ordnung in die chaotischen Steuerunterlagen der 'Pietas' bringen, einer erfolgreichen Bestatterkette, die von der herrischen Juliane Knörringer geleitet wird. Diese hält ihren erwachsenen Sohn Carlos an der kurzen Leine und terrorisiert ihre Angestellten nach allen Regeln der Despotenkunst. Doch nicht nur das: Elfie findet heraus, dass die Knörringer sich nicht zu schade ist, ihre trauernden Kunden aufs Fieseste übers Ohr zu hauen. Als dann ein aufgebrachter Witwer verschwindet, kommt Kommissarin Alex ins Spiel. Elfie gerät unter Verdacht und beginnt, eigene Nachforschungen anzustellen. Stets im Schlepptau hat sie dabei Amadeus, den verzogenen und übergewichtigen Pflege-Mops, der sie mit seiner pfiffigen Spürnase tatkräftig unterstützt. 'Eine Mordslust.' Süddeutsche Zeitung 'Für alle, die beim Tatort immer hoffen, dass die Bösewichte ungestraft davonkommen.' FREUNDIN Hinter FRIDA MEY verbergen sich Friedlind Lipsky und Ingeborg Struckmeyer, die ihre Figuren am liebsten gemeinsam um die Ecke bringen. Friedlind Lipsky arbeitet als Journalistin und lässt sich von den Abgründen ihres Umfelds zu ihren tödlichen Einfällen inspirieren. Ingeborg Struckmeyer lebt in München und sammelte ihre Mordserfahrung in Kurzgeschichten, die mehrfach ausgezeichnet wurden. In 'Manchmal muss es eben Mord sein' (atb 2868) ließen sie Elfie Ruhland zum ersten Mal auf fiese Vorgesetzte und tyrannische Bürohengste los. Der zweite Roman 'Radieschen von unten' erscheint im Herbst 2013. Mehr unter: www.fridaymey.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 282
    Erscheinungsdatum: 06.11.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841206688
    Verlag: Aufbau-Verlag
    Größe: 1581 kBytes
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Radieschen von unten

1.

Das fing ja gut an. Elfriede Ruhland wischte sich verstohlen den Schweiß von der Stirn. Warum nur musste es bei Beerdigungen immer drückend heiß sein oder aus allen Kübeln regnen? Früher hatte ihr das nichts ausgemacht. Doch seit ihrem 60. Geburtstag litt sie an Wetterfühligkeit. Als sie die Trauerhalle betrat, liefen ihr bereits Schweißbäche den Rücken hinunter. Die schwarze Bluse klebte an ihrer Haut. Doch das vermochte Elfies Freude nicht zu schmälern. Sie liebte Beerdigungen. Diese gehörten zu ihrem Leben wie ..., nun, wie der Tod.

In der Aussegnungshalle bezog Elfie ihren Posten gleich neben dem Eingang. Von hier aus hatte sie einen wunderbaren Überblick. Die kahlen Wände waren mit Tüchern in verschiedenen Erdtönen dezent und geschmackvoll dekoriert. Die darunter platzierten Blumengestecke erregten dagegen Elfies Missfallen. Die Rosen sahen schon halb verwelkt aus, die Lilien ließen traurig die Köpfe hängen - wie unpassend für eine Beerdigung. So etwas durfte einfach nicht passieren, auch wenn sicher die für September extreme Hitze daran schuld war.

Der Sarg wiederum gefiel Elfie. Er sah schlicht und schön aus und war von großen, massiven Kerzenleuchtern stilvoll umrahmt - vier auf jeder Seite. Aber warum brannten die Kerzen nicht? Hatte man vergessen, sie anzuzünden? Elfie schüttelte missbilligend den Kopf. Die Trauergäste erhoben sich. Ein alter Mann, offenbar der Witwer, umklammerte mit beiden Händen einen glänzenden Gegenstand. Als er an Elfie vorbeiging, sah sie, dass es sich um eine Totenmaske aus Bronze handelte. So etwas war früher hochgestellten Persönlichkeiten vorbehalten gewesen. Automatisch griff Elfie nach ihrem Medaillon mit dem Foto von Ludwig, dachte an die Wärme in seinen Augen, an sein Lachen, auch an die gewisse Melancholie in seinen Gesichtszügen. Ob eine Totenmaske ebensolche Erinnerungen wecken konnte?

Elfie folgte dem Trauerzug bis zum Grab. Während der Sarg hinabgelassen wurde, studierte sie die Inschriften auf den Kränzen. Sie musste schmunzeln, als sie auf einer Schleife das Foto eines drolligen Hundes sah, unter dem stand: Auch Fifi vergisst Dich nicht. Elfie schaute sich um, doch konnte sie Fifi in natura nirgendwo entdecken. Anscheinend musste er während Frauchens Beerdigung zu Hause bleiben.

Wie üblich trat Elfie als Letzte an das Grab und hob die Hand, um ihre schwarze Rose zu werfen. Sie zuckte vor Schreck zusammen, als sie auf ihre leere Hand sah. Sie hatte die Rose vergessen! Als ihr Blick auf das Sterbebild und den Namen der Toten fiel, beruhigte sich Elfie wieder. Für einen Moment war ihr tatsächlich entfallen, dass sie die Frau überhaupt nicht kannte und diese Beerdigung gar nicht auf ihr Konto ging. Erleichtert nahm sie die Schaufel, warf etwas Erde auf den Sarg und besann sich darauf, warum sie hier war.

Elfie stand neben dem schwarz glänzenden Leichenwagen der Firma Pietas auf dem Parkplatz vor der Trauerhalle. Sie sah zu, wie die Bestatterin sich von den Angehörigen verabschiedete, die Hand des sichtlich mitgenommenen trauernden Witwers, den sie um Haupteslänge überragte, mit beiden Händen umfasste und ihm wohl ein paar tröstende Worte zukommen ließ.

Dann kam Juliane Knörringer auf Elfie zu. Sie setzte die Füße ein wenig nach außen, was ihrem Gang zwar etwas Anmutiges, aber auch sehr Gestelztes verlieh. Sie trug einen tiefschwarzen Hosenanzug, der in scharfem Kontrast zu ihren zu blond gefärbten Haaren stand. Wie alt mochte sie sein? Vielleicht Anfang fünfzig, auf jeden Fall deutlich älter als Carlos Knörringer, mit dem Elfie bisher ausschließlich zu tun gehabt hatte. Für Elfies Geschmack war sie en

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