text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Raylan von Leonard, Elmore (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.02.2013
  • Verlag: Suhrkamp
eBook (ePUB)
16,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Raylan

Ein U.S. Marshal, der schneller schießt als er redet. Eine Firmenchefin, die über Leichen geht. Eine unwiderstehliche Tänzerin namens Jackie Nevada, die beim Pokern alle abzieht. Eine Krankenschwester, die ein Nieren-Start-up aufzieht. Ein bisschen viel auf einmal? Nein, einfach nur saucool. So, wie es nur einer kann: Elmore Leonard. Raylan Givens ist ein Top-Ermittler im U. S. Marshals Service, wenn auch einer, der nicht davor zurückschreckt, zur Waffe zu greifen - und sie auch effektiv zum Einsatz zu bringen. Dass er damit Strafverfahren schneller abschließt, als sie eröffnet werden können, bringt Raylan nicht nur Freunde ein. Deshalb ermittelt er nicht mehr im sonnigen Florida, sondern in der trostlosen Einöde von Kentucky. Hier in Raylans Heimatstadt Harlan schlug einmal das Kohleherz Amerikas, heute ist der Ort nur noch ein Umschlagplatz für Drogen. Doch auch der Drogenmarkt droht zu kippen, sodass zwei findige Dope-Dealer beschließen, auf menschliche Ersatzteile umzusteigen. Als Raylan den beiden auf die Schliche kommt, findet er sich plötzlich in der Rolle des unfreiwilligen Organspenders wieder ... Elmore Leonard (1925-2013), ist der Autor von 42 Romanen, allesamt Bestseller, von denen viele – wie Get Shorty , Out of Sight oder Jackie Brown – mit riesigem Erfolg verfilmt wurden. Außerdem hat er zahlreiche Drehbücher verfasst.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 688
    Erscheinungsdatum: 18.02.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783518792407
    Verlag: Suhrkamp
    Originaltitel: Raylan
    Größe: 1303 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Raylan

Erstes Kapitel

R aylan Givens hatte einen Haftbefehl in der Hand, der einem im Marihuanageschäft tätigen Mann, bekannt als Angel Arenas, siebenundvierzig, geboren in den USA, aber hundert Prozent Hispano, zugestellt werden sollte.

"Den kenne ich", sagte Raylan, "von damals, als ich in Miami Dienst am Gericht hatte und er angeklagt war, weil er mit Kath gedealt hatte. Diese arabische Pflanze, auf der man rumkaut und high wird."

"Nur mittelhigh", sagte Rachel Brooks auf dem Beifahrersitz des SUV, Raylan saß am Steuer, hinter ihnen schob sich die Morgensonne über den Horizont. "Kath breitet sich gerade überall aus, wird in Kalifornien angebaut, große Sache bei den echten Afrikanern in San Diego."

"Wenn man das Zeug kauft, sollte man sichergehen, dass es erst am Vormittag gepflückt wurde", sagte Raylan. "Dann ist man einen Tag lang high, und das war's."

"Ein paar Freunde von mir", sagte Rachel, "kauen es auch hin und wieder. Aber auf dumme Gedanken kommen die nicht davon, es scheint ihnen Spaß zu machen. Sieht immer so aus, als ob sie sich einfach extrem entspannen damit."

"Ein bisschen träumen", sagte Raylan.

"Weswegen muss Angel in den Knast?"

"Hat nach sechsunddreißig von vierzig Monaten wieder Gras verkauft. Seine Bewährungsauflagen verletzt. Den Deal soll er über den Rastafari, der diese Kirche gegründet hat, eingefädelt haben, wie heißt die noch?"

"Temple of the Cool and Beautiful J. C.", sagte Rachel. "Israel Fendi, der mit den Dreads, dieser Äthiopier aus Jamaika. Und, war er wirklich an dem Deal beteiligt?"

"Nicht im Entferntesten. Aber irgendjemand hat Angel die Sache angehängt, so ein Kiffer, der auf ein milderes Urteil hofft. Schwört, dass Angel gestern Abend eine Lieferung entgegengenommen hat. Ich bezweifle, dass Angel noch was dahat, wenn wir kommen."

Vom Rücksitz ließ sich Tim Gutterson vernehmen: "Diesmal kriegt er zwanzig Jahre." Tim ging einen Aktenordner mit Bildern von Angel Arenas durch und blieb bei einem Fahndungsfoto hängen.

"Seht euch das Grinsen an. Der wirkt doch harmlos, als hätte er im Leben noch keine Waffe angerührt."

"Soweit ich weiß", sagte Raylan, "trägt er auch nie eine Waffe. Und mit bewaffneten Gangstern umgeben tut er sich ebenfalls nicht."

Der SUV folgte den Funkwagen der Staatspolizei durch einen flachen Teil von East Kentucky, am Ufer eines Sees entlang, der, so wie er sich abwärts in Richtung der Grenze nach Tennessee schlängelte, eher wie ein Fluss aussah. Kurz vor sechs Uhr morgens hielten sie vor dem Cumberland Inn.

Zu viert sahen die Polizisten zu, wie Raylan und seine Mannschaft kugelsichere Westen anlegten, die Marshal-Sakkos wieder darüberzogen und ihre Pistolen überprüften. Raylan sagte zu den Beamten, er erwarte keine Gegenwehr von Angel, aber ganz sicher sein könne man nie. Er fügte hinzu: "Wenn ihr Schüsse hört, kommt ihr sofort, okay?"

Einer der Polizisten erwiderte: "Wenn Sie wollen, sprengen wir die Tür für Sie auf."

"Das würdet ihr wohl gern", sagte Raylan. "Ich hatte eigentlich vor, mir an der Rezeption einen Schlüssel geben zu lassen."

Die Polizisten mochten den Marshal, der früher Bergmann in Harlan County gewesen war, aber mittlerweile klang, als sei er sein Leben lang Bulle gewesen. Ihnen gefiel seine Einstellung zum Beruf. An diesem Morgen sahen sie dabei zu, wie er das Motelzimmer eines flüchtigen Kriminellen betrat, ohne die Waffe zu ziehen.

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen