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REBUS Alle Inspector-Rebus-Stories von Rankin, Ian (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.01.2017
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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REBUS

Einen wie Rebus gibt es kein zweites Mal. Seit fast drei Jahrzehnten macht der ebenso geniale wie streitlustige Detective Inspector Edinburgh unsicher, nicht ohne dabei Freunden wie Vorgesetzen unendlich auf die Nerven zu gehen. Von seinen Feinden ganz zu schweigen. Die in diesem Band versammelten Geschichten, von denen zehn erstmals auf Deutsch erscheinen, beleuchten die Stationen seines Lebens, von seinem allerersten Fall bis hin zu seiner dramatischen (und zum Glück nur vorläufigen) Pensionierung. Einmal mehr beweist Ian Rankin hier, dass ein Krimiregal ohne den schottischen Kultkommissar theoretisch zwar möglich, aber sinnlos ist.

Ian Rankin, geboren 1960, ist Großbritanniens führender Krimiautor, seine Romane sind aus den internationalen Bestsellerlisten nicht mehr wegzudenken. Ian Rankin wurde unter anderem mit dem Gold Dagger für 'Das Souvenir des Mörders', dem Edgar Allan Poe Award für 'Tore der Finsternis' und dem Deutschen Krimipreis für 'Die Kinder des Todes' ausgezeichnet. 'So soll er sterben' und 'Im Namen der Toten' erhielten jeweils als bester Spannungsroman des Jahres den renommierten British Book Award. Für seine Verdienste um die Literatur wurde Ian Rankin mit dem 'Order of the British Empire' ausgezeichnet.
Mit 'Ein Rest von Schuld' hatte Ian Rankin seinen Ermittler John Rebus nach 17 Fällen in den Ruhestand geschickt und ließ Inspector Malcolm Fox die Bühne betreten. Doch mit 'Mädchengrab' kehrte Rebus wieder zurück.
Ian Rankin lebt mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen in Edinburgh.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 768
    Erscheinungsdatum: 16.01.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641196691
    Verlag: Goldmann
    Originaltitel: The Beat Goes On (The Complete Rebus Short Stories)
    Größe: 1015 kBytes
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REBUS

Tot und begraben

"Kälter als ein Kuss von der Ex", brummte Detective Inspector Stefan Gilmour, scharrte mit den Füßen und rieb sich die Hände.

"Dazu kann ich nichts sagen", erwiderte Rebus, die Hände seinerseits tief in den Manteltaschen vergraben. Es war drei Uhr an einem Winternachmittag, und im Gefängnishof waren bereits die Lichter angegangen. Manchmal tauchten Gesichter hinter den vergitterten Fenstern auf, begleitet von neugierigen Blicken und Gesten. Der Bagger kam nur langsam voran, Arbeiter standen mit Spitzhacken bereit.

"Ich vergesse immer wieder, dass du noch verheiratet bist", erwiderte Gilmour. "Bestimmt nur der Tochter zuliebe, hm?"

Rebus schaute ihn finster an, aber Gilmour konzentrierte sich auf das nicht näher bezeichnete Grab. Sie befanden sich in einer kaum genutzten Ecke auf dem Gelände des HMP Saughton, nahe der hohen Außenmauern. Die Wärter, die sie an die Stelle geführt hatten, waren schleunigst wieder nach drinnen verschwunden. Statt eines Leichenwagens hatte der Bestattungsunternehmer einen mit zahlreichen Rostflecken übersäten, hellblauen Transporter bereitgestellt. Darin befand sich ein billiger, schlichter Sarg, da niemand davon ausging, dass von dem ursprünglichen noch viel übrig sein würde. Vor zwanzig Jahren war Joseph Blay keine fünfzig Meter von hier entfernt gehängt worden, einer der letzten in Schottland hingerichteten Straftäter. Rebus hatte bei einem seiner vorangegangenen Besuche des Gefängnisses auch das Exekutionsgebäude besichtigt. Es sei, wie man ihm versichert hatte, nach wie vor in voll funktionsfähigem Zustand, sollte die Todesstrafe wieder eingeführt werden.

Erneut schlug der Bagger in die Erde, und dieses Mal spritzten lange Holzsplitter herauf. Einer der Arbeiter bedeutete dem Baggerführer, den Greifarm abzudrehen, dann stieg er, begleitet von seinem - offensichtlich widerwilligen - jüngeren Kollegen, in die Grube. Während sie mit ihren Spitzhacken ans Werk gingen, kam immer mehr von dem Sarg zum Vorschein, an einigen Stellen war er durchaus noch intakt. Geruch gab es keinen, wobei Rebus davon ohnehin nichts gemerkt hätte. Das Erste, was er von Joseph Blay zu Gesicht bekam, war ein Haarbüschel mit einem Schädel unten dran. Inzwischen war der frische Sarg ausgeladen worden. Keiner hatte hier Zeit zu verlieren. Blay trug einen dunklen Anzug. Rebus hatte nicht gewusst, was ihn bei der Exhumierung erwarten würde: Würmer in Augenhöhlen vielleicht oder Verwesungsgestank. Den ganzen Vormittag über hatte er sich darauf gefasst gemacht, Frühstück und Mittagessen ausgelassen, um nichts im Magen zu haben, das hochkommen könnte. Und jetzt hatte er ein Skelett in einem billigen Anzug vor sich, das eher an eine Requisite erinnerte, mit der Medizinstudenten anderen Streiche spielten.

"Tag, Joe", sagte Gilmour und deutete einen militärischen Gruß an.

Wenige Minuten später waren die Arbeiter so weit, die Leiche zu heben. Blays Hose und Anzugsjackett schienen unten am Boden zu haften, schließlich lösten sie sich aber doch. Seine Überreste wurden weder besonders ehrfürchtig noch respektlos behandelt. Der Verstorbene hier war ein Job, den es möglichst zügig zu erledigen galt, bevor einer der noch lebenden Beteiligten erfror.

"Was ist das?", fragte Rebus und nickte Richtung Grube. Gilmour kniff die Augen zusammen, dann stieg er hinein, bückte sich, um eine Taschenuhr an einer Kette aufzuheben.

"War wahrscheinlich in seinem Jackett", sagte er und streckte Rebus seine freie Hand hin, damit dieser ihm wieder hinaufhalf. Der Deckel war bereits auf den neuen Sarg gesetzt worden, und der Tote wurde in den Transporter verladen.

"Wo wird er hingebracht?", fragte Rebus.

Gilmour zuckte mit den Schultern. "Nirgendwo, wo's schlimmer wäre als hier", behauptete er und erwiderte das finstere Starren eines älteren Sträflings an einem der Fenster im zweiten Stock.

"Dagegen kann man nichts sagen", meinte Re

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