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Redemption Point Thriller von Fox, Candice (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.10.2018
  • Verlag: Suhrkamp
eBook (ePUB)
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Redemption Point

Ted Conkaffey, Ex-Cop und unschuldig unter Verdacht, eine 13-Jährige entführt zu haben, kann seine Vergangenheit nicht loswerden. Dale Bingley, der Vater seines vermeintlichen Opfers, taucht in Teds nordaustralischem Refugium Crimson Lake auf. Er will das Verbrechen an seiner Tochter auf eigene Faust aufklären und rächen. Auch der mächtige Gangster Khaled hat ein Interesse daran, den wahren Täter zu finden und final aus dem Verkehr zu ziehen - eine Lösung, die Ted, der seine Unschuld beweisen will, nicht wirklich helfen würde. Also muss er den Psychopathen zuerst finden, koste es, was es wolle. Währenddessen ist seine Privatdetektiv-Partnerin, die exzentrische, einst wegen Mordes verurteilte Amanda Pharrell, mit einem anderen Fall beschäftigt: dem Doppelmord an zwei Mitarbeitern einer üblen Kneipe, der zunächst wie ein simpler Raubmord aussieht. Amanda tut sich mit Detective Inspector Pip Sweeney zusammen, die ihr erstes Tötungsdelikt zu bearbeiten hat und Amandas Genie dringend braucht. Bald stehen für Amanda und Ted ihr Leben und ihre Existenz auf dem Spiel. Candice Fox stammt aus einer eher exzentrischen Familie, die sie zu manchen ihrer literarischen Figuren inspirierte. Nach einer nicht so braven Jugend und einem kurzen Zwischenspiel bei der Royal Australian Navy widmet sie sich jetzt der Literatur, mit akademischen Weihen und sehr unakademischen Romanen. Für den ersten und zweiten Teil ihrer Trilogie, Hades und Eden , wurde sie 2014 und 2015 mit dem Ned Kelly Award ausgezeichnet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 02.10.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783518759592
    Verlag: Suhrkamp
    Originaltitel: Redemption Point
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Redemption Point

Da war ein Schuh, direkt vor meinem Gesicht, aber diesmal kein schwarzer. Kein Stiefel, sondern ein schmutziger pinker Converse-Turnschuh, an dessen Schnürsenkeln feuchtes Gras klebte. Darüber ein schmaler Knöchel voller Tätowierungen: gelbe Tiger, nasse Dschungelblätter, die sich in die Länge zogen, als sich die Person über mich beugte. Amanda. Mit dem anderen Fuß versetzte sie mir einen Stoß in die Seite, und ich presste ein Lebenszeichen hervor.

"Ted! Du lebst also tatsächlich noch", bemerkte sie, doch ihr Enthusiasmus war nur von kurzer Dauer. "Scheiße! Jetzt habe ich die Wette verloren."

Sie stützte sich auf meinem Rücken ab, und ich spürte eine Klinge zwischen meinen Handgelenken, als sie den Kabelbinder durchtrennte. Meine Arme flatschten leblos zu Boden.

"Vögel", sagte ich.

"Was?"

"Die Vögel."

"Oh", entfuhr es ihr. "Stimmt."

Sie verschwand auf die Veranda, ließ die Tür hinter sich zuknallen. Ich blieb liegen und gab mich meinen Gedanken hin. Während der Haftstrafe und auch danach hatte ich eine Menge Prügel eingesteckt, deswegen wusste ich, dass schnelles Aufstehen die Sache nur noch schlimmer machen würde.

Amanda Pharrell, meine Mitdetektivin, war eine bunt tätowierte Elfe, die während der Ermittlung brillante Einfälle haben konnte, aber im Alltag ungefähr so nervig war wie ein lästiges Insekt. Ich hatte sie kurz nach meiner Ankunft in Crimson Lake kennengelernt, als wir unseren ersten Fall übernahmen und meine Arbeit beim Drogendezernat von New South Wales schon lange der Vergangenheit angehörte. Man könnte sagen, dass sie mich "eingestellt" hatte, offiziell war ich also Mitarbeiter ihres Detektivbüros - der Einzige. Doch unsere Zusammenarbeit war eigentlich eher einem wunderbaren Zufall geschuldet, eine schicksalhafte Fügung sozusagen. Auf meiner Flucht aus Sydney war ich schließlich in Crimson Lake gelandet und hatte beschlossen, mich dort niederzulassen. Und auf wundersame Weise gab es in diesem Kaff einen Menschen, den die Leute genauso inbrünstig hassten wie mich. Mein Anwalt brachte uns zusammen, und seltsamerweise - mir ist bis heute nicht klar, wieso - hat es funktioniert.

Die Gesellschaft würde weder mich noch Amanda je wieder liebevoll aufnehmen. Sie hatte eine siebzehnjährige Mitschülerin erstochen, in deren Auto, im Regenwald unweit von Crimson Lake, wo eine Party steigen sollte. Dabei traf sie keine Schuld, doch mit dieser Tat hatte sie ihren Ausschluss aus der "normalen" Welt besiegelt - genau wie ich.

Amanda hatte mir den gelben Umschlag gegeben, kurz nach unserem ersten Fall. Darin befanden sich Dokumente, die genau belegten, wie sie den Mann finden wollte, der Claire Bingley tatsächlich verschleppt und vergewaltigt hatte. Ich wollte nicht wissen, was drinstand - aus Angst vor dem, was ich dabei empfinden würde. Und Amanda hatte das akzeptiert. Es lag bei mir, was ich mit den Unterlagen anstellte, doch in den Wochen danach hatte mir der Inhalt des Umschlags nichts als Sorgen und Furcht beschert. Was, wenn ich Claires Angreifer nie fand? Und was, wenn ich ihn zwar fand, er aber verschwand, bevor ich ihn dingfest machen konnte? Oder mich durch die Suche nach ihm verdächtig machte und letztendlich nicht beweisen konnte, dass er der wahre Täter war? Oder, oder, oder. Wenn ich den Umschlag einfach ignorierte und er es wieder tat und sein Opfer beim nächsten Mal umbrachte - was dann? Es wäre meine Schuld. Aus diesem Umschlag konnte einfach nichts Gutes kommen, egal, was ich damit anstellte.

Polternde Schritte verrieten mir, dass Amanda zurückkehrte.

"Wie viele Gänse hast du vorher gehabt?"

"Sieben." Ich stöhnte, zog langsam die Beine an und stützte mich auf die Ellbogen. "Sechs graue, eine weiße."

"Ja, sind alle noch da." Sie schniefte und kickte die Verandatür zu, als wäre sie hier zu Hause. "Haben sich nur ein bisschen aufgeplustert. Sind schlecht drauf."

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