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Rotkäppchen und Wodka Kriminalroman von Mandelartz, Herbert (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.03.2014
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)
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Rotkäppchen und Wodka

Dr. Hans Schwenk, Staatssekretär im Brandenburgischen Innenministerium, wird tot an seinem Schreibtisch aufgefunden. Tablettencocktail und Giftinjektion lassen die Polizei rätseln: Mord oder Selbstmord? Eine Spur führt zu einem höheren Beamten, mit dem Hans Schwenk Streit hatte, zugleich werden Fingerabdrücke eines Neonazis sichergestellt. Außerdem soll die Abteilungsleiterin eine Affäre mit ihm gehabt haben. Ein verworrenes Netz aus Politik und deutscher Geschichte erschwert die Ermittlungen. Herbert Mandelartz wurde 1948 in der Nähe von Aachen geboren. Er studierte in Bielefeld Jura und arbeitete anschließend als Verwaltungsrichter, ehe er für ein Jahr ans Bundesinnenministerium und schließlich ans Saarländische Innenministerium wechselte, wo er als Staatssekretär tätig war. Später wurde er Stellvertretender Chef des Bundespresseamts. Seit 2006 ist er unter anderem als Lehrbeauftragter an der Humboldt Universität und als freier Autor tätig.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 332
    Erscheinungsdatum: 01.03.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783734992421
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 2659 kBytes
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Rotkäppchen und Wodka

5. Kapitel

Wenige Minuten später stand er im Vorzimmer von Dr. Schwenk.

"Guten Morgen, Frau Bünde." Er gab ihr die Hand: "So viel Zeit ... ach Quatsch. Wo ist er?", fragte er Frau Bünde.

"Dort an seinem Schreibtisch."

Frau Bünde wies durch die offene Tür zum Schreitisch. Ihr Gesicht sah verweint aus. Die Augen waren gerötet, und das Make-up ihres rechten Auges leicht verschmiert. Dr. Leuschner schaute in das Chefzimmer. Dr. Schwenk lag mit dem Oberkörper auf dem Schreibtisch, den Kopf auf dem rechten Arm. Und dann standen da, er wollte es nicht glauben, die Flasche Rotkäppchen und die Flasche Wodka.

"Nicht zu fassen", murmelte er und drehte sich zu Frau Bünde.

"Ist jemand außer Ihnen in dem Zimmer gewesen?"

"Wenn, dann nur die Putzfrauen. Aber wenn sie den Chef gesehen haben, sind sie vermutlich nicht reingegangen."

"Vermutlich haben Sie recht. Aber dennoch. Sorgen Sie dafür, dass die Putzfrauen hier bleiben, bis die Polizei kommt. Haben Sie die schon informiert?"

Frau Bünde schüttelte den Kopf.

"Dann tun Sie das bitte. Und niemand betritt das Zimmer. Ich rufe den Minister an."

Dr. Leuschner hatte bereits sein Handy in der Hand. Der Minister meldete sich. Er saß offensichtlich in seinem Dienstwagen und war auf dem Weg ins Ministerium.

"Guten Morgen, Herr Minister, Leuschner hier, schlechte Nachrichten."

Der Minister ahnte, dass es etwas besonders Schwerwiegendes sein musste, wenn er so früh angerufen wurde.

"Schießen Sie los!"

"Heute Morgen kurz vor 8.00 Uhr hat Frau Bünde Herrn Dr. Schwenk tot an seinem Schreitisch gefunden."

"Was? Dr. Schwenk tot! Das kann doch nicht wahr sein!" Der Minister schrie fast. Es war ihm egal, dass der Fahrer dies mitbekam. Er wusste, dass er sich auf ihn verlassen konnte. Der war durch nichts zu erschüttern und behielt alles für sich, was er von seinem Minister hörte.

Dr. Leuschner sah den fassungslosen Minister geradezu vor sich.

"Doch, doch. Leider ist es so."

"Kennen Sie die Todesursache?" Der Minister sprach schnell.

"Nein, die kennen wir noch nicht. Die Polizei ist informiert."

"Gib es sonst noch etwas?"

"Nein, im Moment nicht. Ach, doch. Sein Matisse ist weg."

"Ein echter?", fragte der Minister. Aber es schien ihn nicht wirklich zu interessieren. Er dachte schon an die Fragen der Journalisten und an die Telefonate, die er jetzt gleich mit dem Ministerpräsidenten und dem Fraktionsvorsitzenden führen musste.

"Also, ich informiere den MP und den Fraktionsvorsitzenden. Informieren Sie bitte Frau Schwenk und sagen ihr, dass ich mich im Laufe des Tages melden werde. Und reden Sie mit Frau Keser. Sie soll sich zurückhalten. Laufende Ermittlungen. Sonst noch was?"

Dr. Leuschner überlegte blitzschnell:

"Vielleicht sollten wir eine Presseerklärung herausgeben. Wenn die Polizei die Tatortarbeit abgeschlossen hat. In der Sache sagen wir nichts, aber Sie bedanken sich für die hervorragende Arbeit."

"Gut. Machen wir. Also, an die Arbeit."

Das war es, was Dr. Leuschner liebte. Kurze, knappe Entscheidungen. Alle Probleme erfasst und gelöst. Auch Frau Bünde, die nach den Anrufen bei der Polizei und dem Rettungsdienst das Telefonat mitverfolgt hatte, fand, dass Dr. Leuschner geradezu auflebte. Ja, so kannte sie ihn. Den erfahrenen, exzellenten Verwaltungsbeamten, der durch nichts aus der Ruhe zu bringen war. Der den Haushalt des Ministeriums auswendig und jeden Mitarbeiter mit Vor

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