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Run - Sie jagen dich Thriller von Dawson, Mark (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.12.2017
  • Verlag: Piper
eBook (ePUB)
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Run - Sie jagen dich

Im Kampf um Recht und Gerechtigkeit setzt er alles aufs Spiel ... Hurrikan Katrina wütet über New Orleans. Ex-Geheimagent John Milton findet gerade noch Unterschlupf bei einer Familie, bevor die Naturkatastrophe über ihn hinwegrast. Als er erfährt, dass die Familie bedroht wird, zögert er keine Sekunde und bietet seinen Schutz an. Doch die Ermittlungen führen ihn in ein Netz aus Intrigen und Korruption – und zu einem alten Bekannten, der auf Auftragsmorde spezialisiert ist. Mark Dawson wurde in Suffolk, Großbritannien, geboren. Nach verschiedenen Aushilfsjobs entschloss er sich, Jura zu studieren, und arbeitete anschließend zehn Jahre lang als Anwalt in London. Momentan ist er in der Filmbranche tätig und lebt mit seiner Frau und zwei Kindern im Südwesten Englands.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 01.12.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492978767
    Verlag: Piper
    Größe: 1075 kBytes
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Run - Sie jagen dich

Kapitel 1

John Milton spähte angestrengt durch den Regen, der auf die Windschutzscheibe prasselte, und versuchte, die schlimmsten Schlaglöcher auf der schlammigen Straße zu umfahren. Inzwischen war er seit sechs Stunden unterwegs; anfangs hatte er im dichten Verkehr festgesteckt - endlose Fahrzeugkolonnen mit Leuten, die wie er aus der Stadt flüchteten -, dann war er wegen der schlechten Straßen, der eingeschränkten Sicht und der Tatsache, dass er sich in der Gegend nicht auskannte, nicht vorwärtsgekommen. Er fuhr an einer Weggabelung vorbei, bremste und parkte am Straßenrand. Inzwischen hatte sich die Straße zu einem Feldweg verjüngt, der durch ein Wäldchen aus moosbehangenen Zypressen und pfeilgerade ins Herz des Sumpfs führte.

Laut Wegbeschreibung sollte er nach einem großen roten Ahorn Ausschau halten.

Er entdeckte ihn direkt neben der Straße.

Er war vor einer Woche in New Orleans eingetroffen, gerade als die Meteorologen Katrina ihren Namen gegeben und die Bewohner der Stadt gewarnt hatten, dass der Tornado direkt auf sie zuhielt. Zu Anfang hatten die Leute noch darüber gelacht, und Milton hatte an jeder Ecke gehört, dass es dieses Mal auch nicht anders ausgehen würde als bei all den anderen Stürmen, die hier aufs Festland getroffen waren. Aber dann waren die Vorhersagen immer apokalyptischer geworden, die Experten hatten Katrina zu einem Hurrikan der Kategorie fünf hochgestuft und gewarnt, dass er ernsthaft zerstörerische Ausmaße annehmen würde. Der Bürgermeister und die Gouverneurin hatten Evakuierungsbefehl gegeben, und langsam, aber sicher hörten die Leute sogar auf die Warnungen. Bis Norco wälzten sich die Autos Stoßstange an Stoßstange, und auch danach zogen sich die Kolonnen bis zur Ausfahrt in Laplace, ehe der Verkehr endlich wieder floss und Milton das Sumpfgebiet ansteuern konnte.

Hurrikane wie diesen hatte Milton schon öfter erlebt, deshalb wusste er genau, was sie anrichten konnten. Manche Leute weigerten sich immer noch, die Stadt zu verlassen, und erklärten den Reportern stolz, dass sie sich nicht aus ihren Häusern vertreiben ließen. Milton hatte nur den Kopf über ihre blasierte Dummheit geschüttelt. Hätte er die Wahl gehabt, er hätte sein Haus verlassen. Aber der Mann, auf den er angesetzt war, gehörte auch zu diesen Sturköpfen, die sich weigerten, die Beine in die Hand zu nehmen, und deswegen musste er ebenfalls bleiben.

Milton warf einen letzten Blick auf seine Wegbeschreibung. Zuerst war er seinem GPS gefolgt und hatte dann, als das nicht mehr weiterhalf, auf die schriftliche Beschreibung zurückgegriffen, die er verbrennen würde, sobald er sein Ziel erreicht hatte.

Er stieg aus und trat auf den schlammigen Straßenrand und war innerhalb kürzester Zeit pitschnass. Er öffnete die Beifahrertür und holte die Schaufel heraus, die er bei Walmart besorgt hatte, legte sie sich über die Schulter und marschierte ins Sumpfland.

Er erkannte die Stelle von dem Foto wieder, das man ihm in London gezeigt hatte. Ein Zypressenhain, der eine kleine Lichtung säumte, mit einem großen, deplatziert wirkenden Felsen in der Mitte.

Milton trat darauf zu, dann machte er drei Schritte zurück auf die Lichtung und begann zu graben. Die Erde hatte sich bereits mit Wasser vollgesogen, sodass sich die Schaufel ohne große Mühe durch die Grasnarbe stoßen ließ. Er rammte das Blatt in die Erde, drückte es mit dem Stiefel hinunter, hob den nassen Erdbatzen heraus und schleuderte ihn hinter sich. Innerhalb kürzester Zeit war er schlammverschmiert. Nach zehn Minuten hörte er ein metallisches Geräusch. Er schätzte die Ausmaße des Gegenstands ab und hob dann rundherum so viel Erdreich aus, dass er ihn mit den Händen herausziehen konnte.

Es war ein Metallschrank, anderthalb Meter hoch, dreißig Zentimeter breit, mit massiven Beschlägen und einem großen Vorhängeschloss. Milton zog einen Schlüssel aus der Tasche und öffnete es.

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