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Rungholts Sünde Historischer Kriminalroman von Meister, Derek (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.06.2010
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Rungholts Sünde

Historische Hochspannung vom Feinsten! Lübeck, zur Passionszeit 1392: Eine Hitzewelle erstickt die Stadt, doch den ehrbaren Bürgen gefriert das Blut in den Adern. Es werden Leichen gefunden, mit Steinen in der Brust an Stelle des Herzens. Auf Bitten des Magistrats ermittelt der bärbeißige Patrizier Rungholt mit seinen Helfern Kapitän Marek und der aufgeweckten Chirurgin Sinje, deren kecker Widerspruchsgeist und medizinische Kenntnisse ihn ziemlich faszinieren. Doch die Lösung des bizarren Falls liegt nicht in der Fremde, sondern bei Rungholt selbst: in seiner größten, ungesühnten Sünde - und bei einem frommen Wanderprediger ... Nach dem erfolgreichen Erstling nun der neue Roman um den bärbeißigen, Patrizier Rungholt. Derek Meister wurde 1973 in Hannover geboren. Er studierte Film- und Fernsehdramaturgie an der Filmhochschule Potsdam-Babelsberg und schreibt erfolgreich Serien und Spielfilme fürs Fernsehen - und spannende Romane, mit denen er sich eine große Fangemeinde erobert hat. Derek Meister lebt mit seiner Familie in der Nähe des Steinhuder Meers.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 576
    Erscheinungsdatum: 14.06.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641040109
    Verlag: Blanvalet
    Serie: Rungholt 2
    Größe: 1996 kBytes
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Rungholts Sünde

" 13 (S. 126-127)

Noch Monate später würden die Bilder zurückkehren. Schon beim ersten Blick auf die Leiche war ihm bewusst, dass sie seine Träume heimsuchen würden, dass sie wie eine tosende Welle in ihm anbranden und ihre Grausamkeit wie Gischt in ihn hineinsickern lassen würde. "Wo liegt er denn?", fragte Rungholt und drängte sich mit Bürgermeister Yborch an drei Bütteln vorbei, die stumm durch die dunkle Werkstatt wiesen. Die Sonne war noch nicht aufgegangen.

Die Männer hatten nur zwei Öllampen mitgebracht, deren Licht sich zwar in einigen der Spiegeln brach, jedoch von all den Metallstangen, Winden und Seilen geschluckt wurde, die vor den Werkbänken verteilt standen. Der mannsgroße Blasebalg pustete monoton in die letzte Glut und ließ die Werkstatt zu seinem Rhythmus aufleuchten. Im gleichmäßigen Auf- und Abglimmen der Esse erkannte Rungholt schließlich den jungen Richteherrn. Kerkring hockte auf einem derben Schemel vor einer der Werkbänke und wirkte selbst im roten Feuerschein aschfahl. Augenringe hatten sich in sein Gesicht gezeichnet, und seine Haut war teigig. Kraftlos stützte der Richter den Kopf in die Hände, die Augen geschlossen und zum Schmiedefeuer gerichtet.

Bei seinem Anblick wurde Rungholt schlagartig bewusst, dass der Mörder in keine andere Stadt weitergezogen war. Auch ohne einen Blick auf die Leiche geworfen zu haben, wusste Rungholt: Es war der Geißelbruder. Er hatte erneut zugeschlagen. Leise trat er näher, nur langsam blickte Kerkring auf, nickte Rungholt zu. Vor Kerkring auf dem Boden konnte Rungholt Erbrochenes erkennen. Der schlanke Yborch stellte sich zu Kerkring. "Hat ihn der Spiegelmacher gefunden?", fragte er. Kerkring räusperte sich und bejahte schwach. "Habt Ihr den Mann schon befragt?", wollte Rungholt wissen.

"Ja. Er weiß nichts", schnaufend atmete Kerkring durch. "Er hat die Leiche vor einer halben Stunde entdeckt." "Was hat er so spät hier noch gemacht?" "Es ist seine Werkstatt." Kerkring zuckte mit den Achseln. "Die Prim bricht gleich an. Er sagte, er habe gestern ein Zunft-treffen gehabt. Und einen Auftrag ergattern können. Da habe er schon früh am Morgen beginnen wollen." Yborch sah sich die Werkbank an. "Was für einen Auftrag?" Kerkring wischte sich seufzend die Haare aus der Stirn.

"Zwei kleinere Handspiegel und einen großen für den Bischof. Ich werde ihn nach der Morgenmesse gleich befragen." Rungholt nickte. "Er hat zu Protokoll gegeben, dass er draußen das Rattern des Wasserrads vernommen habe, als er kam. Da sei er schnell hineingelaufen", fuhr Kerkring fort. Er griff nach dem Schwert des Soldaten, das sie unter der Werkbank gefunden hatten. "Er sagte, er habe sich gewundert, dass der Blasebalg ging, dann habe er die Leiche entdeckt.""

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