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Russlandcup Krimi zur WM 2018 von Graf, Edi (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.03.2018
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)
9,99 €
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Russlandcup

¯Kommissar® Rainer Zufall, der in Wirklichkeit ¯nur® Privatdetektiv ist, findet die Leiche von Gutwart Pfost, Keeper im Kader der Deutschen Fuáball-Elf. sber das Gesicht des Toten w"lbt sich der aufgeschlitzte offizielle Spielball der Fuáball-WM 2018! Bei seinen Ermittlungen st"át Kommissar Zufall auf einen Dopingskandal, der die WM bedroht. Gemeinsam mit dem skurrilen Bestatter Dr. James Smrt und dessen tierischen Gef"hrten, dem Leichensp rgeier Wallander und der Hy"ne Kurt, begibt er sich auf die Suche nach dem M"rder. Edi Graf ist freiberuflicher Journalist und arbeitet als Redakteur in einem H"rfunkprogramm der ARD. Nach H"rspielen und Kurzgeschichten verfasste er bisher sieben Afrikakrimis um die T binger Journalistin Linda Roloff. Die schr"ge Figur des ¯Kommissar Zufall® schickt er, nach dem Musikerkrimi ¯Kriminalpolka® jetzt in der Fuáballszene auf M"rderjagd beim ¯Russlandcup®. Als Herausgeber ver"ffentlichte Edi Graf zwei Mundartb"nde und eine Krimianthologie, schrieb Reise- und Ausflugsf hrer sowie zahlreiche Kurzkrimis. Edi Graf ist Mitglied in der Krimiautorenvereinigung Syndikat und lebt mit seiner Familie in Rottenburg am Neckar.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 279
    Erscheinungsdatum: 07.03.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839255742
    Verlag: Gmeiner-Verlag
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Russlandcup

Fußballbeine

Das Tuscheln in den Reihen der Zuschauer ebbte sofort ab, als ich mit Columbostimme nach Zeugen fragte. Jeden Moment konnten die echten Kriminalbeamten eintreffen, und dann hatte ich keine Chance mehr. Daher fragte ich laut:

"Gibt es Zeugen? Wer hat irgendetwas gesehen?"

Keine Reaktion.

"Wer von Ihnen hat die Leiche entdeckt?"

Der Kleine, der noch immer als Einziger vorgetreten war, deutete auf den Krankenwagen, der auf dem Zufahrtsweg zum geschotterten Parkplatz neben dem Vereinsheim des Letzten FCKW stand, und erzählte mir die Geschichte, wie der gefeierte Stürmer des Letzten FCKW am Elfmeterpunkt über die Ballleiche gestolpert war.

"Er hat danach nur noch gestöhnt, und ich habe über die Notrufnummer einen Krankenwagen angefordert", er deutete auf den Weg. "Das Außenband ist wahrscheinlich ab", ergänzte er noch, und das schien die größte Sorge des Kleinen zu sein.

"Und der Tote?", hakte ich nach, "wer hat sich um ihn gekümmert?"

"Wir sind alle hingelaufen, aber da war nichts mehr zu machen. Und Mund-zu-Mund ging nicht, da war der Ball im Weg. Außerdem war der ja schon richtig kalt und steif. Sonst wäre unser Marzipan Steinschweiger ja nicht über ihn drüber gefallen, wenn der nicht wie ein Polder dagelegen hätte!"

"Und wer hat den Notarzt verständigt?"

Ich zeigte auf den Mann im eleganten schwarzen Anzug, der noch immer bei der Ballleiche kniete.

"Der Typ da drüben? Der war sogar noch vor dem Krankenwagen da!", antwortete der Kleine.

Ich grinste in mich hinein. Das sah dem guten Doc wieder ähnlich. Der alte Leichenfledderer schien einen guten Riecher für sein Geschäft zu haben. Ich würde später alles, was ich wissen musste, von ihm erfahren.

"Und die Polizei?", fragte ich, doch keiner antwortete. Ich schüttelte den Kopf. Da standen drei Dutzend Leute, überwiegend Männer in Fußballtrikots und eine Handvoll Frauen und Kinder und schwiegen verlegen.

"Wer von Ihnen hat die Polizei gerufen?", fragte ich laut.

Niemand regte sich.

"Wir haben gedacht, wenn der Sani erst da ist, passiert das andere von allein", stammelte der kleine Kicker. Ich holte Luft, unterließ aber eine Antwort.

"Wie heißen Sie denn, und in welcher Funktion sind Sie hier?"

"Ich bin Hausmeister. Hier im Vereinsheim. Und ich kicke."

"Name?"

"Thor Wärtle."

"Haben Sie eine Ahnung, um wen es sich bei dem Toten handeln könnte?"

Wärtle zuckte die Schultern. "Wir sind komplett, das ist keiner von uns", meinte er gleichgültig.

"Aber er trägt doch Ihr Trikot?"

"Nein", widersprach er, "das sieht nur von Weitem so aus. Das ist ein Trikot der Nationalmannschaft."

Ich glaubte, mich verhört zu haben.

"Der Nationalmannschaft?", fragte ich daher nach. "Wie kommen Sie denn darauf?"

"Na, sehen Sie mal, hier seitlich am Oberschenkel sieht man ein Stück vom DFB-Logo. Die vier Sterne sind grade noch zu erkennen. Für die vier Weltmeisterschafts-Titel, klar! Sie haben ja wohl keine Ahnung von Fußball, was?", entgegnete er frech, wobei er den Ball voll ins Tor getroffen hatte, um mal beim Thema zu bleiben.

Ich bin tatsächlich fußballtechnisch ziemlich unbedarft, und zwar sowohl in der Praxis als auch in der Theorie. Schon in der Schule war ich beim Fußball spielen immer der Letzte, der in eine Mannschaft gewählt wurde, und ich musste dann ins Tor, weil ich beim Kicken eine Niete war und die Gegner auf dem Feld mit mir leichtes Spiel hatten.

Beim Anblick des offiziellen Spielballs der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland zwischen den Schultern einer Leiche, war allerdings die Verbindung zur Nationalmannschaft vielleicht gar nicht so falsch, schoss es mir durch den Kopf, und ich versuchte jetzt, die Situation zu retten, indem ich mit einer Gegenfrage aus dem Regelfragenkatalog der Kriminalpolizei reagierte. Sie erschien mir allerdings in der gege

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