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Süßes Alibi Von Larkens dritter Fall von Winges, Stefan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.07.2012
  • Verlag: Emons Verlag
eBook (ePUB)
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Süßes Alibi

Köln um 1895. Ein stadtbekannter Fabrikant wird ermordet in seinem Büro aufgefunden. Alle Indizien weisen auf einen jungen Ingenieur als Täter hin. Als der auch noch jede Auskunft über sein Alibi verweigert, ist für Kommissar Strammel der Fall gelöst. Nur Marius van Larken hat Zweifel ...

Stefan Winges, geboren 1957 in Rheydt. Studium der Philosophie, Germanistik und Komparatistik in Bonn. Schon während des Studiums Tätigkeit als Antiquar, zuerst in Bonn, dann ab 1986 in Köln.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 176
    Erscheinungsdatum: 31.07.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863581671
    Verlag: Emons Verlag
    Serie: Marius van Larken Bd.3
    Größe: 2623 kBytes
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Süßes Alibi

KAPITEL 2

Larken klappte den Deckel seiner Taschenuhr wieder zu. Obwohl er sich für die Mahlzeit reichlich Zeit gelassen hatte, war es immer noch zu früh. Er winkte dem Kellner und bestellte ein Dessert, dazu noch einen weiteren Kaffee. Zumindest würde er nicht hungrig zu seinem Termin mit Klingenberg erscheinen.

Allmählich leerte sich der "Ehrenfelder Hof". Die Angestellten, die hier ihr Mittagessen eingenommen hatten, mussten zurück in ihre Büros. Auch Larken beglich seine Rechnung, nahm Hut, Stock und Mantel und trat hinaus auf die Venloer Straße. Ohne Eile schlenderte er über den belebten Gehweg und genoss den Sonnenschein.

Es war ein prächtiger Herbsttag. Die Sonne hatte längst die morgendlichen Regenwolken aufgelöst. Nur hier und da glänzte das Kopfsteinpflaster noch dunkel vor Nässe. Wegen des schönen Wetters hatte Larken auf Droschke oder Pferdebahn verzichtet und war zu Fuß aus der Stadt hinaus nach Ehrenfeld gelaufen. Die Strecke ließ sich angenehm gehen, und zu Hause hatte er es einfach nicht länger ausgehalten. Die Aussicht, endlich wieder an einem richtigen Fall zu arbeiten, war zu verlockend gewesen.

Auch auf der Straße herrschte reger Verkehr, hauptsächlich Lastfuhrwerke, dazwischen vereinzelte Droschken und die meist voll besetzte Pferdebahn. Eine schwere, geschlossene Kutsche rumpelte vorbei. Ihre eisenbeschlagenen Räder verursachten auf dem Pflaster einen höllischen Lärm. Auf dem Bock saßen zwei Männer in Uniform, im Inneren vermutlich noch mehr. Sie und das aufgemalte Emblem einer Kölner Bank an den Seiten ließen unschwer erraten, was in der Kutsche transportiert wurde: die wöchentlichen Lohngelder.

Larken sah dem Wagen nach und überlegte, wie groß die Summe wohl sein mochte. Es gab viele Fabriken in Ehrenfeld und noch mehr Arbeiter, die am Samstagabend ihre Lohntüte mit nach Hause nehmen wollten.

Gleich hinter dem Zentrum des Vororts begann das ausgedehnte Industriegelände mit den Werkshallen, Bürogebäuden und hohen, rauchenden Schornsteinen. Doch so hoch sie auch waren, überragt wurden sie alle von einem mächtigen Turm. Larken hatte ihn schon von Weitem sehen können, was die Konstrukteure auch so beabsichtigt hatten. Denn der Heliosturm war ein echter, vierundvierzig Meter hoher Leuchtturm.

Es handelte sich vermutlich um den einzigen Leuchtturm auf der Welt, der über zweihundert Kilometer von der nächsten Küste entfernt mitten im Binnenland stand. Angeblich für Sansibar bestimmt, hatte man ihn nach dem Tausch der Insel gegen Helgoland auf dem Werksgelände aufgebaut. Jetzt diente er als Versuchsanlage und machte nebenbei unübersehbar Reklame für die Helioswerke.

Larken hatte nie herausgefunden, was an der Geschichte mit Sansibar wirklich stimmte, aber dass ausgerechnet hier in Ehrenfeld Leuchttürme gebaut und in alle Welt exportiert wurden, war seltsam genug. Hinter dem Turm bog er von der Venloer Straße ab. Klingenbergs Fabrik musste ganz in der Nähe liegen. Vermutlich würde er immer noch vor der Zeit dort ankommen.

"Kölner Automaten-Fabrik" stand in großen Buchstaben über dem Eingang eines schlichten, zweigeschossigen Verwaltungsgebäudes in der Lichtstraße. Daran schlossen sich eine lang gestreckte Fabrikationshalle und mehrere kleine Gebäude an, eingefriedet durch eine umlaufende Ziegelmauer. Auch wenn er sich natürlich nicht mit den Anlagen der Helioswerke messen konnte, war der Komplex größer, als Larken erwartet hatte.

Der weißhaarige Sekretär ließ sich nicht beirren. Ebenso höflich wie standhaft weigerte er sich, Larken sofort anzumelden.

"Es tut mir leid, mein Herr, Ihr Termin ist um zwei Uhr. Ich kann Sie Herrn Direktor Klingenberg unmöglich schon vorher melden. Sie müssen sich noch sechseinhalb Minuten gedulden."

"Das ist nicht Ihr Ernst!"

"Marius?"

Larken drehte sich um. Die tiefe Stimme hatte erstaunt geklungen. Sie gehörte einem nicht mehr ganz jungen Mann, der in der Tür des Vorzimmers st

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