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Sünden Chefinspektor Schirmer ermittelt von Eppensteiner, Thomas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.08.2013
  • Verlag: Berenkamp-Verlag
eBook (ePUB)
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Sünden

'Sünden' - die Botschaft, die Chefinspektor Harald Schirmer, Leiter der Kriminalpolizei Mödling, auf den entsetzlich zugerichteten Leichen zweier Brüder findet, gibt zunächst viele Rätsel auf. Im ständigen Konflikt mit seiner Vorgesetzten und den polizeilichen Strukturen im Allgemeinen, lenkt er die Nachforschungen in eine Richtung, die in höheren Kreisen nicht gern gesehen wird, gerät doch eine der bekanntesten Persönlichkeiten der Stadt ins Visier der Ermittler. Gemeinsam mit seinen Assistenten, Abteilungsinspektor Hasler und Revierinspektorin Weninger, befördert Schirmer skandalöse Geschehnisse aus der Vergangenheit ans Tageslicht. Jemand begleicht alte Rechnungen, ein Wettlauf mit der Zeit beginnt. Thomas Eppensteiner ist Kriminalbeamter und lebt mit seiner Familie in Niederösterreich. Seit frühester Jugend schreibt er Kurzgeschichten und Gedichte. Mit 'Sünden' gibt er ein glänzendes Debüt als Krimiautor.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 206
    Erscheinungsdatum: 27.08.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783850935289
    Verlag: Berenkamp-Verlag
    Größe: 692 kBytes
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Sünden

3

Der Wagen verließ das Schatten spendende Waldstück. Augenblicklich griff der Sommer wieder stechend nach den beiden Ermittlern und ließ die Temperatur im Innenraum des Dienstfahrzeugs ansteigen. Am Straßenrand verdampften Pfützen und erinnerten nur mehr vage an die Kuppel aus schwarzen, regenschwangeren Wolken, unter der sich die Stadt vor weniger als drei Stunden befunden hatte. Tropisch drückend, wie in den Everglades, empfand Schirmer die Luft im Auto, obwohl er die Vereinigten Staaten von Amerika, wie all die anderen Teile dieser Erde, die Katja so gern bereist hätte, nur aus Prospekten kannte. Schirmer war in seinem ganzen Leben bisher nie weiter gekommen als bis Kärnten und hatte das Gefühl, dabei nichts versäumt zu haben. Überall dort, wo alles ein wenig anders wurde, Menschen anders sprachen oder das Essen anders schmeckte als zu Hause, fühlte er sich nicht wohl. Zumindest war er sicher, dass es so sein würde, wäre er erst einmal an solch einem Ort.

"Hier hat es eine Hitze wie in den Everglades! Kurbel doch endlich deine Scheibe runter", blaffte er Hasler an, der seit ihrer Abfahrt in sein Notizbuch schrieb. "Und überhaupt, was schreibst du da dauernd in deinen Block rein?"

Hasler klappte selbigen zu, schaute nachdenklich aus dem immer noch geschlossenen Fenster und holte mit einem langen, gleichmäßigen Atemzug Luft. "Ich hab' mir nur einige Notizen zum Fall gemacht, Harald. Fragen, die wir zu Beginn abarbeiten sollten", erklärte er und überging dabei die Aufforderung seines Chefs, die Scheibe zu öffnen. Zugluft war das Letzte, was er jetzt brauchen konnte. Sie würde seinem labilen Immunsystem mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Sommergrippe und seinem Genick eine mehrtägige Starre einbringen. Dinge, auf die er gut und gern verzichten konnte.

Mechanisch surrend fuhren die hinteren Fenster nach unten. Schirmer drehte derweilen an den Reglern der Klimaanlage, entlockte den Lüftungsschlitzen aber bloß einen schwachen, nach wenigen Sekunden versiegenden Strom warmer Luft.

"Na, wenigstens die elektrischen Fensterheber funktionieren", stellte er fest und sandte ein schadenfrohes Lächeln nach rechts.

"Was meinst du, wie Fred Spergel da nach oben gelangt ist?", spann Hasler seine Gedanken weiter und blickte dabei verärgert über seine Schulter nach hinten. "Der hat doch mindestens hundert Kilo gewogen. Den kann doch niemand da raufgetragen haben."

Sie waren der Gumpoldskirchner Straße bergab gefolgt und fuhren stadteinwärts. Der Straßenzug wurde am Ende des Hangs zur Technikerstraße und brachte sie vor das Hauptgebäude der Höheren Technischen Lehr- und Versuchsanstalt. Vor dem geschichtsträchtigen Bau, der seit Anfang des vorigen Jahrhunderts wie ein Schloss über der Stadt thronte, musste Schirmer anhalten und dem Gegenverkehr Vorrang lassen. Hinter dem Dach der HTL erhob sich der Eichkogel, an dessen höchster Stelle sie eben gewesen waren. Hasler versuchte, die Lichtung, den Baum und den Toten auszumachen, scheiterte aber am gleißenden Licht der Sonne, in dem sich die Anhöhe verlor.

"Schreibst du dir solche Fragen in den Block da? Das kenn' ich gar nicht von dir, Alter." Das dichte Haar klebte strähnig auf Schirmers Stirn. Sein Hemd war bis zur Hälfte aufgeknöpft, was ihm allerding keine nennenswerte Linderung verschaffte. Mit einem Ruck fuhr der Wagen wieder an.

"Ich habe dieses Notizbuch von Silvia zum Geburtstag geschenkt bekommen. Das ist übrigens echtes Leder." Hasler strich liebevoll über den feuer

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