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Sandgrab Thriller von Tursten, Helene (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.09.2019
  • Verlag: btb
eBook (ePUB)
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Sandgrab

Es ist kurz vor Weihnachten, und die neunjährige Amelie verlässt ihre Schule in Strömstad in Südschweden, um nach Hause zu fahren. Doch sie kommt nie an. Kurz darauf verschwindet ein weiteres Kind, und der Verdacht richtet sich gegen einen schweigsamen und sonderbaren Teenager in dem kleinen Ort. Doch als ein Polizist tot aufgefunden wird und kurze Zeit später ein explosionsartiger Brand in einer Scheune ausbricht, ist die Polizei hoch alarmiert. Kriminalinspektorin Embla Nyström von der Mobilen Einheit der Bezirkskriminalpolizei Västra Götaland, übernimmt den Fall. Leben die Kinder noch? Oder läuft im idyllischen Strömstad ein Serienmörder frei herum? Helene Tursten, geboren 1954 in Göteborg, arbeitet als Zahnärztin, ehe sie sich ganz auf das Schreiben von Kriminalromanen konzentrierte. Ihre Serie um die Göteborger Kriminalinspektorin Irene Huss hat nicht nur viele Fans, sondern wurde auch erfolgreich verfilmt. 'Sandgrab' ist der zweite Fall für die junge Polizistin Embla Nyström. Helene Tursten lebt in Sunne/Värmland.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 09.09.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641217327
    Verlag: btb
    Serie: Embla Nyström 2
    Originaltitel: Sandgrav
    Größe: 1852 kBytes
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Sandgrab

A melies Herz pochte laut, und ihr Magen krampfte sich vor lauter Nervosität zusammen. Schon während der letzten zehn Unterrichtsminuten war sie angespannt gewesen wie ein Flitzebogen. Als endlich der Gong ertönte, sprang sie von ihrem Stuhl auf und rannte dicht gefolgt von Tuva in den Korridor hinaus.

"Ich komm bis zur Bushaltestelle mit!", rief Tuva.

Während die Mädchen auf den Ausgang zuliefen, zogen sie sich ihre Jacken über. Auf der Treppe blieben beide stehen, um die Reißverschlüsse hochzuziehen und sich ihre Mützen aufzusetzen. Draußen war es schon dunkel, und der heftige Wind vom Meer blies ihnen eiskalt ins Gesicht. Obendrein hatte es auch noch angefangen, in Strömen zu regnen. Nur noch zwei Wochen bis Weihnachten und nicht eine Schneeflocke in Sicht. Wie öde!, dachte Amelie. Am liebsten hätte sie kehrtgemacht und wäre wieder zu ihren Klassenkameraden hineingegangen, aber sie müsste erst nach Hause, um ihr Lucia-Gewand und die Kerze zu holen.

Ihre Musiklehrerin hatte darauf bestanden, dass sich alle umziehen, damit die letzte Probe vor dem Krippenspiel und der Lucia-Prozession auch echt wirken würde. Generalprobe hatte sie gesagt.

Heute Morgen war es zu Hause ziemlich hektisch zugegangen. Wie immer wollte Julien, dieser Morgenmuffel, partout nicht in den Kindergarten. Ihre Mutter hatte beim Anziehen einen regelrechten Kampf mit ihm ausfechten müssen. Deshalb waren sie erst viel zu spät von zu Hause losgekommen und hatten in der Eile die Plastiktüte mit den Lucia-Sachen auf dem Fußboden im Flur vergessen.

Amelie besaß eine eigene Monatskarte, weil sie keine Lust mehr auf den Hort hatte. Mit dem Bus war es von ihrer Schule bis nach Önnaröd, wo sie wohnte, zwar nur eine Station, aber im Dunkeln an der schmalen Landstraße entlangzugehen, war zu gefährlich. Obwohl ihre Stiefel und Jackenärmel mit Reflektoren versehen waren, bestand ihre Mutter darauf, dass sie mit dem Bus fuhr. Tuva hingegen wohnte in der Nähe der Schule, sodass sie keine Monatskarte benötigte. Die Mädchen waren beste Freundinnen und gingen in die dritte Klasse. Amelie würde in zwei Monaten und drei Tagen zehn werden, und sie fand, dass der Hort etwas für Kleinkinder war. Tuva teilte ihre Auffassung, obwohl sie erst am fünften Mai Geburtstag hatte.

Jetzt glaubten die Mädchen zu hören, wie der Bus in die Haltestelle einbog. Oder fuhr er etwa schon wieder los?

"Ej, warten!", riefen sie.

Sie rannten, so schnell sie konnten, den Hügel hinunter, nur um kurz darauf die roten Rücklichter im Dunkeln verschwinden zu sehen. Der nächste Bus würde erst in zwanzig Minuten kommen. Scheiße auch! Die beiden müssten unbedingt in einer halben Stunde wieder zurück in der Schule sein!

Die Mädchen hielten nach dem Wettlauf einen Augenblick an der leeren Bushaltestelle inne, um durchzuschnaufen. Wahrscheinlich wäre es schneller, einfach zu Fuß nach Hause zu laufen, denn das dauerte nur zehn Minuten. Aber dann werde ich klitschnass, dachte Amelie. Im selben Augenblick hörten sie ein vertrautes knatterndes Motorengeräusch. Kristoffer! Tuva und er waren verwandt, auch wenn Amelie nicht genau wusste, wie, aber die beiden hatten schon mehrfach in seinem EPA -Traktor, einem Pick-up-ähnlichen Gefährt, mitfahren dürfen. Obwohl er ihn selbst A-Traktor wie Arbeitstraktor nannte. EPA -Traktor sagte man früher dazu in Anspielung auf selbst gebaute Billigfahrzeuge.

Entschlossen stellte sich Tuva an den Straßenrand und winkte eifrig, als sich das Fahrzeug langsam näherte. Als Kristoffer anhielt, bekam Amelie heftiges Herzklopfen. Er kurbelte die Seitenscheibe herunter und schaute sie beide fragend an. Aus den Lautsprechern seines Autoradios dröhnte Rockabilly-Musik, die im Wartehäuschen der Haltestelle widerhallte.

"Hej! Kann Amelie mitfahren? Sie hat den Bus verpasst ... darf sie? Bitte, bitte!"

Er nickte, und Amelie lief um den Wagen herum zur Beif

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