text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Schach! Ein Wien-Krimi von Pitterna, Manfred (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.08.2016
  • Verlag: Karin Fischer Verlag
eBook (ePUB)
3,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Schach!

Thomas Pick ist die zweite Woche auf Urlaub, doch der Urlaub bringt nur Frust, keine Erholung. Statt sich mit Doris Filz zu verloben, muss er in Linz auf ihre Beerdigung. Sein Vater hat ihn in den zwei Urlaubswochen in der gemeinsamen Firma vertreten und fährt geschäftlich nach Prag. Auf der Heimfahrt kommt er tot in Wien an. Bald darauf wird auf Thomas Pick aus einem fahrenden Auto geschossen. Vera Vollmer, die er bei seiner Heimfahrt von Linz zufällig kennen gelernt hat, ist dabei und kann ihm rasch helfen. Da sie sich auf Anhieb gut verstehen, denken sie daran, zusammenzuziehen, sich eine gemeinsame Zukunft aufzubauen, wobei sich jedoch Hindernisse ergeben, welche die Planung der beiden durcheinanderbringen. Ein Teil davon ergibt sich daraus, dass Thomas Pick mit Freunden einen Plan entwickelt, dem Mörder und Attentäter 'Schach!' zu bieten ..., und sich auf ein mörderisches Spiel mit einem russischen Paten einlässt ... Manfred Pitterna, geb. 1954 in Wien, schreibt seit 1969. Der ungeliebten Versicherungstätigkeit folgen Schauspielausbildung (Abschluss 1981), Freievangelisches Theologiestudium in der Schweiz und in Deutschland (Abschluss 1991) und Literaturstudium (Abschluss 2004). Theaterbeauftragter im Kulturverein "Klopfzeichen" (Wien) zwischen 1988 und 1994; in dieser Zeit werden drei Theaterstücke von ihm aufgeführt. Im Jahr 1990 wurde Manfred Pitterna aufgrund des Briefwechsels mit einem Freund von diesem motiviert, Kurzprosa zu schreiben. Arbeit an dem Roman "... und Ehre sei dem Schöpfer" seit 1993; sein Romanerstling erscheint 2005. Textbeiträge in mehreren Anthologien. Der Autor ist Mitglied der ÖDV und IG-Autorinnen und Autoren Wien.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 346
    Erscheinungsdatum: 03.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783842283626
    Verlag: Karin Fischer Verlag
    Größe: 440 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Schach!

Prolog
Was war

Samstag, 20. August 1955

Vera Kalinina

Vera Kalinina wurde in Wien in ein tschechisches Elternhaus hineingeboren. Als dies in den Zwanzigerjahren geschah, war das vorübergehend weniger ein Problem als vor 1914, wo Tschechen gegen alles Deutschsprachige hetzten und Österreicher gegen alles Tschechische. Aber es sollte sich bekanntermaßen nochmals eine Hetze erheben, die ein zweites Mal Europa in Brand steckte und so in Schutt und Asche legte.

Vera Piskaczek, wie sie mit dem Mädchennamen hieß, war eine Mitschülerin von Karl Anton Pick. Nach der gemeinsamen Schulzeit in der Grundschule, so hieß die spätere Volksschule zuvor, verloren sie sich für viele Jahre aus den Augen, um sich in der internationalen Zone Wiens, im ersten Bezirk, im Sommer 1955 kurz wiederzusehen. Sie setzten sich in den Gastgarten eines Kaffeehauses und sprachen über die Jahre, die sie sich nicht gesehen hatten. Da stellte sich für Karl Anton Pick heraus, dass aus Piskaczek Kalinina geworden war. Vera erzählte ihrem ehemaligen Mitschüler von ihren beiden Ehemännern.

"Sergej, musst du wissen, ist ein wunderbarer, und liebevoller Mann. Er hat mich aufgelesen, im wahrsten Sinn des Wortes von der Straße aufgelesen, als mein Mann, auch ein Russe, meiner überdrüssig war und mich nach sechs Ehejahren, die wenigstens kinderlos blieben, auf die Straße geworfen hatte."

"Meine Frau kann auch keine Kinder bekommen. Aber wir haben die Adoption eines Kindes beantragt. Das Verfahren läuft noch", warf Karl Anton Pick ein.

"Schon möglich, dass es an ihm lag, dass wir kinderlos blieben; er wollte sich nicht untersuchen lassen. An mir lag es jedenfalls nicht. Denn mit Sergej habe ich zwei Buben, die sich prächtig entwickeln. Da Sergej hier als Besatzungssoldat lebt und ihr ja euren Staatsvertrag nun doch bekommen habt, werde ich auch nicht mehr lange hier sein. Die Westalliierten haben schon mit dem Truppenabzug begonnen; Sergej weiß noch nicht, wann es losgeht, aber sicher ist, dass wir nicht wie andere nach Russland zurück müssen. Wir werden in die CSSR gehen. Ich werde dir schreiben, vielleicht kannst du mich mal besuchen kommen."

Karl Anton Pick, der Schulfreund von Vera Kalinina, geborene Piskaczek, geschiedene Fedorsov, hätte wohl die neue Adresse bekommen, doch letztlich hörte Vera auf ihren Mann Sergej und unterließ es, ihrem Schulfreund zu schreiben, denn das Damoklesschwert der Verbannung nach Sibirien in einen Gulag schwebte über ihren Köpfen. In dem Jahr zwischen dem Abzug aus Österreich und dem Ungarnaufstand war man in Moskau entsprechend nervös, denn zur gleichen Zeit mit den Unruhen in Ungarn kam Moskaus Verbündeter, Abd el Nasser, durch einen Blitzangriff der Israelis schwer unter Druck. Da waren sich Vera und Sergej einig: lieber bei den Tschechen als Besatzer verhasst als bei den Sowjets als Klassenfeind gemieden.

Sonntag, 4. November 1956

Soldat Fedorsov und sein bestes "Pferdchen"

Viktor Fedorsov war im April 1945 als junger Soldat mit der Sowjetarmee über Budapest nach Wien gekommen. Nach einiger Zeit besaß er Verbindung zu den Usia-Betrieben, die in der österreichischen Sowjetzone (Burgenland) Erdöl förderten. Bereits kurz nachdem er mit der Roten Armee österreichischen Boden betreten hatte, verfügte er über eine kleine straff geführte Organisation aus Russen und Österreichern.

Nach sechs Ehejahren mit Vera Piskaczek lernt er Elisabeth Petermunk kennen und wirft Vera aus der Wohnung. Elisabeth wird Anfang 1954 schwanger, als er wieder mal "Lust auf sie" hat, die so gezeugten zweieiigen Zwillinge kommen am 11. Oktober 1954 zur Welt. Doch er erfährt nichts von den Zwillingen, da er zu diesem Zeitpunkt bereits ein Doppelleben führt. Einerseits als sowjetischer Besatzungssoldat, andererseits als "der schöne Viktor", der drei florierende Nachtlokale besitzt, Elisabeth Petermunk ist in einem davon "eines seiner besten Pferdchen". In ihrer schwie

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen