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Schandpfahl Kriminalroman aus der Eifel von Barz, Stefan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.09.2014
  • Verlag: KBV Verlags- & Medien GmbH
eBook (ePUB)
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Schandpfahl

Grausame Ritualmorde in der Eifel? Ein Aufschrei geht durch die Eifel: Am historischen Pranger im Freilichtmuseum Kommern wird nachts ein Mann hingerichtet. Das Opfer ist der Bauunternehmer Andreas Berger ? und niemand kann sich vorstellen, wer den beliebten, tiefgläubigen Mann töten wollte. Der Schöngeist Jan Grimberg wird im Rahmen seiner Polizeiausbildung in diesen bizarren Fall hineingeworfen und Kommissar Steiner zur Seite gestellt ? seinem neuen Mentor, der ihm auf Anhieb unsympathisch ist. Jan will sich in den Ermittlungen behaupten, wird von Steiner jedoch kaum ernst genommen. Schon kurze Zeit später wird ein weiteres Opfer an dem symbolträchtigen Schandpfahl aufgefunden. Gequält, erniedrigt, grausam getötet. Welches Geheimnis verbindet die beiden Opfer? Das Krimi-Debüt von Stefan Barz wurde vom nordrhein-westfälischen Eifel-Landkreis Euskirchen mit dem Jacques-Berndorf-Preis 2014 ausgezeichnet, der im Rahmen des Festivals 'Nordeifel Mordeifel' als Förderpreis für Eifelkrimis verliehen wird. Stefan Barz, geboren 1975 in Köln, wuchs in Kommern auf und lebt heute in Wuppertal. In Bonn studierte er Germanistik und Philosophie und arbeitete nebenbei als freier Journalist. Nach dem Studium wurde er Lehrer und begann mit dem Schreiben fiktionaler Texte. 2011 erschien seine erste Kurzgeschichte 'Klassenzimmer', 2014 sein erster Kurzkrimi 'Erbsünde', mit dem er für den Agatha-Christie-Krimipreis 2013 nominiert wurde.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 02.09.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783954412037
    Verlag: KBV Verlags- & Medien GmbH
    Serie: KBV Krimi Bd.1
    Größe: 662 kBytes
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Schandpfahl

2. Kapitel

9. September 2013

Der Schrei war durchdringend und auf jeden Fall mehrstimmig. Das konnten nur die Mädchen aus der 8b sein, dachte Frau Schöller und prüfte, wer aus der Klasse nicht mehr da war. Maike, natürlich, und Pia, außerdem Hanna und Chantal. Jetzt bemerkte Frau Schöller, dass auch die drei Plagegeister fehlten: Jerome, Leon und Joshua, die alle drei das Kevinismus-Syndrom hatten: schwer erziehbare Taugenichtse mit neumodischen Namen.

Frau Schöller rannte los in die Richtung, aus der der Schrei gekommen war. Der Tag hatte schon miserabel angefangen. Völlig lustlos waren die 64 Teenagerbeine der 8b durch das Freilichtmuseum Kommern geschlurft, und keiner ihrer Schüler hatte auch nur annähernd Interesse an den historischen Bauten gezeigt, an den Vorträgen von Frau Rosenberger, der Museumsführerin, und den Handwerkern, die ihr Können eindrucksvoll vorführten. Die Schüler hätten den Wandertag lieber im Kino verbracht statt im Freilichtmuseum. Den Gipfel der Frechheit hatte sich Jerome erlaubt, als Frau Rosenberger die Zehntscheune vorgestellt hatte. "Kennen Sie Wayne?", hatte Jerome gefragt, und seine Clique hatte dreckig gelacht, während Frau Rosenberger diesen Hormonprotzer freundlich-fragend angeschaut hatte, als müsste sie diesen "Wayne" kennen.

Frau Schöller hatte sich so sehr für ihre Schüler geschämt, für die Bildung keinen Wert hatte. Wayne das interessiert ... Dabei erschloss sich die heutige Alltagskultur nur, wenn man ihre Geschichte kannte, fand sie. Das heutige Bildungswesen, die Wirtschaft, das Rechtssystem – alles verstand man besser, wenn man es aus der Perspektive des historischen Wandels betrachtete. Und das Freilichtmuseum bot alles andere als trockene Schulbuchtexte, nämlich anschauliche, lebendige Geschichte. Eigentlich viel zu schade für die heutige Jugend, hatte Frau Schöller gedacht und sich gefragt, warum sie keinen aufregenderen Beruf ergriffen hatte. Wenn sie sonntags den Münsteraner Tatort anschaute, wäre sie gerne die Assistentin von Professor Börne. Sie liebte die souveräne und witzige Art, wie der kluge Rechtsmediziner seine Leichen sezierte.

Wieder schrien mehrere Mädchen auf. Die Schreie gingen in entsetztes Heulen über.

Im Laufschritt warf Frau Schöller einen Blick auf den Lageplan. Die Geräusche waren aus Richtung Dorfkapelle gekommen, die in der Baugruppe Eifel stand. Neben der Kapelle stand eine alte Gerichtssäule, die von mehreren Schülern eingekreist wurde. Immer mehr Teenies kamen dazu und brachen in Tränen aus.

Einige Mädchen nahmen sich tröstend in den Arm. Andere packten ihre I-Phones aus der Tasche und aktivierten die Videofunktion. Allen voran Jerome, der sich durch die Menschentraube zur Gerichtssäule drängte und sein Handy mit ausgestrecktem Arm vor sich hielt.

Was war da los?

Frau Schöller legte noch einen Schritt zu, lief an den verheulten Gesichtern ihrer Kinder vorbei – und hielt sich die Hand vor den Mund. Das war das Grausamste, was sie je gesehen hatte. An die Gerichtssäule war ein toter Körper gekettet, ein blutverschmierter Mann, der sehr gelitten haben musste. Und dieser Mann ... Das konnte doch nicht sein, das war doch ...

Frau Schöller dachte den Gedanken nicht zu Ende, stattdessen versuchte sie mit hektischen Bewegungen, Jerome das Handy aus der Hand zu reißen, der aber immer wieder geschickt auswich, weiter filmte und dabei stammelte: "Krass ey, echt krass ey."

Wenn man Jan Grimberg ein Jahr zuvor gefragt h&au

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