text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Scharfschütze Thriller von Kärger, Christian (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.09.2019
  • Verlag: Penguin Verlag
eBook (ePUB)
9,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Scharfschütze

Ein Thriller wie eine nervenzerreißende Achterbahnfahrt! Ein kaltblütiges Attentat erschüttert München. Scheinbar wahllos erschießt ein Unbekannter mit einem Präzisionsgewehr fünf Menschen und entkommt. Die Sonderkommission fahndet nach dem Täter, doch findet weder ein brauchbares Motiv noch eine Verbindung zwischen den Opfern. Von Politik und Medien unter Druck gesetzt, sieht sich der Polizeichef gezwungen, den eigensinnigen Kriminalhauptkommissar Paul Simon in den Dienst zurückzuholen. Simons erste Spur führt zu der Leiche eines Exsoldaten, der sich in einem Brief zu der Tat bekennt. Der Fall scheint gelöst. Aber Simon spürt, dass eine viel grausamere Wahrheit hinter dem Anschlag steckt ... Christian Kärger, aufgewachsen im Allgäu, studierte an der Hochschule für Fernsehen und Film und arbeitete 30 Jahre als Drehbuchautor in München. Über hundert seiner Drehbücher wurden für Kino und TV verfilmt. Der Autor lebt heute in Memmingen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 528
    Erscheinungsdatum: 09.09.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641228927
    Verlag: Penguin Verlag
    Serie: Paul Simon
    Größe: 2725 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Scharfschütze

PROLOG

"Psycho Killer, qu'est-ce que c'est?

Fa, fa, fa, fa, fa, far better

Run, run, run, run, run away

Psycho Killer, qu'est-ce que c'est?"

In den Kopfhörerstöpseln, die er sich in die Ohren geklemmt hat, hämmert die Musik.

Talking Heads.

Psycho Killer.

In seinem Kopf ist es höllisch laut, und ihm ist höllisch heiß. Den Refrain des Songs singt er aus vollem Hals mit, während er sich mit einem Tuch den Schweiß abwischt.

Er sitzt an einer Werkbank in einer fensterlosen Halle mit kahlen Betonwänden. Sie hat die Ausmaße einer Tennishalle, ist aber bis auf die Werkbank, einige Schränke und Regale und einen matt lackierten braunen Pick-up leer. An der Wand über der Werkbank hängen Werkzeuge, wohlsortiert und geordnet nach Funktion und Größe. In Regalen und auf Rollschränken stehen PC s und Bildschirme unterschiedlicher Bauart und Größe, verbunden durch Kabelbündel. In Kartons befinden sich Elektronikteile: Festplatten, Keyboards, Tastaturen, Soundkarten, Router, Drucker.

In einer aufgeklappten Metallkiste stecken Handfeuerwaffen in maßgeschneiderten Schaumstoffvertiefungen. Ein zweiter, längerer Metallkoffer enthält die Einzelteile eines Scharfschützengewehrs samt Zielfernrohr und aufschraubbarem Mündungsfeuerdämpfer, es ist ein mehrschüssiges Repetiergewehr, im Militärjargon G 22 genannt.

Der Minutenzeiger der billigen Küchenuhr im Sichtfeld des Mannes rückt mit einem Klicken auf die Zwölf vor, der Stundenzeiger steht auf der Drei.

Der Mann wirft einen kurzen Blick auf das Ziffernblatt und vertieft sich dann wieder im Licht einer hellen Zahnarztlampe ganz in seine Arbeit.

"Psycho Killer, qu'est-ce que c'est?

Fa, fa, fa, fa, fa, far better

Run, run, run, run, run away

Psycho Killer, qu'est-ce que c'est?"

Er ist noch keine vierzig Jahre alt, seine Haare sind militärisch kurz geschnitten, er hat Aknenarben auf Stirn und Wangen, und seine durchtrainierten Unter- und Oberarme sind übersät mit farbigen Tattoos, die von einem Meister seines Fachs gestochen worden sind. Die Motive, die nahtlos ineinander übergehen, entstammen dem fantastischen Universum von William Blake. Drachen, Engel, rätselhafte und unheimliche Mischwesen in Menschen- und Tiergestalt, eine explodierende Sonne.

Es ist Hochsommer, die Luft ist stickig, und der kleine Tischventilator, der im Regal auf Kopfhöhe steht, ist abgeschaltet, weil schon der kleinste Luftzug das filigrane Werk des Mannes beeinflussen und vor allem die exakt ausgewogenen Pulvermengen für das, was er herstellt, durcheinanderbringen könnte. Es gibt keine Kühlung, bis er seine Arbeit beendet hat.

Deshalb perlt ihm der Schweiß an Stirn und Schläfen herunter. Das Amphetamin und das andere pharmazeutische Zeug, das er eingeworfen hat, verstärken die Schweißbildung, aber gnadenlose Hitze ist er gewohnt. Er war in Afghanistan und in Mali.

Alle paar Minuten wischt er sich mit einem fleckigen Tuch ab, ist ganz darauf konzentriert, keine Fehler bei seiner haarigen Präzisionstüftelei zu machen. Wenn ihm ein Schweißtropfen ins Auge gelangen würde, der brennt und ihn unfreiwillig zum Zwinkern zwingt, wäre er möglicherweise einen Moment lang nicht sorgfältig genug.

Und das kann er sich nicht leisten.

Bei den Patronen vom Kaliber .300 Winchester Magnum, die er für seine Zwecke mit der Wiederladepresse unter der starken Vergrößerungslupe selbst fertigt, darf er keinen Blindgänger produzieren, das würde seine ganze Mission infrage stellen.

Seine Hände stecken in ungepuderten Chirurgenhandschuhen, damit auch nicht der Bruchteil eines Fingerabdrucks auf die glatte Oberfläche der Patronenhülsen gelangt.

Neben den bereits fertigen Patronen ist alles akkurat aufgereiht, was er für die Herstellung braucht: eine Pulverwaage, ein Satz Matrizen, leere Hülsen, Anzündhütchen, Treibladungspulver.

Der Mann hat scho

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen