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Schatten über Nicholas Kriminalroman von S. Fletcher, J. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.01.2014
  • Verlag: Reese Verlag
eBook (ePUB)
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Schatten über Nicholas

Der junge Ronald Camberwell tritt eine Stelle als Gesellschafter und Bibliothekar in Wrides Park, einem Landsitz in der Grafschaft Surrey an. Eines Tages taucht dort ein Fremder auf, der sich im Hause des wohlhabenen Gutsbesitzers Christopher Nicholas äußerst fragwürdig benimmt und alsbald im Park als Leiche aufgefunden wird. Die Polizei nimmt die Ermittlungen auf und Mr. Nicholas gerät unter Mordverdacht. Bei der Verhandlung vor dem Polizeigericht klinkt sich der Privatdetektiv Chaney in den Fall ein, der mit messerscharfen Verstand analysiert, in London und an der südenglischen Küste recherchiert und zusammen mit dem zu vorschnellen Schlüssen neigenden Kriminalbeamten Seargent Willerton das Rätsel um den toten Fremden zu lösen versucht. Bevor der Fall aber endgültig ad acta gelegt werden kann, taucht noch ein Lebewesen mit zehn Buchstaben auf und gibt dem Kriminalroman zum guten Schluss zusätzlichen Biss. J. S. Fletcher, eigentlich Joseph Smith Fletcher ( 7. Februar 1863 in Halifax, West Yorkshire; ? 30. Januar 1935) war ein englischer Journalist und Schriftsteller. Neben historischen und wirtschaftlichen Betrachtungen seiner näheren und weiteren Heimat veröffentlichte Fletcher auch über 100 Kriminalromane, die nicht nur Woodrow Wilson, dem damaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten, begeisterten. Die besten von ihnen sind in mehr als fünfzehn Sprachen übersetzt worden und erreichten wie die Kriminalromane von Sir Arthur Conan Doyle und Edgar Wallace Weltgeltung.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 185
    Erscheinungsdatum: 29.01.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783944621432
    Verlag: Reese Verlag
    Größe: 269 kBytes
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Schatten über Nicholas

1

Am 1. März trat ich meine Erbschaft an. An diesem Tag zahlten mir die Treuhänder, die meine Vormundschaft geführt hatten, die Summe von sechstausend Pfund aus. Mit fünf Prozent verzinst, wirft dieser Betrag im Jahr dreihundert Pfund ab, und ich mußte daher etwas unternehmen, um mein Einkommen zu erhöhen. Aber was sollte ich tun? Niemals hatte ich die geringste Neigung verspürt, bei der Marine oder im Heer zu dienen; ebensowenig fühlte ich mich zur Kirche, zur Bühne, zum juristischen oder medizinischen Studium hingezogen. Aber ich mußte mir eine Beschäftigung suchen, und deshalb kaufte ich mir, als ich das Büro der Rechtsanwälte verließ, die neueste Nummer der "Times" und las die Stellenangebote durch. Schließlich fand ich folgende Annonce, die mein Interesse erregte:

Der Inserent sucht die Gesellschaft eines jungen, wohlerzogenen Herrn von verträglichem Charakter, der ausgesprochene Vorliebe für Bücher besitzt und außerdem gewillt ist, auf dem Lande zu leben. Er würde ferner seinen Herrn gelegentlich auf Reisen ins Ausland zu begleiten haben. Kenntnisse in Billard und Whist (nicht Bridge) wären erwünscht. Gehalt jährlich fünfhundert Pfund. Bewerbungen mit Bild, ausführlichem Lebenslauf und mindestens zwei erstklassigen Referenzen erbeten an die "Times", E.C.4, Nr. X. Y. C. 3748.

Ich saß gerade beim Mittagessen im Holborn-Restaurant, als ich diese Anzeige las, und schon, bevor ich mit der Mahlzeit fertig war, hatte ich beschlossen, meine Bewerbung einzuschicken. Die Stellung schien wie für mich geschaffen zu sein, vorausgesetzt natürlich, daß mir der betreffende Herr sympathisch war. Ich liebte Bücher über alles und besaß selbst eine sehr schöne Bibliothek; ich zog ein Leben auf dem Lande den Zerstreuungen der Stadt bei weitem vor, und gelegentliche Reisen ins Ausland waren mir höchst willkommen. Für einen Amateur konnte ich leidlich Billard spielen, und da ich im Hause meines Vormunds etwas altmodisch erzogen worden war, stand ich auch beim Whistspiel meinen Mann. Meines Aussehens brauchte ich mich nicht zu schämen; das Foto, das ich einschickte, zeigte einen hübschen jungen Mann. Und an guten Referenzen hätte ich mindestens zwei Dutzend angeben können.

Zwei Wochen lang hörte ich nichts, und ich glaubte schon, daß nichts aus der Sache werden würde. Aber am nächsten Morgen erhielt ich folgenden Brief:

Wrides Park, Havering St. Michael, Surrey, 15. März.

An Mr. Ronald Camberwell.

Sehr geehrter Herr, in Beantwortung Ihres Schreibens vom 1. d. M. teile ich Ihnen mit, daß ich mich sehr freuen würde, wenn Sie mich morgen, am 16. März, um vier Uhr nachmittags im Hotel Claridge auf suchen wollten. Sollte Ihnen diese Zeit ungelegen sein, so benachrichtigen Sie mich bitte und schlagen dann selbst vor, wo und wann wir uns sprechen können.

Mit vorzüglicher Hochachtung

Christopher Nicholas.

Ich hatte zu der angegebenen Zeit nichts vor, und fünf Minuten vor vier trat ich durch die große Schwingtür des Hotels Claridge und fragte nach Mr. Nicholas. Vermutlich war er nach London gekommen, um mit verschiedenen Herren zu verhandeln, die er in engere Wahl gezogen hatte, und ich glaubte bestimmt, daß ich viele Mitbewerber vorfinden würde. Aber ich wurde sofort zu den Räumen von Mr. Nicholas geführt.

Als ich eintrat, waren zwei Personen zugegen. Die eine war ein großer, schlanker Herr von etwa sechzig bis fünfundsechzig Jahren. Erst später erfuhr ich, daß er bedeutend jünger war. Haar und Bart waren bereits gelichtet und der Schnurrbart vollkommen weiß. Er ging etwas gebückt und hatte ein blasses, kränkliches Aussehen, war aber äußerst elegant in der Art eines vornehmen Gentlemans vom Lande gekleidet. Sein Blick war merkwürdig bedrückt, als ob er große Sorgen oder in letzter Zeit Schweres durchlebt hätte. Aber sein Wesen war liebenswürdig und gewinnend, und er benahm sich mir gegenüber fast wie ein väterlicher Freund, obwohl wir uns noch gar

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