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Schatten im Hafen von Bischoff, Martin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.01.2017
  • Verlag: epubli
eBook (ePUB)
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Schatten im Hafen

Unendlich lange fünfundzwanzig Jahre hat Bruno Traber im Gefängnis Santa Fu gesessen. Jetzt ist er zurück in Hamburg St. Georg. Getrieben von der Frage, was in jener längst vergangenen Nacht, die nicht nur sein Leben zerstört hat, tatsächlich geschehen ist, beginnt er eine gefährliche Suche in der Vergangenheit. Eine mörderische Jagd nimmt ihren Lauf. Brutal, tödlich und erbarmungslos. Doch irgendwo in den nächtlichen Schatten im Hafen verbirgt sich eine schreckliche Wahrheit.

Martin Bischoff wurde 1968 im ländlichen Westfalen geboren und studierte Sozialwissenschaften in Bochum, wo er schließlich im Fachbereich angewandte Sozial- und Wirtschaftsforschung promovierte. 2000 wechselte er von der Hochschule in den liberalisierten Energiemarkt und ist geschäftsführender Gesellschafter eines Unternehmens mit Sitz in Hamburg/Sankt Georg. Er lebt zusammen mit seiner Tochter und zwei riesigen Katzen auf einem Hügel vor den Toren Hamburgs in seinem Haus 'Sturmauge'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 100
    Erscheinungsdatum: 09.01.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741882432
    Verlag: epubli
    Größe: 3709kBytes
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Schatten im Hafen

PROLOG

10. November 1989

Freedom's just another word

For nothin' left to lose

Nothin, don't mean nothin' hon', if it ain't free

Feelin' good was easy, Lord, when Bobby sang the blues

So feelin' good was good enough for me

Good enough for me and Bobby McGee

Me and Bobby McGee,

JANIS JOPLIN

Ich liebe Dich, Bruno. Wo bist du?

Eine einsame Möwe schoss aus dem dichten Nebel hervor, beäugte Kerstin kurz mehr oder weniger desinteressiert und verschwand in einem eleganten Bogen wieder in der wabernden Nebelbank, die über dem Hafenbecken der Freien und Hansestadt Hamburg wie hinzementiert lag.

Das leise Platschen der Elbe an den Landungsbrücken sang, wie schon seit achthundert Jahren, das alte Lied von Freiheit, der weiten Welt und Abenteuerlust. Majestätisch erhaben und vollkommen unbeeindruckt von dem dichten Dunstschleier.

Scheiß Novemberwetter . Kerstin fröstelte. Ihre Jacke aus teurem Alpakaleder bot nur wenig Schutz gegen den eiskalten Wind und noch weniger gegen den feinen Nieselregen, der vor einer halben Stunde eingesetzt hatte.

Die Nachricht vom Fall der Berliner Mauer hatte das ganze Land elektrisiert. "Wir sind das Volk! Die Mauer muss weg", wurde den ganzen Tag über in allen Medien skandiert. Eine mitreißende Stimmung, die niemanden kalt ließ. Auch nicht in Hamburg. In St. Georg ist bestimmt noch die Hölle los , ging es Kerstin durch den Kopf, während sie sich zum wiederholten Mal angespannt in Richtung Kehrwiederspitze umwandte. Hier im Hafen war von der euphorischen Stimmung nichts zu merken. Zumindest jetzt nicht mehr; nicht zu dieser frühen Stunde. Nur noch vereinzelt geisterten Seeleute, die zu ihren Schiffen eilten, um mit der nächsten Flut auszulaufen, durch den Nebel.

Ein hastiger Blick auf ihre Armbanduhr verriet Kerstin, dass es 03:26 Uhr war. Exakt zwei Minuten später, als bei ihrem letzten Blick auf die Uhr.

Etwas war schiefgelaufen. Dieser Gedanke fraß sich mit jeder Sekunde tiefer in ihr Bewusstsein. Ein gedankliches Krebsgeschwür. Aber keines, das seine Finger schleichend in ihr Hirn schob. Nein, energisch riss es ihr Augenblick für Augenblick ganze Brocken Mut und Hoffnung aus dem Leib. Schneller und schneller.

Ein paar Kieselsteine knirschten unter den Sohlen ihrer Turnschuhe. Aus dem Nebel drang das dunkle Tuten eines großen Schiffes zu ihr herüber. Irgendwo machte sich ein Kahn zum Auslaufen bereit, um gegen 04:00 Uhr mit einsetzender Flut den Anker zu lichten. Genau wie der Frachter, auf dem sie jetzt sein sollte; zusammen mit Bruno.

Um kurz vor drei bin ich allerspätestens im Hafen, hatte er gesagt. Tränen sammelten sich in ihren Augen. Da stand sie nun: Ein achtzehnjähriges Mädchen aus gutem Hause, mitten in der Nacht allein im Hamburger Hafen. Plötzlich wurde ihr die Absurdität ihrer Situation bewusst. Und dann kamen die Erinnerungen ...

Sie kannte Bruno jetzt seit einem Jahr und es war das schönste Jahr ihres Lebens gewesen. Bruno stammte aus St. Georg. Genau wie sie. Nur lag sein Elternhaus nicht in der gediegenen Ecke entlang der Langen Reihe, sondern in der schäbigen, die St. Georg zu Hamburgs schwierigstem Stadtteil machte. Mit seiner Mutter lebte er in der Nähe des Hansaplatzes in einem Kellerloch, welches den Namen Wohnung nicht verdiente.

Kennengelernt hatten sie sich dank des jugendlichen Übermuts - oder eher kindlichen Leichtsinns - ihrer Freundin Bettina. Betty, wie sie sie üblicherweise nannte, war eigentlich überhaupt nicht abenteu

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