text.skipToContent text.skipToNavigation

Schattenkämpfer von Lucius, Walter (eBook)

  • Erschienen: 08.05.2017
  • Verlag: Suhrkamp
eBook (ePUB)
13,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Schattenkämpfer

Eine toughe Journalistin im Kampf gegen ein mächtiges kriminelles Netzwerk

Kaum der Geiselhaft entkommen, ist die Journalistin und Kampfsportlerin Farah Hafez weiter dem russischen Oligarchen Valentin Lavrov auf der Spur - dem Kopf hinter einem internationalen Netz aus Korruption, Wirtschaftskriminalität und Menschenhandel. Als Farah in Indonesien auf neue Beweise stößt, begibt sie sich auf eine lebensgefährliche Mission.

Nachdem sie in Moskau spektakulär aus den Fängen tschetschenischer Rebellen befreit wurde, ist die Journalistin Farah Hafez in Indonesien untergetaucht. Lange kann sie sich dort allerdings nicht erholen. Schon bald erfährt sie von einem großen Kernenergieprojekt der indonesischen Regierung mit dem russischen Oligarchen Valentin Lavrov. Er ist der Mann, der Farahs Entführung in Auftrag gegeben hatte. Sie beginnt, Lavrovs Machenschaften zu recherchieren. Während Lavrov seinerseits mehr als interessiert an einem Wiedersehen mit Farah ist - einem Wiedersehen, das tödlich ausgehen könnte.

Walter Lucius ist das Pseudonym des Drehbuchautors und Produzenten Walter Goverde. Er hat für zahlreiche Theater- und Fernsehproduktionen gearbeitet und ist Gründer von Odyssee Productions, einer Produktionsfirma, die u.a. Projekte für die niederländische Regierung entwickelt hat. Schmetterling im Sturm ist sein erster Roman und der Auftakt der Heartland -Trilogie.

Produktinformationen

    Größe: 1655kBytes
    Reihe (Teil): Heartland Bd.2
    Herausgeber: Suhrkamp
    Untertitel: Thriller
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 456
    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    ISBN: 9783518742624
    Erschienen: 08.05.2017
Weiterlesen weniger lesen

Schattenkämpfer

ZWEITER TEIL
Ritual

1

Radjen Tomasoa lauschte dem Wind, der unter die Dachziegel zu kommen und sie loszureißen versuchte. Er lag auf dem Rücken, wie er es immer tat, wenn er nicht schlafen konnte. Der Sturm, mit dem ein früher Herbst sich ankündigte, erinnerte ihn an früher. An Zeiten, die für immer vorbei waren.

Anfang zwanzig war er gewesen und hatte in einem kleinen Zelt am Ufer des Trasimenischen Sees gelegen. Direkt über ihm war ein heftiges Unwetter losgebrochen. Während die Regentropfen sintflutartig auf die Zeltplane eingeprasselt waren, hatte er sich vorgestellt, mitten im Auge eines Sturms zu liegen, wo ihn nichts mehr erreichte, ihm nichts etwas anhaben konnte. Dass der Blitz einschlagen oder ein Windstoß ihn mitsamt Zelt und allem Drumherum in den See blasen könnte, davor hatte er keine Angst. Er grenzte das Chaos aus, und seine Gedanken wurden kristallklar. Wie ein Herrscher über das Leben fühlte er sich. Sein Leben. Dort im Auge des Sturms war er mächtig genug, um alles zu erreichen, was er wollte. Alles.

Er starrte den Riss in der Decke an. Wie ein Fluss mit kleinen Seitenarmen verlief er von einer Ecke des Schlafzimmers zur anderen. Schon seit über dreißig Jahren. Jeden Millimeter davon hätte er auswendig nachzeichnen können. Auch seine Ehe hatte mit der Zeit Risse bekommen, und es fehlte ihm die Energie, sie noch zu kitten. Selbst wenn er es gekonnt hätte, wäre sie ihm doch als langer und wenig erbaulicher Teil seines Lebens ins Gedächtnis gekerbt geblieben.

Wer daran schuld war, dass das, was einmal als große Jugendliebe angefangen hatte, derart vor die Hunde gegangen war, fragte er sich nicht. So etwas wie Schuld gab es nicht, hatte er beschlossen. Die Institution Ehe war sowieso bloß dazu da, den Umstand zu kaschieren, dass Liebe zwischen zwei Menschen selten ein Leben lang hielt. Eine Alternative sah er allerdings auch nicht. Die Aussicht darauf, nach einer Scheidung als Mittfünfziger ein einsames Leben führen zu müssen, schien ihm unerträglich. Sich scheiden zu lassen, hätte für ihn bedeutet zuzugeben, dass von all den Träumen, die er mit Mitte zwanzig gehegt hatte, verdammt wenig übrig geblieben war.

Aber das war nicht der Grund, warum Radjen jetzt wach lag.

Es waren die Stimmen, die in seinem Kopf nachhallten. Die Stimmen der Männer, die die interne Untersuchung seines Ermittlungsteams geleitet hatten. Zu zweit hatten sie ihm gegenübergesessen. Einer links, einer rechts, in einem extra dafür freigeräumten Büro in der Polizeidirektion, zwischen ihnen die Kamera. Beide hatten sie ein Bein über das andere geschlagen. Perfekte Symmetrie. Sorgfältig hatten sie ihre Fragen formuliert. Vielleicht noch sorgfältiger hatten sie lange, peinliche Momente der Stille zwischen den Fragen entstehen lassen. Momente, in denen Radjen das Blut in seinen Adern rauschen und in seinen Schläfen pochen gehört hatte. Momente, in denen sein Herz unregelmäßig ausgesetzt hatte, wie eine überdrehte Wanduhr.

Sie waren also über das doppelte Spiel, das der Kollege Diba in Ihrem Korps spielte, nicht informiert?

Marouan Diba, der Kripobeamte, der durch seinen Fund von 600 Kilo Heroin im Laderaum eines Flugzeugs einst landesweiten Ruhm erworben hatte, der als einer der ersten Ermittler mit Migrationshintergrund in seinem Korps Furore gemacht hatte, der zunächst vor lauter jugendlichem Ehrgeiz kaum an sich hatte halten können, später aber dickleibig im Schatten seiner selbst gestanden hatte. Ja, er, Radjen Tomasoa, Hoofdinspecteur des Polizeibezirks Amsterdam, hatte versucht, seinem ausgelaugten Ermittler neuen Lebenssaft einzuflößen. Vor einem Jahr hatte er ihm den jungen, engagierten Kollegen Joshua Calvino zur Seite gestellt. Diese Kombination hatte zu einem Debakel geführt.

Nein, ich war nicht darüber informiert, welche Kontakte der Kriminalbeamte Diba außerhalb des Korps hatte. Wie auch?

Ist das e

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen

    ALDI life eBooks: Die perfekte App zum Lesen von eBooks.

    Hier finden Sie alle Ihre eBooks und viele praktische Lesefunktionen.