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Schlüsselreiz Kriminalroman von Wolpert, Heike (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.07.2016
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (PDF)
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Schlüsselreiz

Hannover, Heimtiermesse. Kater Socke möchte endlich einen seiner Verwandten finden, als er nicht über seine Wurzeln, sondern über eine Leiche stolpert. Der Tote im Schnee ist der Wachmann Dennis Dragowski. Wurde er mit seinem eigenen Schlagstock ermordet? Hauptkommissar Peter Flott, Sockes Besitzer, nimmt die Ermittlungen auf. Aber auch Socke und sein pelziges Team sind dem Täter auf der Spur. Hat der Tod des Wachmanns etwas mit dem Verschwinden eines prämierten Rassekaters zu tun? Peter Flott stochert indes im Liebesleben des Opfers herum, was nicht nur Freunde auf den Plan ruft.

Heike Wolpert, Jahrgang 1966, wurde in Bad Mergentheim geboren. Als Kind auf ihren Berufswunsch angesprochen gab sie stets zur Antwort: Schriftstellerin. Nach dem Abitur begann sie dann aber eine Ausbildung zur Softwareentwicklerin in Schwäbisch Hall. 1990 zog sie nach Hannover, wo sie heute als Businessanalystin in einer großen Landesbank tätig ist. Lesen, insbesondere Krimis, war schon immer ihre bevorzugte Freizeitbeschäftigung. Und nachdem ihr vor einigen Jahren ein Kater zugelaufen ist, kam eine Vorliebe für Katzenromane dazu. Ihr Hobby Schreiben entdeckte sie erst Anfang 2013 wieder, als ihr Mann in Vorruhestand ging und ihr seitdem mehr Freizeit zur Verfügung steht.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 245
    Erscheinungsdatum: 06.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839251652
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 2234 kBytes
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Schlüsselreiz

Kapitel 2,
Samstag

Der erste Schritt war getan. Es war ihm ein Leichtes gewesen, das Schloss zu öffnen. Diese Fertigkeit hatte er bisher immer verheimlicht, niemand ahnte davon. Vielleicht waren sie deshalb so nachlässig geworden. Ja, sie wussten vieles nicht über ihn und zeigten auch kein Interesse daran.

Die Verbitterung über seine Gefangenschaft hatte die Erinnerung an eine Zeit davor fast vollständig ausgelöscht. Vom ersten Tag an erwartete ihn der immer gleiche Ablauf - kein Unterschied, ob es sich um Arbeitstage, Wochenende oder Feiertage handelte. Täglich feste Mahlzeiten, kontrollierter Freigang. Der Wunsch, dem zu entrinnen, war mit jedem dieser wiederkehrenden Tagesverläufe stärker geworden. Sein Plan war gereift, als er von der Veranstaltung erfuhr. Er wusste, dass es hier einen Moment geben würde, in dem die Aufmerksamkeit gering war. Diesen Augenblick hatte er genutzt. Dass es bei seiner Flucht Opfer gegeben hatte, tat ihm leid, war aber nicht zu ändern. Er hielt sich nicht lange mit reumütigen Gedanken auf. Sein Blick schweifte über die nur spärlich beleuchteten Flure, in denen er im Notlicht gerade noch die weiteren Verliese ausmachen konnte. Die anderen schienen ihn gar nicht zu bemerken, schliefen oder taten zumindest so. Keiner schlug Alarm. Noch war er nicht ganz frei, doch er hatte seinen Plan. Wenn der Wachmann käme, würde er ihn austricksen, und mit etwas Glück würde es keine weiteren Verluste geben. Es konnte nicht mehr lange dauern, sein Zeitgefühl trog ihn selten - er brauchte keine Uhr.

Socke tat es nur ungern, aber er musste Suleika recht geben. Seine Pfoten waren eiskalt, und so langsam begann er zu frieren. Und wo er schon mal beim "Rechtgeben" war, Mikeys Einschätzung entsprach ebenfalls der Realität. Es wär öde und langweilig hier. Das einzig Spannende war der Weg zum Messegelände gewesen. Socke hatte den Fußgängerüberweg über die Hermesallee, eine vierspurige Straße, genommen. Mit wohligem Gruseln hatte er eine ganze Weile die vielen Autos beobachtet, die direkt vor seinen Augen und doch in sicherer Entfernung unter ihm vorbeigerast waren. Autos stellten für ihn die ärgsten Feinde dar, war es doch ein solches Ungetüm gewesen, das damals seinen Unfall verursacht und ihn fast das Leben gekostet hätte. Der gelähmte Schwanz war da ein kleiner Preis im Tausch gegen die Ewigkeit gewesen.

Eine gewisse Herausforderung hatte es dann noch dargestellt, auf das eigentliche Messegelände zu kommen, das von hohen Zäunen und Mauern umgeben war. Doch der sprunggewandte und klettergeübte Kater meisterte auch dieses Hindernis. Hinter der Einfassung empfingen Socke Asphalt und Beton. Die riesigen Gebäude verfügten nur über wenige und sehr kleine Fenster, die zudem so hoch waren, dass man sie nur schwer erreichen konnte. Er versuchte es ein paarmal und riskierte einen Blick ins Innere der Hallen, aber das Ergebnis war enttäuschend. In keiner entdeckte Socke Tiere, vielleicht mal von Spinnen abgesehen. Nicht einmal eine Maus ließ sich blicken, nur leblose Gegenstände oder gähnende Leere. Seine Nase sagte ihm an der einen oder anderen Stelle der asphaltierten Wege, dass sich noch vor Kurzem Menschen dort befunden hatten, von Tieren oder gar von den Rassekatzen, die Chris beim Abendessen erwähnt hatte, fand er keine Spur.

Dabei waren es hauptsächlich diese erwähnten Rassekatzen, die Socke aufs Messegelände getrieben hatten. Der Kater hatte kaum noch eine Erinnerung an seine eigene kleine Familie, von der er nach seinem Unfall getrennt worden war. Man hatte ihn im Tierheim medizinisch versorgt und damit sein Leben gerettet, doch als er wiederhergestellt war, hatten sowohl seine Mutter als auch seine beiden Geschwister bereits ein neues Zuhause gefunden. Über seine Herkunft wusste Socke demzufolge nur das Wenige, was seine Mutter ihm vor ihrer Trennung erzählt hatte - "sein Name war Hashiro. Er kam aus gutem Hause, hat sogar

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