text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Schneenacht Kriminalroman von Tursten, Helene (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.12.2020
  • Verlag: btb
eBook (ePUB)
9,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Schneenacht

Embla Nyströms persönlichster Fall!
Kriminalinspektorin Embla Nyström verbringt den Winter im ländlichen Dalsland auf dem Hof ihres Onkels. Eines Morgens wird sie zu einem spektakulären Mordsfall gerufen. In einer Hütte im Wald liegt ein Toter mit Einschüssen in Kopf und Brustkorb. Embla erkennt den Mann sofort. Es ist einer der mutmaßlichen Entführer ihrer besten Freundin Lollo, die vor gut vierzehn Jahren spurlos verschwand und nie wieder auftauchte. Alte, schmerzhafte Erinnerungen werden wach und Embla beginnt zu ermitteln. Doch ein nächtlicher Schneesturm verwischt alle Spuren ...


Helene Tursten, geboren 1954 in Göteborg, ist eine der beliebtesten schwedischen Kriminalautorinnen. Ihre Serie um die Göteborger Kriminalinspektorin Irene Huss hat nicht nur viele Fans, sondern wurde auch erfolgreich verfilmt. Neben neuen Fällen für die junge Polizistin Embla Nyström veröffentlicht Helene Tursten auch sehr erfolgreich Bände mit Krimigeschichten.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 464
    Erscheinungsdatum: 01.12.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641253011
    Verlag: btb
    Serie: Embla Nyström 3
    Originaltitel: Snödrev
    Größe: 1786 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Schneenacht

Plötzlich gab der Boden unter ihren Füßen nach, und sie sank mit jedem Schritt tiefer ein. Weiter, weiter! Beeil dich! Sie näherte sich langsam dem Licht, und über das Pochen in ihren Ohren hinweg meinte sie Stimmen zu hören. Dann sah sie ein Stück entfernt drei große Schatten, die sich über eine kleinere zusammengekauerte Figur beugten, die Lollo sein musste. Lieber Gott, mach, dass es noch nicht zu spät ist! Ich werde auch nie mehr ... Lieber Gott ... Bitte hilf uns! Embla versuchte zu rufen, brachte jedoch keinen Ton heraus. Im selben Moment drehte sich einer der Schatten in ihre Richtung um, und sie wusste, dass sie geliefert war. Sie erstarrte vor Schreck, doch dann versuchte sie zu fliehen. Aber sie hatte einen Sekundenbruchteil zu lange gezögert. Ihre Füße steckten fest, und der bedrohliche Schatten flog rasend schnell auf sie zu. Schließlich packte er sie mit beiden Händen fest am Hals und würgte sie.

»Wenn du auch nur ein Wort sagst, bist du tot! Wir wissen, wer du bist und wo du wohnst!«, zischte er.

Verzweifelt presste sie hervor: »Lollo, Loll ...«

»Vergiss sie!«

Dann stieß er Embla zu Boden. Die Wände um sie herum stürzten ein, und sie versank in eiskaltem Schlamm, der ihr in Nasenlöcher und Mund drang. Atmen ... Sie bekam keine Luft mehr! Unter ihr wankte der Boden.

Embla wachte davon auf, dass sie senkrecht im Bett saß und verzweifelt nach Luft rang. Der Angstschweiß rann ihr zwischen den Brüsten herunter, und das T-Shirt klebte am Rücken. Wie jedes Mal, wenn sie aus diesem wiederkehrenden Albtraum erwachte. Doch diesmal war irgendetwas anders als sonst. Der Boden unter ihrem Bett wankte. Normalerweise wachte sie davon auf, dass sie keine Luft mehr bekam. Aber warum wankte der Boden? Und wo war sie überhaupt?

Allmählich kam sie zu sich und stellte fest, dass nicht der Fußboden, sondern ihr Bett sich bewegte.

Das kleine Gästezimmer im Haus ihres Onkels Nisse war eng, doch am Fußende ihres Bettes war gerade noch Platz für ein Zustellbett. Und von dort kam auch das Rütteln. Ein verwuschelter brauner Haarschopf tauchte an ihrem Fußende auf, und unter den Locken leuchteten zwei hellwache Augen. Ungeduldig rüttelte Elliot weiter an ihrem Bett.

»Steh auf! Heute wollen wir doch auf die Jagd gehen!«

Freudig sprang er von seinem Bett in ihres.

»Jagd! Jagd! Jagd!«

Er sang seine selbst erdachte Melodie, während er weiter herumhüpfte. Und obwohl sie noch nicht ganz wach war, musste sie lachen. Elliot war sowieso schon recht lebhaft, doch in diesem Augenblick war der Junge völlig überdreht.

»Ja, ja, aber geh erst zur Toilette und zieh dir dann die Sachen an, die im Flur überm Stuhl hän ...«

Weiter kam sie nicht, denn er war bereits aus dem Bett gesprungen und im kleinen Duschbad verschwunden, das zum Gästezimmer gehörte.

Elliot war das Beste, was ihr von der knapp ein Jahr währenden Liebesbeziehung mit Jason Abbot geblieben war, einem Jazzmusiker, mit dem sie vor fast fünf Jahren einmal zusammen gewesen war. Sie hatten wegen Jasons notorischer Untreue viele nervenaufreibende Streitereien gehabt und sich schließlich getrennt. Doch Embla hatte nach wie vor einen guten Draht zu seinem Sohn, und Jason war als alleinerziehender Vater clever genug, um einer weiteren erwachsenen Person Zugang zum Leben seines Sohnes zu gewähren. Elliots Mutter war gestorben, noch bevor Elliot ein Jahr alt gewesen war, und der Junge konnte sich nicht an sie erinnern. Jasons Familie lebte auf Jamaica und in Miami, und die einzige nahe Verwandte in Schweden war eine Tante von Elliot, geschieden, mit drei Kindern. Sie hatte mehr als genug mit sich und ihrer eigenen Familie zu tun.

Embla blieb noch ein wenig im warmen Bett liegen und versuchte die Reste der Panik abzuschütteln, die sich wie ein schwerer Stein auf ih

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen