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Schockschwerenot Angermüllers neunter Fall von Danz, Ella (eBook)

  • Verlag: Gmeiner
eBook (ePUB)
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Schockschwerenot

Der schlechte Kaffee und der penetrante Bockwurstgeruch in der Cafeteria der Kurklinik am Ostseestrand sind Kriminalhauptkommissar Angermüller von Besuchen bei seiner Frau lebhaft in Erinnerung. Nun hat er dort dienstlich zu tun: Maren Seemann, unbeliebte Klinikmanagerin, hat ihr Müslifrühstück nicht überlebt. Einen Tag später liegt der Chefarzt Dr. Paulsen tot in seinem Büro. Neben seiner Leiche wird ein mysteriöser Stein mit einem Flügelsymbol gefunden. Genau so einer wie neben Maren Seemann ...

Ella Danz, gebürtige Oberfränkin, lebt seit ihrem Publizistikstudium in Berlin. Ihr spezielles Interesse gilt der genauen Beobachtung von Verhaltensweisen und Beziehungen ihrer Mitmenschen. Außerdem wird in ihren Büchern stets ausgiebig gekocht und gegessen sowie das Zusammenleben ihrer Protagonisten mit Genuss und Ironie durchleuchtet. Ella Danz ist aktiv bei Slow Food und sie hat Kommissar Georg Angermüller erfunden, einen sympathischen Oberfranken im Lübecker Exil, der nicht nur gegen das Verbrechen, sondern auch gegen schlechtes Essen kämpft. Die Geschichten um den Genießer im Polizeidienst haben ihr bei der Kritik den Titel "Agatha Christie des Gourmetkrimis" eingebracht.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 340
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839247945
    Verlag: Gmeiner
    Größe: 1780kBytes
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Schockschwerenot

Kapitel II

Mittlerweile war der Rechtsmediziner eingetroffen und spulte seine Tatortroutine ab. Steffen hatte seinen Mitarbeiter Manfred Eberle geschickt, der ihn seit letztem Herbst am Lübecker Institut unterstützte und aus Freiburg stammte. Der junge Mann war hoch motiviert und arbeitete sehr gewissenhaft, nur wenn er in seinen Dialekt verfiel, verstanden die Kollegen oft nichts und wandten sich Hilfe suchend an Angermüller, von dem sie wohl vermuteten, er als Franke könne übersetzen. Dabei war ihm diese kehlige Sprache, die gerne die Endsilben verschluckte und aus ganz vielen Zischlauten bestand, ebenso fremd.

"Des doo isch högscht interessant", begann Eberle begeistert, als Angermüller nach ersten Erkenntnissen fragte. Dann sah der Rechtsmediziner Jansens skeptischen Gesichtsausdruck und bemühte sich sogleich um eine allgemein verständliche Ausdrucksweise.

"Gestorben ist die Person an einem anaphylaktischen Schock aufgrund ihrer Allergie, wahrscheinlich erstickt, wie der Kollege aus der Klinik Ihne ja scho gsait hät. Also insofern keine Fremdeinwirkung. Aber wenn ihr jemand des Allergen untergschobe hät - die Annahme isch, dass es sich um Kiwi handelt, in welcher Form auch immer -, dann liegt der Fall natürlich ganz anders. Gut, dass der Kollege angesichts einiger Ungereimtheiten die Polizei benachrichtigt hat. Irgend so ein Landarzt hätt womöglich einfach einen Totenschein uusgstellt. Hochgradige Kiwiallergie bekannt - und des wär's dann gwese."

Der junge Rechtsmediziner arbeitete an seiner Dissertation mit dem Thema 'Vergleichende Analyse der Leichenschau in Deutsch land am Beispiel Schleswig-Holsteins und Baden-Württem bergs' und war mit größtem Eifer bei der Sache. In Deutschland sei nämlich die Zahl unerkannter gegenüber aufgeklärten Tötungsdelikten aufgrund mangelhafter Fachkenntnis vieler Ärzte gleich hoch, also ein echter Skandal, wurde er nicht müde zu verkünden.

"Luege Se mol, Herr Angermüller: Noch eine interessante Kleinigkeit hier am Halsansatz. Da gibt es rechts und links kaum ausgeprägte schmale Hämatomstreifen, als ob jemand das Opfer dort mit ziemlich festem Griff gehalten hat. Und rechts sieht man an der Stelle eine winzige Hautabschürfung, eine zwei Zentimeter lange Kratzwunde, wahrscheinlich durch einen Fingernagel."

"Ich kann also die Staatsanwaltschaft informieren, dass von einem Tötungsdelikt auszugehen ist?"

"So isch es. Die Details müsse mir zwar bei der Obduktion genau kläre, aber die könne getroscht e Verfahre eröffne. Und mir fahre jetz."

Der Rechtsmediziner winkte den Männern vom Bestattungsinstitut, die gerade mit einem Zinksarg hereingekommen waren.

"Vielen Dank, Herr Eberle. Zwei von uns sind dann morgen dabei."

Eigentlich hatte Angermüller wenig Neigung, den Termin im Institut für Rechtsmedizin selbst wahrzunehmen, doch er konnte sich nicht immer drücken. Also stimmte er sich darauf ein, am nächsten Morgen nach einem kargen Frühstück die unangenehme Prozedur der Obduktion über sich ergehen zu lassen.

"Habt ihr noch irgendwas gefunden, das weiterhilft, Andreas?", wandte sich der Kriminalhauptkommissar an den Kriminaltechniker, nachdem er mit Staatsanwalt Lüthge telefoniert hatte. Ameise war gerade dabei, den auf dem Boden verstreuten Inhalt der Handtasche des Opfers spurensicher in Plastikbeutel zu verpacken.

"Ich kann dir genau sagen, wo die Frau den Löffel abgelegt hat: Da", sagte Ameise höhnisch und zeigte auf den Löffel mit den Müslispuren am Boden, "aber sonst nix und wir sind gleich durch", fügte er sichtbar unzufrieden hinzu.

"Na gut. Dann sehen wir uns heute Abend bei der Teambesprechung in Lübeck. Bis dann!"

"Ich kann's kaum erwarten."

Ameise konnte einfach nicht aus seiner Haut. Angermüller versuchte wegzuhören, sah nach der Uhrzeit und dann zu Jansen.

"Kleine Denkpause bei einem Kaffee?"

"Sehr gute Idee", lobte der. "Kaffee und

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