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Schrebergartenmafia Rita Delboscos zweiter Fall von Maier, Ulrich (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.07.2016
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (PDF)
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Schrebergartenmafia

Schoppendorf steht Kopf: Aus einem Fundament auf einer Groábaustelle ragen zwei nackte menschliche Beine. Ein mysteri"ser Sprengstoffanschlag und die Entf hrung des Sprechers einer B rgerinitiative lassen das unbeliebte Bauprojekt nicht aus den Schlagzeilen verschwinden. Und der Kampf gegen die Baul"wen f r den Erhalt der Schreberg"rten wird erbittert weitergef hrt. W"hrend die Kriminalpolizei noch im Dunklen tappt, macht sich das Journalisten-Duo Rita Delbosco und Nils Niklas mit ungew"hnlichen Methoden an die Ermittlung. Ulrich Maier, Germanist und Historiker, wurde im badischen Karlsruhe geboren, wuchs im w rttembergisch-fr"nkischen Heilbronn auf und studierte in der Schwabenmetropole Stuttgart. Besonders angetan hat es ihm die Landesgeschichte und das spezielle Verh"ltnis zwischen Badenern und W rttembergern. Er unterrichtete bis zu seiner Pensionierung f nfunddreiáig Jahre an einem allgemeinbildenden Gymnasium, arbeitet bis heute als Landeskundebeauftragter des baden-w rttembergischen Kultusministeriums und ist nach wie vor in der Lehrerfortbildung t"tig. Er schreibt historische Sachb cher, Jugendb cher, wissenschaftliche Aufs"tze und historische Romane und lebt am Bodensee.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 282
    Erscheinungsdatum: 06.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839251775
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 2663 kBytes
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Schrebergartenmafia

Montag, 21.9.

"So ein mieser Typ!" Wütend kurbelte ich die Seitenscheibe meines VW Käfers runter, streckte meinen Kopf aus dem Fenster und rief nach hinten: "Ich war zuerst da!"

Ein Riese in elegantem Straßenanzug stieg aus dem teuren Schlitten, der -während ich rückwärts einparken wollte - mit Schwung die Parklücke besetzt hatte.

Er grinste mich mitleidig an: "Madonna mia, scusi poverino. Die Welt ist schlecht, si, aber ich hab's eilig."

Er hielt mir einen 50-Euro-Schein unter die Nase und als ich ihn nur verächtlich anstarrte, zuckte er die Schultern und schob ihn in seine Hosentasche. Dann eilte er mit langen Schritten davon und war - bevor ich es richtig fassen konnte - in einer der noblen Villen über dem Stuttgarter Talkessel verschwunden.

Entnervt kurbelte ich die Scheibe wieder nach oben und fuhr auf der Suche nach der nächsten Parklücke mit Luchsaugen die Stafflenbergstraße entlang. Gleich bei der Kirche hatte ich Glück und konnte meinen Käfer zwischen einen bunt schillernden Smart und einen schwarzen Wrangler quetschen.

Nervös schaute ich beim Aussteigen auf die Uhr des weißen Quaderturms von St. Konrad hoch, die gerade zur halben Stunde zweimal geschlagen hatte. Wenn ich die Sünderstaffel nähme, könnte es noch klappen. Ich fand den Einstieg in das parkartige Hanggelände und sauste die Treppen hinunter.

Viertel vor sechs hatte ich mit Rita ausgemacht, im "Tempus", unten im Haus der Geschichte, gleich neben der Musikhochschule und dem Haus der Abgeordneten. Auf die rote Fußgängerampel in der Alexanderstraße achtete ich nicht, schlängelte mich durch den fließenden Verkehr und hastete im Laufschritt auf das Wilhelmspalais zu. Kurz vor Dreiviertel bog ich in die Stuttgarter Kulturmeile ein und wenig später sah ich durch die großen Scheiben des "Tempus" den roten Schopf von Rita Delbosco hell aufleuchten.

Als sie mich erkannt hatte, winkte sie mir fröhlich zu. Gleich darauf gab sie mir mit der flachen Hand, die sie behutsam hob und senkte, zu verstehen, dass ich mein Tempo verlangsamen sollte. Wie ein Fels in der Brandung thronte sie hinter der Glasscheibe des Cafés und betrachtete interessiert das pulsierende Treiben auf dem Fußgänger-Highway über der Konrad-Adenauer Straße.

"Langsam, langsam, Nils, kein Grund zur Hektik", empfing sie mich seelenruhig und wies auf den Stuhl gegenüber. "Mein Zug fährt erst in einer Stunde."

Dabei hatte sie mir am Telefon eine Sensation versprochen. "Schoppendorf steht Kopf", hatte sie ins Handy gebrüllt. "Morgen lasse ich die Bombe platzen. Mein Artikel kommt auf die Titelseite des 'Echo'!"

Den ganzen Nachmittag hatte ich mir den Kopf zerbrochen, was sie damit gemeint haben könnte, und sie saß da - die Ruhe in Person. Höflich erkundigte sie sich nach meiner Arbeit in der landespolitischen Redaktion des SWR, redete über dies und das, bis ich es einfach nicht mehr aushielt. Meine Neugier war nun nicht mehr zu zügeln.

"Rita, wir treffen uns hier doch nicht nur zum Plaudern. Schieß endlich los!"

In stoischer Ruhe lächelte sie mich an, aber ihre Augen blitzten spöttisch. "Nils Niklas, immer noch der junge ungeduldige Kollege mit dem Faible für kluge Sprüche? Kannste haben." Sie warf ihren Kopf zurück und zitierte: " Wer sich nicht einmal dem Nichtstun hingeben kann, ist kein freier Mensch . Sagt Cicero. Ist schon über 2.000 Jahre her, gilt aber trotzdem noch." Dann lehnte sie sich über den Tisch und fragte geheimnisvoll: "Du kennst doch das ehemalige Rangierbahnhofgelände in Schoppendorf."

"Die Großbaustelle, wo der neue Wohnpark und das Geschäftszentrum entstehen sollen?"

"Genau. Heute Morgen also komme ich zufällig da vorbei, höre Martinshorn, sehe Krankenwagen und Einsatzfahrzeuge der Polizei mit Blaulicht, direkt an der Baustelle. Ich stelle mein Auto auf dem Gehweg ab, schnappe mir die Kamera aus dem Handschuhfach und stürze

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