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Schusslinie Der fünfte Fall für August Häberle von Bomm, Manfred (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.08.2009
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (PDF)
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Schusslinie

Deutschland muss 2006 im eigenen Land Fußballweltmeister werden! Dass man dies nicht dem Zufall überlassen darf, darüber sind sich einige Wirtschaftsbosse und Politiker in Berlin längst einig. Im Hintergrund werden Fäden gesponnen, die bis in die schwäbische Provinz reichen. So findet sich auch Kriminalkommissar August Häberle bei seinen Ermittlungen um einen mysteriösen Mordfall in einem Geflecht aus Erpressung und Intrigen wieder. Als er das persönliche Umfeld des Ermordeten und dessen Freunde genauer unter die Lupe nimmt, muss er feststellen, dass diese alle eines gemeinsam haben: Sie kennen den Fußballbundestrainer Jürgen Klinsmann noch aus seiner Zeit, als er Jugendspieler im schwäbischen Geislingen an der Steige war. Wenige Monate vor der Fußball-WM scheint dieser in äußerster Gefahr zu sein ...

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 562
    Erscheinungsdatum: 13.08.2009
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839232279
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Serie: August Häberle Bd.5
    Größe: 1813 kBytes
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Schusslinie

Kapitel 2

Ministerialdirektor Harald Gangolf vom Wirtschaftsministerium der Bundesrepublik Deutschland war zufrieden. Er hatte das Büro des ' Instituts für kommunikative Zusammenarbeit ' in einem der hoch aufragenden Gebäude am Potsdamer Platz wieder verlassen. Als er in der Tiefgarage in den silberfarbenen S-Klasse-Daimler gestiegen war, steckte er das Handy in die Halterung und fuhr in den regengrauen Nachmittag hinaus. Dabei drückte er einige Tasten, worauf sich gleich eine Frauenstimme mit 'Hallo' meldete.

"Ich bin's. Danke, Schatz, für deine Botschaft." Er fuhr langsam auf der Alten Potsdamer Straße hinter einem Bus her, der die schmutzige Nässe aufwirbelte.

"Hat's so lange gedauert?"

"Endlos, war aber auch notwendig. Aber ich denke, Liebenstein ist der richtige Mann dafür. Einer, der weiß, worauf es ankommt. Und ganz wichtig: Er will's noch zu was bringen. Er wird darauf bedacht sein, keinen Patzer zu machen."

"Schön für dich, Bärchen", hauchte die Stimme im Lautsprecher, "und wann hast du heut Abend Zeit für mich?"

Gangolf runzelte die Stirn. Er konnte nicht überholen und fuhr nach links in die Ebertstraße hinein. Der Regen wurde immer stärker. "Ich bin jetzt auf dem Weg ins Ministerium. Zwei Termine stehen noch an, Schatz." Sein Blick fiel auf die Uhr im Armaturenbrett. Kurz nach drei schon. "Außerdem ..." Er stockte, weil er sich auch auf den Verkehr konzentrieren musste, "... außerdem hab ich dir doch gesagt, dass ich heut Abend ..."

Gangolf konnte den Satz nicht zu Ende bringen, weil ihn die Stimme unterbrach: "Weiß schon - natürlich. Besuch einer Wirtschaftsdelegation. Du musst repräsentieren." Es klang enttäuscht und der Mann erwiderte nichts, sondern atmete schwer. Rechts zogen die dunklen Steinblöcke des Holocaust-Denkmals vorbei, weiter vorne erhob sich im tristen Grau des Himmels das Brandenburger Tor und dahinter die Kuppel des Reichstags. "Schatz", begann Gangolf langsam, "wir werden demnächst zusammen nach Stuttgart reisen, du und ich - und ein traumhaftes Wochenende auf der Schwäbischen Alb verbringen. Ich kenn da ein herrliches Wellness-Hotel im Stauferland. Weißt du überhaupt, wo das ist?" Er versuchte, sie abzulenken.

"Das glaub ich erst, wenn wir dort sind", kam es schnippisch zurück.

"Okay", sagte er und gab wieder Gas, weil sich die Kolonne in Bewegung setzte, "ich meld mich aber heut noch mal."

"Und ich? Wann erfahr ich, was meine Aufgabe ist? Oder bin ich nur das Betthäschen, wenn der Herr Ministerialdirektor ein paar besondere Stunden erleben möchte?"

"Ich bitt dich, Schatz, das darfst du nicht sagen. Du weißt genau, wie aufregend ich dich finde - aber nicht nur das."

"Ja, wenn ich im Ledermini die Sekretärin des Herrn Politikers spiele und ihn derart durcheinander bringe, dass er keinen klaren Gedanken mehr fassen kann."

Er wusste, worauf sie anspielte. Vor einigen Wochen, als er sie bei einem Galaempfang als seine Sekretärin vorgestellt hatte, war sie derart betörend gekleidet gewesen, dass er beim üblichen Smalltalk völlig aus dem Konzept kam. Jetzt fuhr er am Lehrter Bahnhof vorbei, um wenig später, beim Invalidenpark, in die Scharnhorststraße einzubiegen, wo sich das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit befand.

"Wir reden heut Abend drüber, bitte, Schatz", bat er und beendete das Gespräch. Er durfte sie nicht verärgern, denn die Aufgabe, die sie übernehmen musste, war bereits klar umrissen. Außerdem wusste sie schon verdammt viel, dachte Gangolf.

Das Lokal bot einen traumhaften Blick über die Rebenhänge ins Neckartal hinunter, auch wenn dort heute dünne Nebelfetzen hingen. Auf einem Hügel, der 'Württemberg' genannt wurde, thronte die Grabkapelle jenes Adelsgeschlechts, das von dieser Landschaft stammte. Das Örtchen Rotenberg schien sich an den schmalen Ausläufer des Schurwaldes zu klammern, der hier das Neckar- vo

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