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Schuster und das böse Erwachen von Lieder, Susanne (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.07.2018
  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)
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Schuster und das böse Erwachen

Eine Prostituierte liegt ertrunken in der Badewanne, wenig später wird eine zweite mit Genickbruch in ihrem Badezimmer gefunden. Beide hatten nach ihrem Tod Geschlechtsverkehr. Ist hier das 'Spielchen' eines Freiers aus dem Ruder gelaufen? Aufgrund der DNA-Spuren gibt sich Hauptkommissar Schuster auf der Pressekonferenz zuversichtlich, den Täter bald geschnappt zu haben. Und während Zuhälter Bertie der Kripo die Hölle heiß macht und androht, sich selbst um die Sache zu kümmern, verschwindet Schusters Frau Jana spurlos ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 209
    Erscheinungsdatum: 12.07.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783962151287
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 1374 kBytes
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Schuster und das böse Erwachen

Kapitel 1

Freitag, 13. November, kurz vor 23 Uhr

Sie hätte auf ihren Bauch hören und nicht mit dem Kerl in die Wanne steigen sollen. Aber er hatte fünfzig Euro draufgelegt, und sie hatte nichts zu verschenken.

Er hockte ihr gegenüber auf dem Gummistöpsel, seine fleischigen Hände ausgestreckt, die gierig und doch zärtlich ihre Brüste kneteten. Sie überlegte, was sie später noch einkaufen müsste. Servietten, die mit den hübschen lilafarbenen Kreisen, die sie neulich im Supermarkt gesehen hatte. Und Spülmittel, das hatte sie nun schon zweimal vergessen. Sie wurde vergesslich, da biss die Maus keinen Faden ab.

Bruno knetete mit einem seligen Grinsen ihre linke Brust und nahm ihre Brustwarze zwischen zwei Finger. Bruno, nie im Leben hieß der Bursche wirklich so.

"Rutsch mal", sagte sie zu ihm, drehte den Wasserhahn auf und ließ heißes Wasser zulaufen.

Bruno erhob sich kurz, um den großen Schwamm vom Rand zu nehmen. "Dein Haar ist toll", murmelte er, während er sie wie ein kleines Kind damit abwusch.

Das alles hatte sie schon hundert Mal und wahrscheinlich öfter gehört. Hatten die Kerle nicht mal was anderes auf Lager?

Er tauchte den Schwamm ein und summte dabei vor sich hin. Dann warf er ihn plötzlich ins Wasser, sodass Schaum aufspritzte, und begann, sie durchzukitzeln. Sie schnappte nach Luft, halb erschrocken, halb verärgert. Sie war schrecklich kitzelig, schon immer gewesen. Mit einer Hand schlug sie nach ihm. "Lass das, Bruno."

"Ach komm schon, das macht doch Spaß."

"Dir vielleicht."

Seine Hände lagen auf ihren Schultern und drückten sie unter Wasser. Weil sie völlig perplex war, versank sie bis zur Nasenspitze im Schaum und kam hustend und prustend wieder hoch. Jetzt schlug sie mit beiden Händen nach ihm. "Hör mal, wenn das ein Spiel sein soll, dann sag mir gefälligst vorher Bescheid", schnauzte sie ihn an und strich sich das nasse Haar aus dem Gesicht.

Er sah aus, als würde ihm dieses bescheuerte Spiel wirklich gefallen. Kerle gab's. Sie hatte schon eine Menge erlebt: Männer, die auf allen vieren vor ihr auf dem Boden rumkrabbelten und auf den nackten Hintern geschlagen werden wollten, andere hatten ihre Pumps und ihren Lippenstift getragen und wieder andere hatten nur stumm neben ihr gelegen und ihre Hand gehalten. Aber das hier war sogar ihr neu.

"Lass uns rübergehen", schlug sie eher halbherzig vor, weil sie sich nichts weiter wünschte, als dass er seine Klamotten nehmen und abhauen würde.

"Killekille." Er kicherte wie ein Mädchen und begann wieder, sie zu kitzeln und unter Wasser zu drücken.

Ein eigenartiges, höchst beunruhigendes Gefühl durchflutete sie: Hatte der Kerl sie vielleicht nicht alle? War er womöglich gefährlich? Also wirklich gefährlich?

Sie bekam es mit der Angst zu tun. Sie wischte sich übers Gesicht und versuchte aufzustehen.

Blitzschnell packte er sie und hielt sie fest. "Nicht weglaufen."

Sie versuchte ihn wegzustoßen, und als das nicht funktionierte, trat sie nach ihm. Dabei rutschte sie seitlich weg und schlug mit dem Kopf an den Wannenrand.

Er lachte. "Siehst du, das kommt davon, wenn man nicht brav ist." Wieder griffen seine wulstigen Finger nach ihr.

Es war verrückt, das hier war doch völlig verrückt! Sie musste träumen. Sie hockte nicht wirklich gerade mit einem durchgeknallten Irren in der Wanne und ließ sich kitzeln und unter Wasser drücken.

Mit beiden Händen schlug sie nach ihm, boxte und trat ihn. Er war verblüffend kräftig, das hätte sie ihm gar nicht zugetraut. Dabei wirkte er eher schmächtig.

"Ich schreie um Hilfe", fauchte sie ihn an.

"Mach das." Er nickte mit ernstem Gesicht. Dann urplötzlich hatte er einen anderen Gesichtsausdruck: aufgebracht, wütend, fast aggressiv. Mit rauer Stimme flüsterte er ihr ins Ohr: "Das tust du besser nicht." Dann lachte er wieder. "Ist doch nur Spaß, Carola. Nur Spaß."

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