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Schwaben-Donnerwetter Der 21. Fall für Steffen Braig und Katrin Neundorf von Wanninger, Klaus (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.05.2020
  • Verlag: KBV Verlags- & Medien GmbH
eBook (ePUB)
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Schwaben-Donnerwetter

Luagabeitel! Hinterschefirgockeler! Du schmecksch abr gottsallmächtisch! Kurz vor seinem Auftritt bei den Heimattagen Schwaben wird der beliebte Volksmusiksänger Heinzi von Unbekannten gekidnappt. Was für eine Blamage! Halb Deutschland lacht über die Unfähigkeit des Volksstammes im Südwesten, zu feiern: Schwaben können alles - nur nicht Party! Der Ermittler Loose aus dem fernen Berlin stößt nicht nur mit seinen begrenzten Sprachfertigkeiten in einem schwäbischen Dorf voll skurril anmu-tender Bewohner schnell auf unüberwindbare Hindernisse. Müssen die Kollegen Braig und Neundorf übernehmen? Mit original schwäbischem Schimpfwörterlexikon! Klaus Wanninger, Jahrgang 1953, evangelischer Theologe, lebt mit seiner Frau Olivera und dem schwäbischen Kater Mogli in der Nähe von Stuttgart. Er veröffentlichte bisher 38 Bücher. Seine überaus erfolgreiche Schwaben-Krimi-Reihe mit den Kommissaren Steffen Braig und Katrin Neundorf umfasst nun 21 Romane in einer Gesamtauflage von über 650.000 Exemplaren.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 328
    Erscheinungsdatum: 01.05.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783954415342
    Verlag: KBV Verlags- & Medien GmbH
    Serie: KBV Taschenbücher 452
    Größe: 1063 kBytes
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Schwaben-Donnerwetter

2. Kapitel

D as neue Jahr hatte für Harald Loose nicht mit der Verwirklichung all jener Glücksverheißungen begonnen, die man nahestehenden Menschen in der Silvesternacht wünscht. Ganz im Gegenteil. Gleich in der ersten Woche im Januar hatte er seine Freundin in flagranti mit seinem besten Freund erwischt.

Nun waren Erlebnisse dieser Art beileibe keine allzu seltenen Ereignisse - man hörte sie schließlich immer wieder aus den verschiedensten Gesellschaftskreisen. Doch war es ein himmelweiter Unterschied, ob sich das völlig überraschte Opfer in einer ohnehin schon brüchigen Beziehung oder mitten in einer vermeintlich intakten und in jeder Hinsicht harmonischen Partnerschaft wähnte. Und genau diese weite Bereiche ihres gemeinsamen Lebens umfassende Harmonie glaubte Harald Loose in den vergangenen Monaten empfunden zu haben - nicht nur bei sich, sondern auch bei seiner Lebensgefährtin. Kein Wunder also, dass ihn dieses Erlebnis bis ins Mark erschütterte.

Drastisch verstärkt wurde der Schock durch seine biografisch bedingte Bindungsangst, die ihn von Grund auf prägte. Nach dem überraschenden Unfalltod seiner Eltern hatte er einen großen Teil seiner Kinder- und Jugendjahre in verschiedenen Erziehungsheimen verbracht. Die mangelnde persönliche Zuwendung wie die in dieser Zeit erlittenen Schikanen und Demütigungen durch andere Heimbewohner hatten Harald Loose zu einer kontaktscheuen Person werden lassen, die zwischenmenschlichen Beziehungen jeder Art äußerst skeptisch gegenüberstand. Einem anderen zu vertrauen, sich ihm emotional so weit zu öffnen, dass sich eine Freundschaft entwickeln konnte, dazu war er nur schwer fähig. Auch nach inzwischen acht Jahren weitgehend selbstständigen Lebens und seiner fast ebenso langen Tätigkeit im Polizeidienst Berlins hatte Loose deshalb neben seiner Freundin gerade mal eine Handvoll Leute so nahe an sich herangelassen, dass man von einer engeren Beziehung sprechen konnte.

Und zwei davon hatten ihm jetzt derart übel mitgespielt, wie es schlimmer wohl kaum möglich war. Seine Freundin mit seinem besten Freund! Fast als hätten sie ihm den persönlichen Beweis dafür liefern wollen, dass sein grundsätzliches Misstrauen anderen Menschen gegenüber die einzige Möglichkeit darstellte, der Realität dieser Welt korrekt zu begegnen.

Harald Loose war am Boden zerstört. Hätte man sich in den Tagen danach nach seinem Befinden erkundigt, er hätte geschworen, dass es nicht schlimmer kommen könne. Er vergrub sich in seiner Arbeit als Kriminalkommissar, schob Überstunde um Überstunde. Wem immer er begegnete, behandelte er mit größtem Misstrauen, als handelte es sich um einen Verdächtigen in einer aktuellen Mordermittlung. Das Bollwerk aus Ablehnung und Unnahbarkeit, hinter dem er sich verschanzte, wurde allein von seinem Onkel und dessen Partnerin durchbrochen. Ihren unermüdlichen Bemühungen war es zu verdanken, dass der junge Mann nach und nach wieder aus seiner selbstgewählten Isolation auftauchte.

Arnulf Giese und Marietta Kemke lebten mitten in Potsdam, in einem der schmucken Giebelhäuser der prächtigen Straßenzüge des Holländischen Viertels. Nach dem frühen Tod von Harald Looses Eltern waren die beiden seine einzigen Verwandten. Arnulf Giese war als Eisenbahningenieur in der halben Welt unterwegs gewesen, mehrere Jahre in Indien, eine Zeitlang in Chile, später in Indonesien. Im schon etwas fortgeschrittenen Alter von fünfzig Jahren war er nach Deutschland zurückgekehrt, hatte noch einige Zeit im Süden der Republik in seinem Beruf gearbeitet, war dann aber völlig unverhofft von einem Tag auf den anderen ausgestiegen und ins Dasein des Privatiers gewechselt. Finanziell stand er sich nicht schlecht, er hatte zeitlebens sehr gut verdient und sich gemeinsam mit seiner Partnerin eine großzügig geschnittene Wohnung zugelegt.

Marietta

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