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Schwabenblues Kriminalroman von Böhme, Dorothea (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.04.2018
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)
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Schwabenblues

Für die Stuttgarter Privatdetektivin Paula Schmidt könnte es besser laufen. Neben ihren Geldsorgen muss sie sich auch noch mit Gefühlen für den attraktiven Kriminalkommissar Brändle herumschlagen. Da kommt ihr die alte Hirschle aus dem dritten Stock überhaupt nicht gelegen. Seit Wochen hat die Seniorin von ihrem Nachbarn, dem Privatdozenten Martin Kirner, nichts gehört oder gesehen. Paula beginnt im Umfeld Kirners zu ermitteln und wird dabei mit ihrer eigenen unbequemen Vergangenheit konfrontiert.

Dorothea Böhme, geboren 1980, zieht es immer wieder in die weite Welt hinaus: Ecuador, Italien und Ungarn waren nur einige Stationen in ihrem Leben. Ein paar Jahre verbrachte sie auch in Klagenfurt, das sie schnell in ihr Herz schloss. Deshalb siedelte sie ihre skurrilen Kriminalromane um Chefinspektor Fritz Reichel in Kärnten an, genauer gesagt in dem fiktiven Dorf Lendnitz. Inzwischen lebt sie in Stuttgart, wo auch ihre Protagonistin, die Privatdetektivin Paula Schmidt, ermittelt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 250
    Erscheinungsdatum: 11.04.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839256763
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 2066 kBytes
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Schwabenblues

2. Kapitel

Doch bevor sie damit anfangen konnte, musste Paula sich am nächsten Morgen erst um andere Kundschaft kümmern. Sie hatte es sich noch nicht lange in ihrem Drehstuhl bequem oder besser gesagt unbequem gemacht - Timo hatte das alte Ding auf dem Flohmarkt gefunden, und sobald die Überweisung von Frau Niklas einging, schwor Paula sich, als Erstes einen Schreibtischstuhl zu kaufen -, da öffnete sich ihre Bürotür und eine hübsche Brünette kam herein. Paula legte ihr Smartphone zur Seite, auf dem sie nach Martin Kirner gegoogelt hatte, und richtete sich auf.

Sie schätzte ihre Besucherin auf etwa zwei, drei Jahre älter ein als sie selbst. Dagegen war die Dunkelhaarige weitaus eleganter gekleidet. Paula kam sich in ihren kurzen Jeans und dem T-Shirt regelrecht schäbig vor.

Ihre potenzielle Klientin setzte sich auf den Stuhl vor dem Schreibtisch, der kaum bequemer war als der Drehstuhl, aber schließlich saßen ihre Besucher ja nicht so lange wie Paula.

"Ich habe einen Auftrag für Sie", sagte die Unbekannte, während sie dabei war, ihr Kleid zu ordnen, das sich wohl vom Hinsetzen zerknittert hatte.

Unsichtbar zerknittert, Paula konnte keine Falten bemerken. Weder am Kleid noch im Gesicht der Brünetten.

Sie war neidisch. Aber der Drehstuhl in ihrem Rücken drückte unangenehm, und ein paar Euro mehr konnten nicht schaden. Die Rechnung, die sie an Frau Niklas geschickt hatte, war nicht allzu üppig.

"Gern, um was geht es?" Paula setzte ein freundlich-seriöses Lächeln auf, das sie mit Julia ausgiebig geübt hatte. Dann suchte sie mit der einen Hand nach einem Kugelschreiber, den sie bei Meetings mit Klienten immer gern in der Hand hielt, weil das so schön professionell wirkte, und schlug den Notizblock auf.

"Ich möchte, dass Sie meinen Verlobten einem Treuetest unterziehen."

Beschattung von verdächtigen Ehepartnern, das war - leider - Paulas Metier. Und bis auf die Beschattung nestflüchtiger Söhne auch ihre hauptsächliche Einnahmequelle.

"Natürlich. Observation wird nach Stunden abgerechnet, bei einem ganzen Abend, einer ganzen Nacht oder einem kompletten Tag gibt es eine Pauschale. Ich biete ..."

"Observation?" Die Brünette runzelte ihre Stirn. Dann legte sie ihre manikürten Finger auf den Schreibtisch und Paula wurde sich ihres abblätternden Nagellacks wieder deutlich bewusst. "Da liegt ein kleines Missverständnis vor."

Paula zog die Augenbrauen hoch.

"Sie sollen meinen Verlobten nicht observieren." Die Brünette machte eine Pause, lächelte leicht und lehnte sich wieder zurück. "Sie sollen ihn verführen."

"Äh ..." Zu mehr war Paula für den Augenblick nicht in der Lage. Nachdem die Brünette aber nichts weiter sagte, sondern Paula nur fragend ansah, fuhr diese sich mit der Zungenspitze über die Lippen und suchte nach Worten. "Ich soll was?", war schließlich das Einzige, was ihr einfiel.

Die Dunkelhaarige machte eine abwertende Kopfbewegung. "Andi und ich sind verlobt. Ich möchte einfach kein Risiko eingehen."

Das Risiko, dass Andi in Wirklichkeit nicht auf offenbar reiche, gebildete und wunderschöne dunkelhaarige Frauen stand, sondern auf leicht abgehalfterte mittellose Blondinen ohne Studienabschluss und Maniküre?

"Es tut mir wirklich leid, aber ich bin Privatdetektivin, nicht ..." - Paula brauchte einen Augenblick, um das passende Wort zu finden, unpassende fielen ihr haufenweise ein - "Treuetesterin."

"Nun ja, Sie persönlich ..." Die Brünette schnalzte mit der Zunge und bedachte Paulas Nagellack mit einem abschätzigen Blick. "Ich dachte, Sie hätten vielleicht eine Mitarbeiterin."

"Nein, leider ... also wenn, müssten Sie mit mir vorlie nehmen."

"Sie werden schon gehen", sagte die Brünette mit einem leichten Augenrollen, und Paula wollte protestieren, sie hatte doch ohnehin Nein gesagt, da zückte ihre Besucherin ein Portemon

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