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Schwabenbräute Kriminalroman von Böhme, Dorothea (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.07.2016
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)
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Schwabenbräute

Paulas wilde Zeiten sind vorbei. Sie ist auf Bewährung und verkauft nur noch kleine Brötchen. Als Privatdetektivin per Zufall soll die Bäckereiverkäuferin eine untreue Ehefrau überwachen. Am nächsten Tag ist die Frau jedoch tot und Paula steht im Fokus der Ermittlungen. Zu ihrer Entlastung muss sie in der Stuttgarter High Society recherchieren. Doch leider macht ihr dabei Kriminalkommissar Brändle das Leben schwer - wenn der Mann nicht auch noch so verdammt gut aussehen würde ...

Dorothea Böhme, geboren 1980, zieht es immer wieder in die weite Welt hinaus: Ecuador, Italien und Ungarn waren nur einige Stationen in ihrem Leben. Ein paar Jahre verbrachte sie auch in Klagenfurt, das sie schnell in ihr Herz schloss. Deshalb siedelte sie ihre skurrilen Kriminalromane um Chefinspektor Fritz Reichel in Kärnten an, genauer gesagt in dem fiktiven Dorf Lendnitz. Inzwischen lebt sie in Stuttgart und hat eine Ermittlerin geschaffen, die in Schwaben tätig ist: die Privatdetektivin Paula Schmidt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 278
    Erscheinungsdatum: 06.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839251126
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 2180kBytes
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Schwabenbräute

1. Kapitel

"Sind Sie Paula Schmidt?" Der Kunde, der gerade das Wechselgeld für sein Roggenbrot entgegennahm, sah sie mit zusammengekniffenen Augen an. Er war groß, Paula schätzte ihn auf knapp über 1,90 Meter, und trug einen grauen Anzug. Sein dunkles Haar hatte er mit viel Gel in einen Seitenscheitel gekämmt, seine ebenfalls dunklen Augen blickten hart, und die Adlernase gab ihm endgültig den Eindruck eines Immobilienhais.

Sie nickte vorsichtig. Solche Leute hatten zumindest ihr gegenüber noch nie gute Absichten gehabt.

"Bernd Hochmeister, Rechtsanwalt", stellte er sich vor.

Oder das. Jurist wäre ihre zweite Vermutung gewesen.

"Was wollen Sie von mir?"

"Ihnen einen Job anbieten."

Paula sah sich in der kleinen Bäckerei um, in der sie seit knapp sechs Monaten arbeitete. Mit einem halben Studium, zwei abgebrochenen Ausbildungen und einer Bewährungsstrafe war sie bei Arbeitgebern nicht gerade begehrt. Es war sicher nicht ihr Traum, dreimal in der Woche um sechs Uhr mit der Arbeit zu beginnen. Doch zu ihrer Überraschung mochte sie fast alle anderen Aspekte ihres neuen Jobs - zum Beispiel die kostenlosen Berliner, wenn der Chef nicht da war. Natürlich hoffte sie immer noch, irgendwann eine besser bezahlte Stelle mit angenehmeren Arbeitszeiten zu finden, nur fiel da wieder ihre Bewährungsstrafe ins Gewicht. Sie hatte sich also darauf eingestellt, die nächsten 30 Jahre Laugenbrezeln und Mehrkornbrötchen über eine Theke zu reichen. Und nun schneite einfach so jemand herein, um ihr eine Stelle anzubieten? Das gab es nur im Kino.

"Ich werde nicht mit Ihnen ins Bett gehen." Sie verschränkte die Arme vor der Brust.

Der Rechtsanwalt lachte, und für einen Moment fand Paula, dass er durchaus ein attraktiver Mann sein konnte, wenn er wollte. Seine Gesichtszüge, die vorher so verkniffen gewirkt hatten, waren gelöst, und dadurch fiel nicht einmal mehr die Adlernase unangenehm auf.

"Keine Sorge, dafür wollte ich Sie nicht engagieren. Obwohl das vielleicht die gerechte Rache wäre." Er lachte über seinen privaten Witz, den Paula nicht verstand. Dann holte er ein Foto aus der Innentasche seines Sakkos und legte es auf den Tresen. "Ich möchte, dass Sie meine Frau überwachen." Eine Blondine Mitte 40 mit etwas zu viel Make-up war auf dem Bild zu sehen, passend zum Anzug des Ehemanns trug sie ein vermutlich sündhaft teures Kostüm.

Paula zog die Augenbrauen in die Höhe. "Ich bin Bäckereiverkäuferin."

"Ein durchaus anspruchsvoller Beruf." Er ließ seinen Blick über das Brötchenangebot in der Auslage schweifen. Dann sah er ihr direkt in die Augen. "Aber vielleicht mögen Sie ja Herausforderungen?"

Fragen kostete nichts, dachte Paula und sah ihn an. "Ist Ihre Frau in Gefahr?" Bei aller Liebe zum Geld, sie würde sich bestimmt keine Prügel oder noch Schlimmeres für eine völlig Fremde einfangen.

"Sie betrügt mich." Er verzog das Gesicht.

"Und ich soll jetzt was? Beweisfotos schießen?" Das konnte doch nicht sein Ernst sein. "Ich gehe einer ehrlichen Arbeit nach." Die Reihe Vollkornbrot hinter ihr bewies das.

"Sie sollen ja nichts Illegales tun. Heute Abend will meine Frau angeblich mit einer Freundin eine Vernissage besuchen. Ich vermute, sie trifft sich mit ihrem Liebhaber. Das hätte ich gern dokumentiert."

Es war sein Ernst. Unglaublich, diese Rechtsanwälte. Schlimmer als Immobilienhaie.

"Ich zahle Ihnen 500 plus Spesen."

Paula hielt inne. 500 Euro für einen Abend? Das war mehr, als sie in einer Woche verdiente. Das war mehr, als die meisten Menschen in einer Woche verdienten. Sie zögerte und sah auf die Muffins in der Auslage. Mit 500 Euro konnte sie sich 500 Muffins kaufen. Einen neuen Fernseher. Oder sie könnte die Bremsen und die Lenkradausrichtung ihres Polos reparieren lassen, anstatt die TÜV-Plaketten weiterhin unter der Hand zu besorgen

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