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Schwalbentod Kriminalroman von Naber, Sabina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.02.2015
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (PDF)
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Schwalbentod

Der wichtigste Sponsor des Wiener Fußballclubs AC Tröger Danube liegt nach einem Autounfall im Koma - eine Woche zuvor ist der ehemalige Zeugwart des Traditionsvereins unter mysteriösen Umständen vom Balkon gefallen. Dann stirbt auch noch der Sportdirektor, geknebelt mit Handtüchern des Clubs. Chefinspektor Katz und Gruppeninspektorin Mayer durchleuchten den Verein und geraten in einen Wirrwarr von alten Seilschaften und Geschäften mit Afrika. Und dann gibt es da auch noch den mysteriösen Fan, der vehement gegen Betrügereien bei Matches vorgeht ... Sabina Naber lebt seit ihrem Studium in Wien. Zuerst arbeitete sie am Theater und beim Film sowie als Journalistin. Seit 2002 ist sie als freie Schriftstellerin tätig. Neben zahlreichen Kurzgeschichten (Friedrich-Glauser-Preis für Peter in St. Paul Marathonduell Caddielove

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 410
    Erscheinungsdatum: 04.02.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839246351
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 2374 kBytes
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Schwalbentod

1 // Mayer sieht sich Irren gegenüber

Tragödie bei Tröger Danube

Großindustrieller H. Tröger nach Unfall im Koma; Zukunft des Wiener Clubs 1 ungewiss

WIEN. In der Nacht von Montag auf Dienstag war der Unternehmer Harald Tröger (61) nach einer privaten Feier auf der Höhenstraße von Sievering Richtung Ottakring unterwegs. In einer Rechtskurve kam er von der Fahrbahn ab, überschlug sich mehrmals und prallte schließlich gegen einen Baum. Das Wrack wurde erst Stunden später von einem Angestellten der Forstbetriebe aufgefunden. Der Schwerverletzte musste von der Feuerwehr aus dem Wagen geschnitten werden. Tröger wurde mit dem Hubschrauber ins AKH gebracht, wo zur Stunde die Ärzte um sein Leben kämpfen.

Zur Unfallursache verlautbart die Polizei derzeit nichts, das Fahrzeug wird aktuell von Sachverständigen des Landeskriminalamtes Wien untersucht. Tatsache ist, dass in dieser Nacht heftige Eisregenschauer auf die Bundeshauptstadt niedergingen und die Fahrbahn auch aufgrund von Laub sehr rutschig war.

"Wir sind bestürzt und sehr in Sorge", meint Manfred Kollaritsch, Sportdirektor des AC Tröger Danube, dessen Ehrenpräsident Harald Tröger ist. Präsident Josef Hüttl und Trainer Piet Sneijder waren noch nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Jenseits der persönlichen Betroffenheit geht es für den AC Tröger Danube auch um seine Zukunft. Wie aus gut unterrichteten Kreisen bekannt wurde, sollte am kommenden Freitag in der Vorstandssitzung der Tröger Company entschieden werden, ob der Sponsorvertrag mit dem Wiener Traditionsclub verlängert wird. Zu Beginn der Saison mehrten sich die Stimmen, die die Unterstützung der Simmeringer Kicker einstellen wollten. Mit den zunehmenden Erfolgen der königsblauen Elf in der Bundesliga verstummten die Kritiker von Harald Tröger, als dessen Hobby der AC Tröger Danube gilt, was einige Anteilseigner nicht mehr akzeptieren wollen. Und es mehren sich auch die Gerüchte, dass es bereits einen finanzkräftigen Interessenten geben soll.

- sn -

Gruppeninspektorin Daniela Mayer ließ die Zeitung sinken, sah zuerst Rössler, dann Katz an. "Und? Was haben wir damit zu tun? Waren die Bremsschläuche durchgeschnitten?"

Sie setzte ein Lachen hintennach. Diese altbackene Methode, ein Auto zu einem Mordinstrument umzufunktionieren, wurde nur mehr selten angewandt. Bei grantigen Eheleuten und Erbschleichern hatte es sich mittlerweile herumgesprochen, dass man diese Spur viel zu gut nachverfolgen konnte. So eine Manipulation wäre zu schön, um wahr zu sein.

Staatsanwalt Hannes Rössler schüttelte den Kopf. "Tröger hatte Klasse ..."

"Hat", unterbrach ihn Chefinspektor Karl Maria Katz.

Rössler nickte, schloss kurz die Augen. Es wirkte, als wolle er sich bei Katz entschuldigen. "Tröger hat Klasse", korrigierte er. "Wenn jemand die Schläuche durchgeschnitten hätte, wäre er einfach aus dem Auto gesprungen, nachdem er mit der Handbremse etwas die Geschwindigkeit reduziert hätte." Seine Wangen glühten, und wie ein Roboter drehte er sein Smartphone aus dem rechten Winkel, um es dann sofort wieder parallel zur Tastatur des Computers auszurichten. Schief, gerade, schief, gerade.

"Aha." Mayer wunderte sich über Rösslers einerseits ernsthafte, andererseits nicht hilfreiche und zudem extrem optimistische Ausführungen. Kaum ein Mensch ohne Rennfahrererfahrung reagierte im Moment der Panik so cool.

"Was Hannes damit sagen will", Katz stand auf und schaute aus dem Fenster in einen der zahlreichen Innenhöfe des Landesgerichtsgebäudes, "jeder weiß, wie trainiert und kaltblütig Tröger ist." Jeder? Ich nicht. "Für den Mann muss man sich schon eine diffizilere Methode überlegen, um ihn unauffällig um die Ecke zu bringen." Er hatte die Hände auf seiner Rückseite verschränkt und

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