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Schwarze Seele Ein Fall für Patsy Logan. Kriminalroman von Dunne, Ellen (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.01.2019
  • Verlag: Insel Verlag
eBook (ePUB)
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Schwarze Seele

Ein ertrunkener Ire wird aus dem Schwabinger Bach im Englischen Garten gefischt. Spuren gibt es keine, Motive dafür umso mehr. Keine gute Ausgangslage für Patsy Logan, deutsch-irische Kommissarin bei der Münchner Mordkommission. Mehr als je zuvor ist ihr Instinkt gefragt - doch ausgerechnet der scheint sie plötzlich im Stich zu lassen. Patsy Logan ist im seelischen Tief: ihr Kinderwunsch will sich nicht erfüllen, die Hormonbehandlungen setzen ihr zu. Da kommt ihr der Fall um einen toten Iren gerade recht: Donal McFadden, ein Mann mit Charme und vielen Feinden, war in München, um seine Exfrau Fiona zurückzugewinnen, wenn nötig mit Gewalt. Doch ob er aus Versehen im Wasser gelandet ist oder jemand nachgeholfen hat, lässt sich nicht sagen. Gründe, ihn loszuwerden, hatten jedenfalls viele - Gelegenheit auch. Und Patsys Theorien führen eine nach der anderen in die Sackgasse. Erst ein zweiter Todesfall scheint einen entscheidenden Hinweis zu liefern. Ungünstig nur, dass Patsys Krise sich ausgerechnet jetzt wieder in den Vordergrund drängt ... Ellen Dunne, 1977 geboren, arbeitete als Texterin/Konzeptionistin in Werbeagenturen, danach in verschiedenen Positionen bei Google im Europa-Hauptquartier in Dublin. Sie lebte in Berlin, München und Mexiko-Stadt, seit 2004 in Dublin. Von ihr wurden bereits zwei Kriminalromane veröffentlicht. Harte Landung ist der Auftakt einer neuen Krimireihe im insel taschenbuch.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 14.01.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783458760221
    Verlag: Insel Verlag
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Schwarze Seele

Hoch soll sie leben

1

Ein Traum spülte mich aus der Schwärze zurück ins Schlafzimmer. Eine dunkle Welt aus Schemen und Schatten. Und doch immer noch besser als die, aus der ich gerade kam.

Eine Weile wartete ich. Nichts als Stille. Der Schein der Straßenlaternen, gedämpft von cremefarbenen Vorhängen. Der Traum hatte nicht mehr als ein diffuses Grauen hinterlassen und die Gewissheit, dass ich ihm nicht zum ersten Mal begegnet war heute Nacht. Ein Wiedergänger, der mich seit fast einem Jahr regelmäßig heimsuchte.

Fünfter Dezember.

Mein Puls vibrierte gegen die Bettdecke, die ich mit Stefan teilte. Mein Mann schlief, geräusch- und regungslos wie immer, ein menschlicher Anker, der seine Seite des Bettes ganz ausfüllte und trotzdem nie die Grenze zu meiner überschritt.

Meine Hände unter der Decke betasteten meinen Unterleib. Auch so ein Reflex der letzten Monate. Die Suche nach einem zweiten Herz in meinem Bauch. Dem Flimmern von neuem Leben. Ich hatte es mit eigenen Augen gesehen. Letzten Dezember bei Dr. Wahlheimer in der Klinik. Ein Wunder, so lange Klischee, bis es vor den eigenen Augen pulsiert; ein Wunder, das mich die Sprache gekostet hatte und Stefan spontane Freudentränen. Nur Dr. Wahlheimer war ruhig geblieben, sein sonst strahlendes Lächeln gedimmt.

"Es ist ein wenig klein für acht Wochen", hatte er gesagt. "Das muss aber nichts bedeuten. Beim nächsten Termin sehen wir nochmal nach dem Rechten."

Der Termin hatte nie stattgefunden.

Nach zwei Tagen voller Ängste in einer bisher nie gekannten Intensität, die in mir hochgestiegen waren wie Giftblasen, hatten die Krämpfe eingesetzt. Dann die Blutungen. Krankenhaus. Das Ende.

Fünfter Dezember. Fast ein Jahr.

Es sei bloß der erste Versuch gewesen, hatte Stefan mich mit erstickter Stimme getröstet. Das nächste bleibt bei uns, du wirst sehen .

Inzwischen waren wir beim vierten Versuch.

Ich stand auf, sah den Schneeflocken draußen zu, wie sie hinunter auf die Breisacher Straße taumelten. Tappte dann barfuß und im T-Shirt hinaus auf den Gang, in die Wohnküche, zum Kühlschrank. Öffnete ihn versuchsweise. Letzten Dezember hatte mich Kühlschrankgeruch regelmäßig zum Kotzen gebracht. Diesmal: nichts. Nur Medikamentenschachteln, Einwegspritzen und Applikatoren. Ein Menü an Ersatzhormonen, überlebenswichtig für meine im Labor erzeugte Schwangerschaft. Falls es eine war.

Positiv denken. Negative Gedanken sind schlecht fürs Kind, hatte Stefan mir schon beim ersten Versuch eingebläut. Ganz der Psychologe.

Ich schloss die Kühlschranktür wieder. 5.16 Uhr.

Sich noch einmal hinlegen? Sinnlos. Dann lieber früher ins Präsidium. Dort konnte ich immer noch positiv denken.
2

Ludwig, der Labrador, war nougatbraun, wedelfreudig und trotz seines fortgeschrittenen Alters noch äußerst agil - ein Lichtblick für alle, die ihm begegneten.

Dasselbe konnte man von seinem Besitzer nicht behaupten. Seit er die Menschen kenne, liebe er die Tiere, bediente sich Martin Geiselmayr gerne bei Schopenhauer, um seinen in die Mittvierziger vorgezogenen Altersgrant zu legitimieren.

Er führte das Antiquariat seiner Eltern in der Siegesstraße, war nach frühen Enttäuschungen in der Liebe überzeugter Junggeselle und hing, wie er gern betonte, nicht besonders an seinem "Drecksleben". Eine Einstellung, die sich an diesem Morgen ändern sollte, denn da begegnete er dem Tod.

Bei ihrer üblichen Runde um fünf Uhr morgens waren er und Ludwig die Ersten am Kleinhesseloher See. Wenig überraschend: Einem föhnigen Allerheiligen mit knapp zwanzig Grad war der Wintereinbruch auf dem Fuß gefolgt. Die Schauer vom Abend hatten sich in der Nacht zuerst zu Dauerregen, dann zu patzigem Schnee verdichtet, der sein Spitzendeckchen über den Englischen Garten breitete. Bis zum Morge

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