text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Schwarzer Engel ohne Kopf Kriminalroman von Mandelartz, Herbert (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.03.2014
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)
6,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Schwarzer Engel ohne Kopf

Nach einer verlorenen Landtagswahl wird der Staatssekretär Thomas Bode in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Wenig später kommt es zur Trennung von seiner Frau. Er zieht nach Berlin, wo er ein neues Leben beginnen will. Er lernt Anna kennen und verliebt sich in sie. Endlich scheint er das wahre Glück gefunden zu haben. Doch dann trennt sich Anna von ihm. Thomas verliert den Boden unter den Füßen, sein Leben ist ruiniert und irgendjemand muss dafür bezahlen ...

Herbert Mandelartz wurde 1948 in der Nähe von Aachen geboren. Er studierte in Bielefeld Jura und arbeitete anschließend als Verwaltungsrichter, ehe er für ein Jahr ans Bundesinnenministerium und schließlich ans Saarländische Innenministerium wechselte, wo er als Staatssekretär tätig war. Später wurde er Stellvertretender Chef des Bundespresseamts. Seit 2006 ist er unter anderem als Lehrbeauftragter an der Humboldt Universität und als freier Autor tätig.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 01.03.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783734992445
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 2580 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Schwarzer Engel ohne Kopf

II. In der Landesgeschäftsstelle am Wahlsonntag

Der Besprechungsraum des Landesbezirks Nordrhein-Westfalen der SPD war spartanisch eingerichtet. In der Mitte befand sich der große Besprechungstisch, an seiner Kopfseite zwei Telefone. Der Tisch war gesäumt von Stühlen. An den Wänden hingen die Fotos der bisherigen Landesvorsitzenden. An der den Fenstern gegenübergelegenen Wand standen Regale mit Büchern zur Geschichte der Partei, Broschüren zu vergangenen Wahlkämpfen und politischen Aktionen, einigen Wimpeln und Pokalen sowie Urkunden über die Partnerschaft mit Gliederungen ausländischer sozialdemokratischer Parteien. In einer Ecke stand ein Automat für Kalt- und Warmgetränke. Der Raum lag in der fünften Etage des Gebäudes in der Elisabethstraße. Man hatte einen guten Blick über die Stadt.

Es war Sonntag gegen 14.45 Uhr. Der engere Führungskreis und die Mitglieder der Landesregierung waren für 15.00 Uhr verabredet. Das Meinungsforschungsinstitut, das seit Jahren für die Partei arbeitete, würde gegen 15.15 Uhr telefonisch eine erste Prognose mitteilen.

Thomas kam kurz vor 15.00 Uhr. Fast alle waren schon da. Thomas grüßte und schaute in die Runde. Es war wie immer. Die Genossinnen und Genossen standen in kleinen Gruppen zusammen. Am Fenster die vom Mittelrhein, die Basis des Ministerpräsidenten und Landesvorsitzenden. Ihre Gesichter waren angespannt. Ein Genosse lachte nervös. Sie wussten, dass ihre Position im Landesverband erheblich geschwächt würde, wenn die Wahl verloren ging. Dann, nahe der Tür, die vom Niederrhein. Sie hatten erst kürzlich eine neue Vorsitzende gewählt. Ein junge Kommunikationsberaterin, der man erheblichen Ehrgeiz nachsagte. Sie redete, und die Genossinnen und Genossen aus ihrem Bezirk hörten ihr zu. Sie trug eine schwarze Bluse, die nach Thomas' Meinung einen Knopf zu weit geöffnet war, und einen Halsschmuck aus Silberdraht, enge schwarze Jeans und schwarze Stiefel. Thomas hatte gehört, dass sie mit dem Vorsitzenden des Bezirks Westliches Westfalen eine Koalition eingehen wollte. Westliches Westfalen, der stärkste Bezirk. Der Bezirksvorsitzende war Fraktionsvorsitzender im Landtag. Aber er wollte mehr. Er strebte den Landesvorsitz an, was der amtierende auf jeden Fall verhindern wollte. Er war nicht zu überhören: "Wir haben wieder einmal alles gegeben. Wenn es nicht reicht, dann lag es nicht an uns." Thomas konnte es nicht mehr hören. Und dann standen noch zwei aus Ostwestfalen, dem angeblich linken Bezirk, etwas einsam in einer Ecke. Sie schwiegen. Thomas mochte sie. Auf sie konnte man sich verlassen.

Am Kopfende des Tisches saß der Generalsekretär – allein. Er blätterte in einer Mappe und machte sich auf einem Blatt Papier die eine oder andere Notiz. Vor ihm lag sein Handy. Der Platz neben ihm war frei für den Spitzenkandidaten. Thomas ging zu seinem besten Freund, dem Innenminister, der dem Bezirk Mittelrhein angehörte, und gab ihm die Hand.

"Na?"

"Keine Ahnung."

Thomas spürte Nervosität. Und er sah, dass auch die anderen nervös waren. Deshalb fragte er seinen Freund: "Was sagst du zum gestrigen Spieltag?"

Der Innenminister zuckte mit den Schultern: "Hoffentlich ergeht es uns nicht so wie den Kölnern." Die hatten gestern gegen Bremen verloren.

Thomas hob die Schultern: "Vielleicht schaffen wir eine Sensation wie die Alemannia." Der Aufsteiger, Alemannia Aachen, hatte gestern den großen Favoriten für die Meisterschaft, den FC Bayern München, geschlagen.

"Schön wär's."

"Liebe Genossinnen und Genossen, ich bit

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen