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Schwesternschmerz von Voehl, Uwe (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.04.2015
  • Verlag: Bastei Lübbe
eBook (ePUB)
3,49 €
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Schwesternschmerz

Die beiden Zwillingsschwestern Grit und Jette stehen kurz vor ihren Abiturprüfungen. Während einer ausgelassenen Abi-Party macht sich Jette mit ein paar Jungs einen Spaß daraus, ihre blinde Schwester Grit in einem Sarg im Keller einzuschließen. Am nächsten Morgen ist Grit spurlos verschwunden. Erst nach einer Woche wird ihre Leiche aus der Elbe gefischt - der aufgedunsene Körper zeigt eindeutige Missbrauchsspuren.

Fünfzehn Jahre später scheint Jette die Erlebnisse von damals endlich verarbeitet zu haben. Bis sie eines Tages eine Frau auf der Straße sieht, in der sie ihre totgeglaubte Schwester wiederzuerkennen glaubt. Doch wie ist das möglich? Jette versucht das mysteriöse Geheimnis um Grit zu lösen - nichtsahnend, dass sie damit das Grauen von damals erneut heraufbeschwört.

Psycho-Thriller voller 'Hochspannung' - die neue Reihe von Bastei Entertainment! Bisher sind in der Reihe 'Hochspannung' folgende weitere Titel erschienen: Vincent Voss -Tödlicher Gruß; R.S. Parker - Raus kommst du nie; Christian Endres - Killer's Creek - Stadt der Mörder; Linda Budinger - Im Keller des Killers; Andreas Schmidt - Dein Leben gehört mir; Jens Schumacher: Die Tote im Görlitzer Park; Timothy Stahl: Haus der stillen Schreie

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 85
    Erscheinungsdatum: 16.04.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732507993
    Verlag: Bastei Lübbe
    Größe: 2117kBytes
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Schwesternschmerz

Komm, Schwesterherz, vertrau mir! Gib mir deine kleine Angst, damit ich sie verschwinden lassen kann. Ich höre dein winziges Hasenherz pochen - pabumm pabumm -, so als trautest du mir nicht. Aber ich bin's doch nur, Gritti, deine Schwester.

Ich weiß, es ist dunkel hier, aber für dich ist es ohnehin immer Nacht. Also sollte die Finsternis dich nicht stören. Ich mach doch auch nicht so ein Theater, bloß weil ich die Hand vor Augen nicht sehe.

Ich weiß, auch ihr Blinden braucht das Licht. Du hast mir mal erzählt, dass du es zwar nicht sehen kannst, aber spürst. Du gehst seiner Wärme nach, seiner Aura. Genauso ist es mit der Sonne.

"Können Blumen sehen, Jette?", hast du mich gefragt. Mit deiner hochnäsigen Stimme wolltest du mir mal wieder beibringen, wie dumm ich war, dass ich das nicht verstand.

"Blumen haben doch keine Augen. Du aber schon, Gritti!"

"Aber ich kann mit meinen Augen nichts sehen, ich kann nur fühlen."

Damals waren wir sechs, und du kamst mir schon damals viel klüger vor. Ich wagte nicht, dir die nächste Frage zu stellen: Ob du mit den Augen fühlen konntest. Stattdessen sagte ich mit der Naivität eines sechsjährigen Kindes: "Aber da sind doch gar keine Fühler dran!"

"Du bist wirklich dumm, Jette! Glaubst du vielleicht, Schnecken sehen mit ihren Fühlern? Warum heißen die wohl Fühler?"

So endete es meistens. Du hast mir die Welt erklärt, die ich auch danach nicht besser verstanden habe.

Heute, Grit, verstehe ich sie. Weißt du, ich glaube, ich habe sie immer schon besser verstanden, als du mir weismachen wolltest. Ich war das große Dummchen und du die kleine schlaue Grit.

Ich spüre deine verschwitzte Hand in meiner, und zum ersten Mal, seit ich zurückdenken kann, fühle ich mich dir überlegen.

Du hattest nie Angst. Wenigstens hast du sie nie gezeigt. Vorsicht, hier geht's runter in den Keller. Dreizehn Stufen, aber die kennst du ja. Du warst immer sehr stolz, wenn du allein hinuntergeschickt wurdest, um aus dem Vorratsregal ein Glas mit Eingemachtem oder eine Packung Müsli zu holen.

Ich durfte dort nie hinunter. Und heute weiß ich auch, warum. Ich weiß es schon sehr lange, Grit. Du weißt ja selbst, wie neugierig Mädchen sind, wenn sie in ein gewisses Alter kommen. Und spätestens mit elf oder zwölf fragte ich mich, was unsere Eltern mit Onkel Tim und Tante Susi, Onkel Günther und Tante Heidemarie und den vielen anderen, die mit den Jahren kamen und gingen, dort unten wohl machten.

Einmal im Monat hatten Mama und Papa Besuch. Ich weiß, mittlerweile hat es nachgelassen. Sie sind nicht mehr so gesellig wie früher. Im vergangenen Jahr ist gar keiner mehr gekommen.

Pass auf, dass du nicht stolperst, Grit! Du bist nicht nüchtern, du hast zu viel getrunken. Ich kann mich nicht erinnern, dass du schon mal so viel gebechert hast, Schwesterherz.

Mann, hier unten ist es wirklich verdammt dunkel! Wenn nicht von oben ein bisschen Licht reinfiele, wäre ich genauso blind wie du.

Lass meine Hand los. Okay. Und jetzt dreh dich ein paar Mal im Kreis. Gut so. Pass auf, dass du nicht gegen die Wand läufst, dir wird ja ganz schwindlig! Das letzte Glas Sekt war vielleicht doch etwas zu viel, was? Ich hatte dir ja auch noch was von dem schrecklichen Likör reingemischt.

Komm, ein Stück noch den Gang runter. Hier warst du noch nie? Hier sind ja auch keine Vorräte. Da links ist der Heizungskeller. Der war für uns Kinder nie interessant. Ja, jetzt wunderst du dich, was? Natürlich war ich schon hier unten. Viel öfter, als du denkst. Anders als du, war ich schon immer neugierig. Deshalb wollte ich schon damals wissen, was Papa und Mama hier unten mit den vielen Onkels und Tanten trieben.

Jetzt stehen wir direkt vor der Tür, hinter der die Überraschung auf dich wartet. Dazu muss ich dir aber noch was sagen. Ich meine, wie ich herausgefunden habe, was unsere Eltern und die Onkels und Tanten von früher do

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