text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Scriptum Thriller von Khoury, Raymond (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.02.2015
  • Verlag: Piper
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Scriptum

Ein unscheinbares Kästchen - das größte Geheimnis der Christenheit. In New York wird eine Ausstellung eröffnet: die kostbarsten Schätze des Vatikans - aber die vier Reiter, die den Abend in einem Blutbad ertränken, haben es allein auf ein verwittertes Holzkästchen abgesehen. Die zufällig anwesende Tess Chaykin ist elektrisiert: Die Angreifer waren wie mittelalterliche Tempelritter gekleidet. FBI-Agent Sean Reilly merkt schnell, dass die junge Archäologin ihm mit ihrem Wissen von unschätzbarem Wert ist. Welches Geheimnis verbarg sich in dem uralten Verschlüsselungsapparat? Was treibt den unsichtbaren Drahtzieher des Anschlags an? Tess und Reilly folgen ihm um die halbe Welt - am Ende erkennen sie, dass sie selbst die Verfolgten sind. Raymond Khoury, geboren 1960 in Beirut, studierte Architektur und arbeitete in der Finanzbranche, bevor er sich als Drehbuchautor international einen Namen machte. 2005 erschien sein erster Roman "Scriptum", der in 35 Sprachen übersetzt und mehr als 5 Millionen Mal verkauft wurde. Mit seiner Frau und zwei Töchtern lebt Raymond Khoury in London.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 560
    Erscheinungsdatum: 16.02.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492970563
    Verlag: Piper
    Größe: 2534 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Scriptum

PROLOG

Akkon, Lateinisches Königreich Jerusalem, 1291

Das Heilige Land ist verloren.

Dieser eine Gedanke bestürmte Martin de Carmaux unablässig; in seiner brutalen Endgültigkeit war er noch fürchterlicher als die Horden, die durch die Bresche in der Mauer hereindrängten.

Mit aller Macht schob er den Gedanken beiseite.

Jetzt war nicht die Zeit zum Klagen. Er hatte wichtigere Aufgaben.

Er musste töten.

Mit hoch erhobenem Schwert stürmte er vorwärts durch dichte Wolken von Qualm und Staub und stürzte sich in die wogenden Reihen der Feinde. Sie waren überall, hackten und hieben unter gellendem Kampfgeschrei mit Krummsäbeln und Äxten um sich, begleitet vom quälend monotonen Dröhnen der großen Kesselpauken vor den Festungsmauern.

Er ließ sein Schwert mit aller Kraft niedersausen, spaltete einem Mann mit einem einzigen Hieb den Schädel und riss die Klinge sogleich zurück, um sich auf den nächsten Gegner zu stürzen. Zu seiner Rechten erblickte er Aimard de Villiers, der einem anderen Angreifer gerade seine Waffe in die Brust trieb und sich umgehend dem nächsten Feind zuwandte. Ganz benommen vom Schmerz- und Wutgeheul um sich herum, spürte Martin plötzlich, wie jemand seine linke Hand packte. Hastig stieß er den Angreifer mit dem Schwertknauf weg und hieb dann auf ihn ein, spürte, wie seine Klinge durch Muskeln und Knochen drang. Aus dem Augenwinkel nahm er rechts von sich eine drohende Gefahr wahr, er parierte instinktiv mit einem Schwerthieb, der einem weiteren Eindringling auf einen Streich den Arm abtrennte, die Wange aufschlitzte und die Zunge abschnitt.

Seit Stunden war ihm und seinen Gefährten keine Ruhe vergönnt gewesen. Der Ansturm der Sarazenen kannte keine Pause, und er war weitaus heftiger als erwartet. Tagelang waren unablässig Pfeile und Geschosse mit brennendem Pech auf die Stadt niedergeprasselt und hatten mehr Brände verursacht als bekämpft werden konnten; gleichzeitig hatten die Männer des Sultans Löcher unter den mächtigen Mauern gegraben, sie mit trockenem Reisig gefüllt und dieses ebenfalls in Brand gesteckt. An mehreren Stellen waren die Mauern durch die Gluthitze rissig geworden und stürzten jetzt unter dem Beschuss der mächtigen Steinkatapulte ein. Durch schiere Willenskraft war es den Templern und Johannitern gelungen, den Angriff am Antoniustor zurückzuschlagen, das sie zur Deckung ihres Rückzugs am Ende in Brand stecken mussten. Das hatte den rasenden Sarazenen Zugang in die Stadt verschafft, deren Schicksal damit besiegelt war.

Das Todesröcheln seines Gegners ging im allgemeinen Schlachtgetöse unter, als Martin sein Schwert zurückriss und verzweifelt nach irgendeinem Zeichen der Hoffnung Ausschau hielt. Aber es konnte keinen Zweifel geben: Das Heilige Land war verloren. Sie alle würden tot sein, tot, noch ehe die Nacht um war. Sie standen der größten Streitmacht aller Zeiten gegenüber, und trotz des Zorns und der Leidenschaft, die in ihm loderten, waren seine Anstrengungen und die seiner Brüder zum Scheitern verurteilt.

Zu dieser Einsicht gelangten bald auch seine Befehlshaber. Mutlosigkeit befiel ihn, als er das schicksalhafte Hornsignal vernahm, das die überlebenden Tempelritter aufrief, die Verteidigung der Stadt aufzugeben. Seine fieberhaft umherwandernden Blicke trafen sich mit denen von Aimard de Villiers. Er las darin die gleiche Qual, die gleiche Scham, die auch in ihm brannten. Seite an Seite kämpften sie sich durch das brodelnde Schlachtgetümmel hindurch, bis sie sich in die einigermaßen sichere Templerfestung gerettet hatten.

Martin folgte dem älteren Ritter, der sich energisch einen Weg durch das Gedränge verängstigten Volkes bahnte, das Zuflucht hinter den dicken Mauern der Burg gesucht hatte. Der Anblick, der sie in der großen Halle empfing, versetzte ihm einen schlimmeren Schock als das Gemetzel, dem er draußen beigewohnt hatte. Ausgestreckt auf einem groben Refektoriumstisch

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen