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Sechs Sekunden Thriller von Steinberg, Hank (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.10.2014
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Sechs Sekunden

Der Krisengebietsreporter Charlie Davis wird bei einer Protestkundgebung schwer verwundet. Daraufhin hängt er den Job an den Nagel und zieht mit seiner Frau Julie nach Los Angeles. Eines Tages verschwindet Julie bei einem Familienausflug spurlos. Keine willkürliche Entführung, wie Charlie bald herausfindet. Und je tiefer er gräbt, desto klarer wird ihm: Seine Frau ist nicht die, die sie vorgibt zu sein. Sie verbirgt etwas vor ihm. Ein Geheimnis, das sein Leben zu zerstören droht ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 08.10.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838758862
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: Out of Range
    Größe: 1178 kBytes
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Sechs Sekunden

Östliches Usbekistan, 2005

Charlie Davis zündete sich zum wiederholten Mal eine Zigarette an und trat auf die Bremse seines ramponierten Toyota Landcruiser. Direkt vor den schwer bewaffneten Männern in grauen Uniformen brachte er den Wagen zum Stehen.

Das war jetzt schon der vierte Kontrollpunkt, an dem er und sein Führer auf den letzten hundert Meilen angehalten wurden. Für Faruz war das etwas ganz Alltägliches, eine lästige Schikane wie so viele andere für einen unfreiwilligen Bürger der Republik von Usbekistan. Charlie dagegen, ein Amerikaner, der sich seit fast zwei Jahren hier im Land aufhielt, musste sich bei solchen Kontrollen immer wieder zwingen, ruhig zu bleiben und sich nicht provozieren zu lassen.

"Papiere!", forderte der junge Gefreite mürrisch. Der Lauf seiner AK-47 zielte lässig auf Charlies Brust.

Charlie gab ihm die Dokumente – den amerikanischen Reisepass, den Presseausweis und ein gefälschtes Visum für die Reise durch die Provinzen, das er seinem findigen Freund Faruz zu verdanken hatte.

Der Soldat prüfte die Papiere ein bisschen länger, als es nötig schien. "Sie sind Reporter", knurrte er schließlich. Er sprach Englisch mit starkem Akzent, aber der Tonfall war eindeutig: Seine Worte waren mehr Anschuldigung als Frage.

"Ach, Sie können lesen!" Charlie hoffte, dass der Soldat mitbekam, wie sarkastisch das gemeint war.

"Was wollen Sie in Ferghanatal?"

"Ich treffe mich mit ein paar Freunden zum Pilaw ."

Charlie bemerkte, wie sein Führer auf dem Beifahrersitz herumrutschte. Er wusste, dass Faruz ihn hasste, wenn er das tat – wenn er die Dinge komplizierter machte, als es sein musste. Charlie kümmerte sich nicht darum. Er starrte den Soldaten herausfordernd an. "Wollen Sie, dass ich das amerikanische Konsulat anrufe und jemanden für Sie ans Telefon hole? Kann ich gerne machen."

Der Soldat musterte Charlie. Er hatte offenbar keine Lust auf Stress. Widerwillig gab er die Papiere zurück und winkte sie durch. Charlie legte den Gang ein und fuhr los. Der Straßendreck spritzte hinter ihm auf.

"Cowboy", sagte Faruz trocken und zündete sich eine Zigarette an.

Eine halbe Stunde später lenkte Charlie den Landcruiser einen steilen Hang hinauf und hinein in die winzige Grenzstadt Ragdovir.

"Der Ort gefällt mir nicht", sagte Faruz. Er sprach eine eigentümliche Mischung aus Usbekisch, Russisch und Amerikanisch. "Gefällt mir kein Stück."

Charlie gefiel es hier auch nicht. Aber um kein Geld der Welt wäre er jetzt umgekehrt. Er hatte drei Tage gebraucht, um überhaupt hierherzukommen. Drei Tage, in denen er von der usbekischen Hauptstadt Taschkent aus dem Verlauf der alten Seidenstraße gefolgt war, über immer löchrigere und gefährlichere Straßen, vorbei an mindestens einem Dutzend feindseliger Kontrollpunkte und hinein in eine bergige Gegend, deren Einwohner mit jedem Kilometer, den er weiterfuhr, ärmer und verdrossener wirkten.

Vor dreißig Jahren war Usbekistan eine blühende Region innerhalb der Sowjetunion gewesen, berühmt für ihre Baumwoll- und Seidenproduktion, ein Zentrum des Bergbaus und der Metallindustrie. Aber mit dem Zerfall der Sowjetunion hatte die Region gleichzeitig ihre Absatzmärkte und ihre speziellen Vergünstigungen verloren. Jetzt war Usbekistan das korrupte Fürstentum eines einzigen Mannes, Islam Karimov, eines früheren sowjetischen Apparatschiks.

Karimov hatte den Sturz der UdSSR genutzt, um ein ganzes Land an sich zu reißen und es zugrunde zu richten, einzig und allein zum eigenen Vorteil und zu dem einer Hand voll seiner Spie&szl

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