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Seidenstadt-Morde Kriminalroman von Renk, Ulrike (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.02.2018
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)
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Seidenstadt-Morde

Zwei F"lle lassen Hauptkommissar J rgen Fischer vom KK 11 aus Krefeld keine Ruhe: Ein Mann ist von der Rheinbr cke gesprungen und ertrunken, und eine junge Mutter hat sich mit Tabletten vergiftet. Beide haben Abschiedsbriefe hinterlassen, alles deutet auf Selbstmord hin, und doch plagen Fischer Zweifel. Erst als sich herausstellt, dass das Baby der jungen Frau spurlos verschwunden ist, glaubt auch die Staatsanw"ltin Martina Becker an ein Verbrechen. Wird es Fischer gelingen, die F"lle aufzukl"ren? Ulrike Renk, Jahrgang 1967, ist in Dortmund aufgewachsen und studierte in den USA und an der RWTH Aachen Anglistik, Literaturwissenschaften und Soziologie. Nach der Geburt ihres zweiten Kindes zog Ulrike Renk an den Niederrhein und schreibt seit mittlerweile fast einem Vierteljahrhundert in der Samt- und Seidenstadt Krefeld. Mit ihrem historischen Roman ¯Die Australierin®, der auf wahren Begebenheiten beruht, avancierte sie zur Bestsellerautorin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 282
    Erscheinungsdatum: 07.02.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839257241
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 2124 kBytes
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Seidenstadt-Morde

Kapitel 1

"Kurz vor fünf, Jürgen!" Oliver Brackhausen steckte nur den Kopf in Hauptkommissar Fischers Büro.

"Verdammte Hacke! Ich komm' gleich!" Jürgen Fischer schob die Unterlagen auf seinem Schreibtisch zusammen. Er nahm noch einen letzten Zug der Zigarette, die zu zwei Dritteln in dem übervollen Aschenbecher verqualmt war. Die Luft in dem kleinen Büro war zum Schneiden, und Fischer stellte das Fenster auf Kippe. Einen Moment verharrte der leicht übergewichtige Hauptkommissar mit den raspelkurzen Haaren in der Farbe von Eisenspänen. Er blickte auf die Straße. Die Bäume trugen schon das erste frische Grün. Die 044 klingelte wütend einen Rechtsabbieger von den Schienen und bog dann in den Ostwall ein. Eine junge Frau mühte sich, ihren Kinderwagen aus der Straßenbahn zu heben. Zwei Männer, ganz wichtig mit Handys an den Ohren, standen unbeteiligt an der Haltestelle. Die Frau hatte ihre langen schwarzen Haare zu einem Knoten zusammengefasst, einzelne Strähnen lösten sich und flatterten im Frühlingswind. Die junge Mutter schimpfte auf die Männer ein, die ungerührt weiter telefonierten. Fischer schüttelte den Kopf.

Die Frau schob den Kinderwagen zur Ampel, beugte sich nach vorne, als wolle sie das Kind beruhigen.

Eine junge Mutter. Fischer nickte, endlich hatte er etwas Ordnung in seine Gedanken gebracht.

Im Besprechungsraum war die Luft abgestanden, es roch nach Bohnerwachs und altem Kaffee, schaler Rauch hing von der Morgenbesprechung im Zimmer.

Fischer öffnete zwei der vier Fenster, setzte sich dann neben Oliver Brackhausen, der noch schnell einige Ermittlungsblätter unterschrieb und sie dann zu Manfred Kleinhüskes schob.

In einer Ecke tuschelten Günther Schmidt und Roland Kaiser von den Einbrüchen miteinander.

Fischer erinnerte sich daran, wie Kaiser sich ihm vor einem halben Jahr vorgestellt hatte. "Kaiser, Roland Kaiser. Erspar dir die Witze, ich kenne sie alle schon und nein, singen kann ich auch nicht."

Ein halbes Jahr war Hauptkommissar Jürgen Fischer nun schon in Krefeld. Die fremden Gesichter hatten Namen bekommen. Fischer war nach den ersten hektischen Wochen, als ein Verrückter eine weibliche Leiche an der Egelsberg Mühle platziert hatte, schnell akzeptiert worden.

Guido Ermter, der Chef der Kripo, stürmte in den Raum und riss beinahe zwei Stühle um. Der Polizeichef wurde in zwei Jahren 50. Sein Alter sah man ihm nicht an. Die dunklen Haare zeigten kaum graue Spuren, er war groß und muskulös. Nur der Bauch zeugte davon, dass er in den letzten Jahren eine überwiegend sitzende Tätigkeit ausübte. Immer wieder sprach er davon, wieder Sport machen zu wollen, allerdings fand er die Zeit nicht.

"'n Abend. Nach den letzten etwas turbulenten Wochen scheint langsam wieder Ruhe einzukehren. Wollen mal hoffen, dass es so bleibt. Also schnell zu den offenen Fällen." Ermter ließ sich schwer auf einen Stuhl am Kopfende des Tisches fallen.

"Regine ist noch im Druckerraum. Ein Fax von den Kollegen aus Düsseldorf hängt dort."

"Es hängt?"

"Der Drucker streikt mal wieder."

"Scheiß Technik. Geh sie holen, Heinz, sie kann es ja nachher bei den Einbrechern ausdrucken."

Der Kollege nickte und verließ seufzend den Raum.

Vor zwei Wochen war ein Mann tot im Hafen aufgefunden worden, die Kehle sauber durchtrennt. Sie hatten eine Weile gebraucht, um verwertbare Spuren zu ermitteln, aber seit zwei Tagen war der Fall so gut wie geklärt.

Regine Berg leitete die Ermittlungen. Als sie nun das Besprechungszimmer betrat, bemerkte Fischer deutlich den Unterschied zu den vergangenen Tagen. Der verkniffene Zug um ihren Mund war verschwunden, sie sah fast fröhlich aus.

"Alle da?" Guido Ermter warf einen Blick in die Runde. "Was liegt an?"

"Du wirst es nicht glauben, aber im Reitstall am Breiten Dyk ist die Sattelkammer ausgeräumt worden."

"Schon wieder?"

"Ja. Das dritte Mal in die

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