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Sennegrab Ostwestfalen Krimi von Schlennstedt, Jobst (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.06.2019
  • Verlag: Emons Verlag
eBook (ePUB)
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Sennegrab

In der Senne ruht der Tod Nach einem Sabbatjahr kehrt Kriminalkommissar Jan Oldinghaus zurück in den Dienst und in seine ostwestfälische Heimat. Doch von Eingewöhnung kann keine Rede sein: Zwischen den Weinreben am Johannisberg wird eine Leiche gefunden. Nicht irgendeine Leiche, sondern die eines beliebten Bielefelder Politikers. War es ein Unfall, oder wurde er umgebracht? Oldinghaus bleibt kaum Zeit, darüber nachzudenken, denn zwei Frauenmorde in der Senne beschäftigen die Kripo. Und der nächste Mord scheint nur eine Frage der Zeit zu sein ... Jobst Schlennstedt, 1976 in Herford geboren und dort aufgewachsen, studierte Geografie an der Universität Bayreuth. Seit Anfang 2004 lebt er in Lübeck. Hauptberuflich ist er Geschäftsführer eines Beratungsunternehmens für die Hafen- und Logistikwirtschaft. 'Sennegrab' ist der dritte Band seiner Kriminalreihe um den ostwestfälischen Kriminalkommissar Jan Oldinghaus.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 19.06.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783960414698
    Verlag: Emons Verlag
    Größe: 3040 kBytes
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Sennegrab

Machtspielchen

Jan sah auf seine Uhr. Zum fünften Mal innerhalb der letzten zwei Minuten.

Es war zehn vor sechs. Noch immer saß er ganz allein im großen Besprechungsraum und wartete. Er hatte sich unbemerkt über den Flur des Kriminalkommissariats 11 geschlichen und war gleich links abgebogen, anstatt weiter bis zu seinem Büro zu gehen.

Die Gedanken an das, was vor einer knappen Stunde auf dem elterlichen Hof passiert war, ließen ihn noch immer nicht los. Mittlerweile hatte sich allerdings neben seiner Wut auch noch ein weiteres Gefühl dazugesellt. Er fragte sich, ob er nicht vielleicht überreagiert hatte. War das vorhin tatsächlich so schlimm gewesen, dass er seine Mutter derart vor den Kopf stoßen musste?

Er hatte keine Antwort darauf. Zumindest im Moment noch nicht. Was er jedoch wusste, war, dass er sich verletzt fühlte wie wahrscheinlich noch nie zuvor in seinem Leben. Warum hatten Isabel und Philipp ihre Beziehung vor ihm geheim gehalten? Und doch hatte seine übertriebene Reaktion nichts mit den beiden zu tun, sondern mit Cord und seinen Eltern. Und allem, was in den letzten neununddreißig Jahren seines Lebens passiert war.

"Hier findet jetzt eine wichtige Besprechung statt. Dürfte ich Sie bitten, den Raum zu verlassen?"

Jan fuhr herum und blickte einer Frau mit kurzen blonden Haaren in die Augen. Er schätzte sie auf Mitte dreißig.

"Genau deshalb bin ich hier", entgegnete er. "Darf ich mich vorstellen, mein Name ist Jan Oldinghaus."

"Das wusste ich nicht", sagte die Frau. "Entschuldigen Sie bitte, Ihr Name sagt mir natürlich etwas. Ich heiße Lara Niehaus und bin seit einem halben Jahr Teil des KK 11. Schön, Sie kennenzulernen."

"Gut zu wissen, dass wir jemand Neuen im Team haben", sagte Jan mit einem Augenzwinkern. "Wir werden dann in Zukunft wohl des Öfteren miteinander zu tun haben." Er streckte ihr die Hand entgegen, merkte aber sofort, wie steif diese Geste wirkte. "Auf gute Zusammenarbeit. Ich heiße übrigens Jan."

"Lara."

"Das war ja klar. Kaum zurück, und schon baggerst du die neue Kollegin an."

Jan drehte sich wieder um. Kai Stahlhut stand in der Tür. Ein Kollege, der jahrelang als Kriminalkommissar für die Polizeiinspektion in Herford gearbeitet hatte und seit etwas mehr als einem Jahr ebenfalls Teil des Bielefelder KK 11 war. Stahlhut war jemand, der kein Blatt vor den Mund nahm. Bei Jan rief er nicht gerade die angenehmsten Erinnerungen hervor.

Er ignorierte den Einwurf und wandte sich wieder der neuen Kollegin zu. "Warst du heute am Fundort?"

"Ja, ich war kurz da. Aber ich gehe davon aus, dass ich nichts mit dem Fall zu tun haben werde. Wie du sicher weißt, haben wir hier noch andere wichtige Baustellen."

"Natürlich." Jan nickte, obwohl er nicht den Hauch einer Ahnung hatte, wovon die neue Kollegin sprach.

"Hallo, Jan, schön, dass du zurück bist." Vera Jesse hatte den Raum betreten und streckte ihm die Hand entgegen. Sie war die Leiterin des KK 11, welches für Todesermittlungen, Sexualdelikte und häusliche Gewalt zuständig war.

Fehlt nur noch, dass sie mich siezt, fuhr es Jan durch den Kopf. Was zum Teufel war passiert, dass sie sich derart distanziert gab? Vera war in der Vergangenheit weniger seine Vorgesetzte als vielmehr eine Freundin gewesen. Früher war sie gelegentlich sogar als Backgroundsängerin bei den "Underdogs" eingesprungen. Bei seinem Abschied im vergangenen Jahr war sie nicht glücklich über seine Entscheidung gewesen, aber sie waren im Guten auseinandergegangen.

"Ich freue mich auch", sagte Jan und merkte sofort, dass er alles andere als euphorisch klang.

Aus dem Augenwinkel erkannte er, dass nun auch die anderen Kollegen folgten. Thomas Horstkötter, mit dem Jan in seinen Jahren bei der Kripo selten mehr als einen Satz am Stück gewechselt hatte. Ein Eigenbrötler, der nie durch besonders großen Einsatz a

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