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Sherlock Holmes - Neue Fälle 08: Sherlock Holmes jagt Hieronymus Bosch von Barkawitz, Martin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.06.2014
  • Verlag: BLITZ-Verlag
eBook (ePUB)
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Sherlock Holmes - Neue Fälle 08: Sherlock Holmes jagt Hieronymus Bosch

Welche Verbindung besteht zwischen einem mittelalterlichen holländischen Maler wie Hieronymus Bosch und einer unheimlichen Mordserie im London des Jahres 1895? Keine, meint Inspektor Lestrade von Scotland Yard. Doch Sherlock Holmes ist anderer Ansicht. Gemeinsam mit Dr. John Watson ermittelt er in finsteren Opiumhöhlen und einem geheimnisvollen Wasserschloss. Dabei lernt er eine zwielichtige Opernsängerin, einen rätselhaften Gnom und einen heruntergekommenen Engelmacher kennen. Martin Barkawitz wurde am 22. Februar 1962 in Hamburg geboren. Nach Berufsausbildung und Studium sowie diversen Arten des Leistungsbezuges beim Arbeitsamts tudierte er mit Hilfe eines Hochbegabtenstipendiums der Friedrich-Ebert-Stiftung Literaturwissenschaft und Soziologie. Seine Magisterarbeit beschäftigte sich mit John Sinclair. Seit 1997 ist er hauptberuflich als Autor tätig. Neben Krimis schreibt er unter verschiedenen Pseudonymen für die Jerry-Cotton-Heftromane, diverse Western-, aber auch Liebesromane.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 04.06.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783957192073
    Verlag: BLITZ-Verlag
    Größe: 3189 kBytes
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Sherlock Holmes - Neue Fälle 08: Sherlock Holmes jagt Hieronymus Bosch

Im Blutkeller

Wenn ein Mann müde an London wird, ist er müde am Leben, denn es gibt in London alles, was das Leben bieten kann. Diese Worte unseres großen Gelehrten und Dichters Samuel Johnson gingen mir durch den Sinn, als ich an einem schönen Frühsommermorgen des Jahres 1895 zur Times griff. Mrs Hudson hatte soeben das Frühstück gebracht, das ich gerne gemeinsam mit meinem besten Freund einnehmen wollte, aber die geschlossene Schlafzimmertür legte die Vermutung nahe, dass mein Mitbewohner noch nicht aufgestanden war.

Mein Blick schweifte durch unseren Salon. Wie üblich hatte Holmes seine Korrespondenz mithilfe eines Taschenmessers am Kaminsims befestigt, und die zerfetzte Tapete sowie der abgebröckelte Verputz zeugten von seinen nachmittäglichen Schießübungen mit dem Revolver. Sein Tabak steckte wie gewohnt in der Spitze eines persischen Pantoffels. An den bestialischen Gestank, der von den Chemikalien meines Gefährten ausging, hatte ich mich sehr schnell wieder gewöhnt.

Nach dem Tod meiner geliebten Gattin Mary war ich wieder in der Baker Street 221B eingezogen, und die gemeinsame Detektivarbeit mit Holmes hatte sich als der beste Balsam für meine wunde Seele erwiesen. Doch nun hatten wir vor Kurzem einen spektakulären Kriminalfall zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht, und ich musste mir eingestehen, dass sich in meinem Inneren bereits eine gewisse Leere breitzumachen begann. Ich ertappte mich schon seit einigen Tagen dabei, dass ich die Morgenzeitung mit der Hoffnung auf ein möglichst abscheuliches Verbrechen aufschlug.

Derartige Gefühlsregungen widersprachen eigentlich den ethischen Grundsätzen, die für mich als Mediziner eine Notwendigkeit und Verpflichtung sein sollten, aber der geneigte Leser wird mir diese Emotionen hoffentlich nachsehen. Die Lebenserfahrung beweist schließlich, dass Kriminalität ein ständiger und unvermeidlicher Begleiter unserer Kultur ist, verweist doch schon der Konflikt zwischen Kain und Abel, den jeder in der Heiligen Schrift nachlesen kann, auf die latent vorhandene dunkle Seite in jedem Menschen.

London jedenfalls – um dem bedeutenden Samuel Johnson auch in dieser Hinsicht recht zu geben – war eine Stadt, in der jedes nur vorstellbare Verbrechen geschehen konnte. Wo viel Licht ist, findet sich auch viel Schatten , wie es so schön heißt. Seit den Zeiten des finsteren Mittelalters waren unsere Straßen nicht unbedingt sicherer geworden. An diesem Tag jedoch, da mein vorliegender Bericht beginnt, war es wie verhext. Gewiss, es hatten sich wieder zahlreiche Schandtaten in der Hauptstadt des britischen Empires ereignet, allerdings handelte es sich offenbar ausschließlich um Schurkereien, die durch einen Inspektor von Scotland Yard oder sogar durch einen einfachen Konstabler im Streifendienst aufgeklärt werden konnten. Vom Handtaschendiebstahl bis zur Wirtshausrauferei, von der Falschmünzerei bis zum Mädchenhandel fanden sich zahlreiche Meldungen über verbrecherische Umtriebe, doch zu meinem größten Missfallen war keine dieser Untaten dazu geeignet, den Intellekt und die Phantasie der Scotland-Yard-Beamten zu überfordern.

" Nicht Kunst und Wissenschaft allein, Geduld will bei dem Werke sein. Dieses Goethe-Zitat sollten Sie sich zu Herzen nehmen, mein lieber Watson."

Ich zuckte zusammen, als ich Sherlock Holmes' Stimme vernahm. Mein Freund hatte lautlos seine Schlafzimmertür geöffnet und war ebenso geräuschlos in unseren Salon getreten. Er war bereits komplett bekleidet, lediglich anstelle des Gehrocks trug er noch einen bequemen samtenen Schnürrock, der als Hausjacke Verwendung fand.

Natürlich wusste ich als gebildeter britischer

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