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Sie finden dich nie Kriminalroman von Hunter, Cara (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.08.2018
  • Verlag: Aufbau-Verlag
eBook (ePUB)
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Sie finden dich nie

Ein Mädchen verschwindet - und niemand hat etwas gesehen. Daisy, die achtjährige Tochter der Masons, verschwindet bei einer Party spurlos vom Grundstück der Eltern. Sofort beginnt die Polizei mit den Ermittlungen. Partygäste, Nachbarn, Mitschülerinnen - jeder scheint verdächtig, aber nirgends findet sich eine Spur des Mädchens. Detective Inspector Adam Fawley gerät in ein Netz aus Widersprüchen und Beschuldigungen, doch das Mädchen bleibt verschwunden. Erst als er weiter zurückgeht in die Vergangenheit der Familie, scheint sich ein düsteres Geheimnis zu offenbaren. "Ein packender Kriminalroman." Ian Rankin

Cara Hunter hat Englische Literaturwissenschaft studiert und lebt in Oxford. "Sie finden dich nie" ist ihr erster Kriminalroman. Sie arbeitet gegenwärtig am nächsten Fall von Detective Inspector Fawley.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 17.08.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841215109
    Verlag: Aufbau-Verlag
    Serie: Adam Fawley .2
    Originaltitel: Close to Home
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Sie finden dich nie

20. Juli 2016, 2:05 Uhr
Canal Manor Estate, Oxford

Man sagt, dass Hauskäufer sich innerhalb der ersten dreißig Sekunden nach dem Eintreten für ein Objekt entscheiden. Glauben Sie mir, der durchschnittliche Polizeibeamte braucht weniger als zehn. Tatsächlich haben die meisten von uns ihr Urteil gefällt, lange bevor wir durch die Tür treten. Aber wir beurteilen die Menschen, nicht das Anwesen. Als wir vor dem Haus Nummer 5 am Barge Close halten, habe ich also bereits eine recht gute Vorstellung davon, was uns erwartet. Es handelt sich um eines der ehemals sogenannten "Executive Homes". Vielleicht heißen sie noch immer so, keine Ahnung. Geld haben diese Leute, vielleicht nicht so viel, wie ihnen recht wäre, denn sonst hätten sie ein echtes viktorianisches Haus gekauft und nicht diese Imitation auf eine grüne Wiese auf der falschen Seite des Kanals gestellt. Es ist derselbe rote Backstein, es sind dieselben Erkerfenster, aber die Gärten sind klein und die Garagen riesig - weniger ein Abklatsch als vielmehr eine dreiste Fälschung.

Der Uniformierte, der an der Eingangstür postiert ist, berichtet mir, dass die Familie selbstverständlich bereits Haus und Garten durchsucht hat. Sie wären erstaunt, wie oft wir Kinder unter Betten oder in Kleiderschränken finden. Sie sind nicht verschwunden, sondern haben sich nur versteckt. Die meisten dieser Geschichten finden auch kein glückliches Ende. Aber es sieht so aus, als hätten wir es hier mit etwas anderem zu tun. Wie der Diensthabende vor einer Stunde zu mir sagte, als er mich aus dem Schlaf holte: "Ich weiß, wir würden Sie normalerweise nicht so früh anrufen, aber so spät in der Nacht und ein kleines Kind ... Ich habe kein gutes Gefühl. Die Familie feierte eine Party, und die Gäste haben lange nach dem Mädchen gesucht, bevor sie uns anriefen. Ich hab mich entschieden, dass es unser geringstes Problem wäre, wenn Sie sauer reagieren würden." Tue ich ja gar nicht. Sauer reagieren, meine ich. Und ganz ehrlich, ich hätte genauso gehandelt.

"Sir, hinterm Haus sieht es leider aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen", sagt der Police Constable an der Tür. "Die Leute müssen die ganze Nacht hier rumgelatscht sein. Überall abgebrannte Feuerwerkskörper. Kinder. Kann mir nicht vorstellen, dass die Forensiker da was finden, Sir."

Wunderbar, denke ich. Verflucht wunderbar.

Gislingham klingelt, und wir stehen wartend vor der Tür. Er tritt nervös von einem Fuß auf den anderen. Egal, wie oft man es tun muss, man gewöhnt sich nie daran. Und wenn man sich doch daran gewöhnt, ist es Zeit, den Dienst zu quittieren. Ich ziehe noch ein paarmal an meiner Zigarette und sehe mich in der Wohnsiedlung um. Obwohl es zwei Uhr morgens ist, sind so gut wie alle Häuser hell erleuchtet, und an mehreren Fenstern der oberen Stockwerke sind Leute zu sehen. Zwei Streifenwagen mit blinkendem Blaulicht parken gegenüber auf dem kümmerlichen, von Fahrradspuren durchzogenen Grasstreifen, und einige müde Polizisten versuchen, die Schaulustigen auf Abstand zu halten. Ein halbes Dutzend Wachmänner steht vor den Hauseingängen und spricht mit den Nachbarn. Dann öffnet sich die Tür, und ich drehe mich um.

"Mrs. Mason?"

Sie ist beleibter, als ich erwartet hatte. Obwohl sie noch nicht älter sein dürfte als etwa Mitte dreißig, hat sie bereits Ansätze von Hängebacken. Sie trägt eine Strickjacke über ihrem Partykleid, einem Fummel mit Leopardenmuster und Nackenträgern in einem langweiligen Orange, das gar nicht zu ihrem Haar passt. Sie blickt die Straße hinunter und zieht die Jacke enger um sich. Dabei ist es nicht kalt, wir hatten heute an die dreißig Grad.

"Detective Inspector Adam Fawley, Mrs. Mason. Dürfen wir reinkommen?"

"Wenn Sie Ihre Schuhe ausziehen würden? Der Teppich war erst kürzlich in der Reinigung."

Ich habe nie verstanden, warum Leute sich cremefarbene Teppiche anschaffen, besonders wenn sie Kinder haben, aber es ist wohl

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