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Sieben Lügen Psychothriller von Kay, Elizabeth (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.02.2020
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Sieben Lügen

Mit dieser kleinen Notlüge fängt alles an. 'Natürlich passen du und Charles gut zusammen', versichert Jane ihrer besten Freundin Marnie. Doch dann läuft alles aus dem Ruder. Und zwar gewaltig. Denn eine Lüge zieht bekanntlich die nächste nach sich, und schon bald ist das Verhältnis der drei unwiederbringlich vergiftet. Aus Unbehagen wird Verdacht, aus Verdacht Gewissheit - und aus Freundschaft eine tödliche Falle ... Elizabeth Kay arbeitet unter einem anderen Namen für einen großen britischen Verlag. Zusammen mit ihrem Ehemann lebt sie in London. Ihr Debütroman Sieben Lügen löste eine internationale Bieterschlacht um die Übersetzungs- und Filmrechte aus.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 283
    Erscheinungsdatum: 28.02.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732586332
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: Seven Lies
    Größe: 1996 kBytes
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Sieben Lügen

Kapitel 1

"Und so habe ich ihr Herz erobert", sagte er und lächelte. Er lehnte sich auf seinem Stuhl zurück, verschränkte die Hände hinter dem Kopf und drückte die Brust heraus. Selbstgefällig wie immer.

Er schaute zuerst mich an, dann den Idioten, der neben mir saß, und schließlich wieder mich. Er wartete auf unsere Reaktion. Er wollte das Lächeln auf unseren Gesichtern sehen, unsere Bewunderung fühlen, unsere Ehrfurcht.

Ich hasste ihn. Ich hasste ihn auf eine allumfassende, brennende, biblische Art. Ich hasste es, dass er diese Geschichte jedes Mal aufs Neue erzählte, wenn ich zum Dinner kam, jeden Freitagabend. Egal, wen ich mitbrachte. Egal, mit welchem degenerierten Kerl ich gerade ausging.

Er erzählte jedem von ihnen diese Geschichte.

Denn du musst wissen, dass es in dieser Geschichte um seine ultimative Trophäe ging. Für einen Mann wie Charles - erfolgreich, wohlhabend, charmant - war eine schöne, kluge und strahlende Frau wie Marnie die wertvollste Medaille in seiner Sammlung. Und weil er sich vom Respekt und der Bewunderung anderer nährte - und vielleicht auch, weil er beides von mir nicht bekam -, entriss er sie stattdessen seinen anderen Gästen.

Was ich darauf eigentlich erwidern wollte und was ich nie sagte, ist, dass er Marnies Herz nie erobern konnte. Ein Herz das, wenn ich ehrlich bin, und das bin ich jetzt endlich, niemals erobert werden kann . Es kann nur gegeben werden und empfangen. Man kann ein Herz nicht überreden, verlocken, verändern, zum Stillstand bringen, stehlen oder sich nehmen. Und man kann es mit Sicherheit nicht erobern.

"Sahne?", fragte Marnie.

Sie stand neben dem Esstisch und hielt ein weißes Sahnekännchen in der Hand. Das Haar hatte sie im Nacken ordentlich zusammengesteckt, nur ein paar Locken fielen ihr über die Wangen, und ihre Halskette war verrutscht. Der Verschluss lag neben dem Anhänger auf ihrem Brustbein.

Ich schüttelte den Kopf. "Nein, danke", sagte ich.

"Ja, du nicht", erwiderte sie und lächelte. "Das weiß ich."

Bevor wir beginnen, will ich dir etwas sagen. Marnie Gregory ist die beeindruckendste, inspirierendste und erstaunlichste Frau, die ich kenne. Über achtzehn Jahre lang war sie meine beste Freundin, seit wir uns auf der weiterführenden Schule kennengelernt haben. Unsere Beziehung ist also gewissermaßen volljährig.

Es war unser erster Tag, und wir standen in einem langen, schmalen Flur in einer Schlange von Elfjährigen, die alle zu einem Tisch am anderen Ende des Gangs wollten. In gewissen Abständen rotteten sich Grüppchen zusammen und beulten die ordentliche Reihe aus wie Mäuse den Bauch einer Schlange.

Ich war nervös und mir mehr als deutlich bewusst, dass ich hier niemanden kannte. Im Geiste bereitete ich mich bereits darauf vor, den größten Teil der nächsten zehn Jahre allein zu verbringen. Ich starrte diese Grüppchen an und versuchte, mir einzureden, dass ich ohnehin nichts mit ihnen zu tun haben wollte.

Dann ging ich zu schnell nach vorne, viel zu weit, und trat auf die Ferse des Mädchens vor mir. Sie wirbelte herum. Ich bekam Panik. Ich war sicher, gedemütigt zu werden, dass sie mich anschreien und vor den anderen niedermachen würde. Doch diese Angst löste sich im selben Augenblick auf, da ich sie sah. Ich weiß, es klingt lächerlich, aber Marnie Gregory ist wie die Sonne. Das habe ich damals gedacht, und das denke ich auch heute noch oft. Ihre Haut ist geradezu schockierend schön, weiß wie Porzellan. Und manchmal - nach dem Sport zum Beispiel, oder wenn sie wirklich zufrieden ist - wird dies von ihren rosigen Wangen noch unterstrichen.

Ihr Haar ist goldbraun. Ihre Locken schimmern rotgolden, und ihre Augen sind blassblau, fast weiß.

"Tut mir leid", sagte ich, wich einen Schritt zurück und starrte auf meine blankpolierten, neuen Schuhe.

"Ich heiße Marnie", sagte sie. "Und wie he

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