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Soko weiß-blau-rosa:Fränkisches Blut von Wallenda, Wolfgang T. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.06.2014
  • Verlag: Himmelstürmer Verlag
eBook (ePUB)
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Soko weiß-blau-rosa:Fränkisches Blut

Die Leiche eines als vermisst gemeldeten Rumänen wird bei Würzburg aus dem Main gefischt. Es gibt sowohl Verbindungen zu einem zurückliegenden Raubmord an einem polnischen Transportunternehmer, als auch zu dem fragwürdigen Suizid eines Studenten. In allen drei Fällen führen Spuren zur unantastbaren Winzerdynastie Aberle, die durch den Erfolgswein 'Fränkisches Blut' wohlhabend und einflussreich geworden ist. Die Kripo Würzburg bittet das bayerische LKA um Hilfe. Die Soko weiß-blau-rosa und deren homosexueller Leiter, Kommissar Emre Gümüs, stehen vor einer rätselhaften und schwierigen Aufgabe. 'Soko weiß-blau-rosa ... Fränkisches Blut' ist der zweite Fall des Teams Emre Gümüs, Oberkommissar Gschwendtner und Mandy Hammerschmidt. Diesmal lässt der Autor das bewährte Trio in die fränkische Metropole Würzburg reisen. Ganz nach dem Motto: oberbayrische Verschmitztheit trifft auf fränkische Beharrlichkeit, findet der Leser in diesem außergewöhnlichen Heimatkrimi eine gekonnte Mixtur aus Hochspannung und Humor.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 239
    Erscheinungsdatum: 26.06.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863614072
    Verlag: Himmelstürmer Verlag
    Größe: 666kBytes
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Soko weiß-blau-rosa:Fränkisches Blut

Das Haus, soweit das steinerne Gebilde mitten im unterfränkischen Meer der Weinreben diese Bezeichnung überhaupt verdiente, war nicht wirklich groß. Es erinnerte eher an eine verfallene Wochenendhaus-Baracke, als an ein dauerhaft wohngenutztes Gebäude. Anhand der Außenmaße konnte man auch ohne Architekturstudium feststellen, dass die inneren Räumlichkeiten leicht überschaubar waren. Es gab eine Toilette mit Waschbecken, eine winzig kleine Küche, wobei Kochnische wohl treffender formuliert wäre, und ein einziges Zimmer. Dieses wurde als Wohn- und Schlafraum genutzt. Das war alles. Das Modernste in dem dünnwandigen Bau waren fließend Wasser, wenn auch nur kalt, und natürlich Strom. Die Leitungen hierfür wurden vor kurzem erneuert, was allerdings aus Brandschutzgründen erfolgte, und nicht aufgrund einer angestrebten Aufwertung der Lebensverhältnisse für die Bewohner. Das Anwesen wirkte von außen sehr heruntergekommen, die Lage hingegen war wunderschön und schier unbezahlbar; man besaß einen sogenannten Millionärsausblick . Die Bruchbude befand sich abseits des Ortes, mitten in einem Weinberg oberhalb des Mains. Der Fluss schlängelte sich gemächlich entlang der Bundesstraße 13, von dem Städtchen Ochsenfurt kommend, in Richtung Würzburg. Auf seinem nassen Rücken spiegelte sich das Sonnenlicht und verwöhnte die Reben, die nach einer Schenkung Karls des Großen seit dem 8. Jahrhundert in dieser Region angebaut wurden. Die Muschelkalkböden der teils sehr steilen Weinberge im Maindreieck sind das Geheimnis des wohl weltweit besten Silvaners . Dies wird zumindest von Weinkritikern aller Couleur behauptet.

Die Geschichte des Häuschens reicht einige Jahrzehnte zurück. Erbaut hatte es der Urgroßvater des heutigen Besitzers. Man munkelte damals, dass er es als Liebesnest für seine Affären nutzte, was allerdings nie bestätigt wurde. Später wohnte ein mittelloser Onkel darin. Nach dessen Ableben standen die Räume einige Zeit leer. Schließlich ging man dazu über, sie an Tagelöhner und Saisonarbeiter zu vermieten. Und genau diesen Zweck erfüllt es noch heute; nur eben nicht für einen oder zwei Saisonarbeiter, sondern zeitgleich für sechs anspruchslose Männer.

Die derzeitigen Mieter stammen ausnahmslos aus Südosteuropa, und verdingen sich im europäischen Schlaraffenland Deutschland als moderne Sklaven. Ihr Ziel war zwar niemals die illegale Schwarzarbeit, doch irgendwie waren sie in diesen Strudel der Ausbeutung geraten und kamen nicht mehr heraus. Und dennoch war dieser Moloch immer noch besser, als die menschenunwürdige Armut in ihren Heimatländern. Sie leisten einen Frondienst, der zumindest eine bessere Zukunft in Aussicht stellt.

Trotz des geöffneten Fensters war die Luft in dem zwölf Quadratmeter großen Raum zum Schneiden dick. Unter der Zimmerdecke waberte immer noch die bläuliche Dunstwolke etlicher gerauchter Zigaretten. Auf einem billigen Campingtisch aus Plastik stand ein mit Kippen überfüllter Aschenbecher. Nur ganz langsam, beinah so behäbig wie der Ortswechsel eines Faultiers, suchte der Rauch den Weg nach draußen. Schon seit Tagen hielten die tropischen Temperaturen eines Azoren-Hochs Mainfranken fest im Griff. Wer tagsüber hoffte, die Nacht könnte mit ihrer Dunkelheit die Skala am Thermometer sinken lassen, täuschte sich. Auch nach Sonnenuntergang war keine nennenswerte Abkühlung zu spüren.

Die schwül-warme Luft trieb Schweiß aus jeder Pore der sechs Männer, die sich das kleine Zimmer teilten. Ioan Agulescu lag auf dem Rücken. Seine Augen waren geschlossen. Das Licht nervte, doch er sagte nichts; wollte seine anget

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