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Solange du noch lebst Thriller von Belle, Kimberly (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.11.2019
  • Verlag: Aufbau Verlag
eBook (ePUB)
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Solange du noch lebst

'Einer der besten Thriller der Saison.' New York Post. Ein Kind wird vermisst. Der Albtraum einer Mutter: Am frühen Morgen steht die Polizei bei Kat vor der Tür. Ihr achtjähriger Sohn Ethan, den sie am Tag zuvor ins Feriencamp gebracht hat, ist verschwunden. Kat macht sich sofort ins Ferienlager auf. Mitten in der Nacht, als ein Brand ausbrach, ist ihr Sohn offenbar entführt worden. Doch aus welchem Grund? Sofort verdächtigt Kat ihren Exmann - aber dann ergibt sich eine andere Spur. Könnte eine Verwechselung vorliegen? Kat weiß nur eines: Ihr Sohn schwebt in höchster Gefahr. 'Ein packender Roman - Kimberly Belle schafft es brillant, Spannung zu erzeugen. Die Leser werden es mögen, zwei sehr unterschiedliche starke Frauen kennenzulernen.' Publishers Weekly Kimberly Belle hat im Marketing gearbeitet, bevor sie freie Autorin wurde. Sie lebte lange Zeit in den Niederlanden und pendelt nun zwischen Atlanta und Amsterdam. Im Aufbau Taschenbuch ist ihr Thriller 'Solange du lügst' lieferbar.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 368
    Erscheinungsdatum: 08.11.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841218513
    Verlag: Aufbau Verlag
    Originaltitel: Three Days Missing
    Größe: 2435 kBytes
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Solange du noch lebst

Kat

Während auf meinem Handy summend die ersten geschäftlichen E-Mails eingehen, scheuche ich Ethan durch sein morgendliches Programm. Los, aufstehen! Zieh dich an! Meine Güte, nun putz dir schon die Zähne und kämm dich! All seine acht kleinen Lebensjahre lang ist mein Sohn bereits ein Morgenmuffel, und ich war als Mutter noch nie sonderlich geduldig, noch nicht einmal zu der Zeit, in der ich noch keine Chefin hatte, die auf die Sekunde kontrolliert, wann ich aus dem Fahrstuhl trete.

Natürlich haben auch nicht berufstätige Mütter jede Menge Stress, Ethan und mich einte damals aber zumindest, dass wir beide auf Zehenspitzen um das Porzellan herumschlichen, das Andrew überall zerschlagen zurückließ. Doch über die letzten sechs Monate, seit meiner Trennung, sind wir in diesen Modus verfallen. Ethan trödelt, ich meckere.

"Komm, Kleiner, wir müssen los."

Sein Haar ist immer noch dort verwuschelt, wo er mit dem Kopf auf dem Kissen gelegen hat. Das T-Shirt ist verknittert und hat Flecken, also hat er es wahrscheinlich aus dem Haufen schmutziger Wäsche gezogen. Mein Sohn ist ein dickfelliger Chaot. Er ist unorganisiert und sieht mehr als nur ein bisschen merkwürdig aus. Seine Ohren sind zu groß, seine Locken zu widerspenstig, und seine Brille, die ständig von Fingerabdrücken übersät ist, scheint nie gerade auf seiner Nase zu sitzen.

Doch ich liebe ihn aus tiefstem Herzen - nicht trotz all seiner kleinen Schrullen, sondern gerade deswegen. Denn wenn es eine Sache gibt, die ich von Andrew gelernt habe, dann die, dass man nicht nur eine Seite eines Menschen lieben kann. Man muss alle Seiten lieben.

Ich scheuche ihn die Stufen hinunter. Unser kleines Haus ist keine große Sache, doch Scheidungen sind kostspielig, und jedes Mal wenn mein Anwalt meint, wir stünden kurz vor einer Einigung, kommt Andrew mit einer weiteren, blödsinnigen Forderung. Der antike Beistelltisch, den wir auf unserer Hochzeitsreise gekauft haben. Ein Paar Kerzenleuchter aus Kristall, die ihm vor ewigen Zeiten kaputt gegangen sind. Die Negative von Ethans Babyfotos. Solange er nicht Ethan will, gebe ich jeder seiner verdammten Forderungen nach.

Vor dem Wagen bleibt Ethan total verschlafen stehen. "Worauf wartest du? Steig ein."

Er rührt sich nicht. Ich werfe einen Blick auf mein Handy - kurz vor halb sieben.

"Ethan." Als er nicht reagiert, rüttele ich ihn leicht an der Schulter. "Komm, Liebling. Steig in den Wagen, sonst verpassen wir den Bus."

Der Bus wird in genau dreiunddreißig Minuten von einem Parkplatz am anderen Ende der Stadt abfahren. Das Ziel: Dahlonega, eine alte Goldgräberstadt, eine Stunde nördlich von Atlanta. Ethans Klasse wird durch Minen stapfen, die sechzig Meter unter der Erde liegen, nach Gold und Halbedelsteinen suchen und in einer Hütte unter den Sternen schlafen. Als er mir vor einem Monat die Einverständniserklärung mit nach Hause brachte, hielt ich es zunächst für einen Aprilscherz. Welcher Lehrer fährt freiwillig mit einer Busladung Zweitklässler auf einen Ausflug mit Übernachtung?

"Aber das machen wir jedes Jahr", versicherte mir Miss Emma, als ich sie danach fragte. "Wir übernachten in den Räumlichkeiten des YMCA-Sommer-Camps, da kann uns nichts passieren. Auf fünf Schüler kommt eine Lehrerin oder Begleitperson. Die Schüler freuen sich schon das ganze Halbjahr darauf."

Diese Ansprache hatte sie schon jeder Helikopter-Mutter der Zweitklässler gehalten, doch bei mir lag sie daneben. Ich machte mir keine Sorgen um Ethans physische Sicherheit, sondern um die emotionale. Ethan hat einen IQ von 158, und dieses Begabungsniveau zieht einige sehr spezielle Herausforderungen nach sich. Er ist ein brillanter Junge, in sozialer Hinsicht jedoch sehr unbeholfen. Ein analytischer Denker, der ständig nach Stimulation verlangt. Ein unersättlicher Lerner mit einem unendlichen Strom an Fragen. Seine Welt ist so anders als die seiner Gleicha

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