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Something in the Water - Im Sog des Verbrechens Thriller von Steadman, Catherine (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.07.2019
  • Verlag: Piper
eBook (ePUB)
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Something in the Water - Im Sog des Verbrechens

Erins Glück scheint perfekt, als sie mit Mark ihre Flitterwochen auf Bora Bora verbringt. Auf der paradiesischen Insel genießen die beiden unbeschwerte Tage – bis sie bei einem Tauchausflug auf eine Tasche mit sehr wertvollem Inhalt stoßen: über zwei Millionen Dollar. Erin und Mark beschließen, ihren Fund für sich zu behalten und alle Spuren zu verwischen. Aber zurück in London beginnt ihr Geheimnis schon bald, sie in einen reißenden Abgrund zu ziehen. Als sich beunruhige Vorfälle häufen, weiß Erin plötzlich nicht mehr, wem sie noch vertrauen kann ... Catherine Steadman ist Schriftstellerin und Schauspielerin. Sie wirkt in zahlreichen englischsprachigen Produktionen mit und ist bekannt für ihre Rollen in Downton Abbey , The Tudors und Breathless. Aufgewachsen in New Forest, lebt sie heute mit ihrem Mann und ihrem kleinen Hund im Norden Londons. Something in the Water ist ihr erster Roman.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 02.07.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492992923
    Verlag: Piper
    Originaltitel: Something in the Water
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Something in the Water - Im Sog des Verbrechens

1

Samstag, 1. Oktober
Das Grab

Haben Sie sich jemals gefragt, wie lange es dauert, ein Grab auszuheben? Dann können Sie aufhören, darüber nachzudenken. Es dauert eine Ewigkeit. Was immer Sie geschätzt hätten, setzen Sie einfach die doppelte Zeit an.

Ich bin mir sicher, dass Sie so etwas schon in Filmen gesehen haben. Den Helden, vielleicht mit einer Waffe am Kopf, wie er sich schwitzend und stöhnend tiefer und tiefer in die Erde hineinarbeitet, bis er einsachtzig tief in seinem eigenen Grab steht. Oder die beiden unglückseligen Schurken, die wie wahnsinnig schaufeln, sich dabei streiten und manisch Witze reißen. Und die Erde fliegt locker zum Himmel hoch wie in einem Cartoon.

So ist es nicht. Es ist anstrengend. Mit locker hat das nichts zu tun. Der Boden ist fest und schwer und widerspenstig. Es ist so verdammt anstrengend.

Und langweilig. Und dauert. Aber es muss erledigt werden.

Der Stress, das Adrenalin, der verzweifelte, animalische Drang, es hinter sich zu bringen , geben einem zwanzig Minuten lang Kraft. Dann bricht man zusammen.

Die Muskeln in Armen und Beinen sind längst übermüdet. Das Herz tut nach dem anfänglichen Adrenalinstoß nur noch weh, der Blutzucker sackt ab, man taumelt gegen die Wand. Heftig und mit dem ganzen Körper. Aber man weiß, man weiß mit kristallener Klarheit, dass man - gut drauf oder nicht, erschöpft oder nicht - dieses Loch einfach graben muss.

Dann schaltet man unwillkürlich in den nächsten Gang. Es ist wie nach der ersten Hälfte eines Marathonlaufs - der Reiz des Anfangs ist verflogen, und man muss diese verdammte, freudlose Angelegenheit irgendwie hinter sich bringen. Man hat etwas investiert. Man steckt schon zu tief drin. Man hat sämtlichen Freunden gesagt, man würde mitlaufen; man hat ihnen das Versprechen einer Spende für eine Wohltätigkeitsorganisation abgerungen, zu der man nur eine äußerst vage Verbindung hat. Und von Schuldgefühlen getrieben haben sie einen höheren Geldbetrag zugesagt, als sie eigentlich geben wollten. Aus Pflichtgefühl und weil sie selbst an der Uni mal an einem Radrennen teilgenommen haben, mit dessen Details sie einen jedes Mal langweilen, wenn sie etwas getrunken haben. Ich rede immer noch über den Marathon, also schön dabeibleiben. Jedenfalls ist man Abend für Abend losgezogen, allein, ein Pochen in den Schienbeinen, mit aufgesetzten Kopfhörern, um Kilometer abzureißen und sich auf diesen einen Tag vorzubereiten. Um sich selbst zu besiegen, den eigenen Körper zu besiegen, in diesem einen, entscheidenden Moment. Um zu sehen, wer gewinnt. Und keiner schaut zu. Keiner außer einem selbst schert sich einen Dreck darum. Man ist ganz allein in seinem Kampf ums Überleben. Genau so fühlt es sich an, wenn man ein Grab schaufelt. Als hätte die Musik aufgehört und man könnte einfach nicht aufhören zu tanzen. Weil man sterben müsste, wenn man zu tanzen aufhörte.

Also buddelt man weiter. Man macht es einfach, denn trotz allem ist die Alternative viel schlimmer als das Graben eines gottverdammten Lochs in dieser harten, verdichteten Erde. Mit einer Schaufel, die man in der Hütte irgendeines alten Mannes gefunden hat.

Beim Graben sieht man Farben vor den Augen vorbeiziehen: Lichterscheinungen, hervorgerufen durch die metabolische Stimulation von Neuronen im visuellen Cortex als Folge eingeschränkter Sauerstoffzufuhr und Unterzuckerung. In den Ohren rauscht das Blut: niedriger Blutdruck dank Dehydrierung und Überanstrengung. Und die Gedanken? Die Gedanken huschen durch das sanfte Wogen des Bewusstseins und kommen nur ganz vereinzelt an die Oberfläche. Stets sind sie wieder weg, ehe man sie zu fassen bekommt. Der Kopf ist komplett leer. Das Zentralnervensystem betrachtet diese Überanstrengung als Kampf-oder-Flucht-Situation. Durch Beanspruchung getriggerte Neurogenese - zusammen mit der in Sportmagazinen so gern zitierten "Freisetzung von Endorphinen durch körperliche Beans

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